Online-Casinos in der SchweizBisher ist es in der Schweiz verboten, Online-Glücksspiel anzubieten. Allerdings kann es der Staat natürlich nicht verhindern, dass seine Bürger auf den Seiten der ausländischen Anbieter spielen gehen. Dies soll nun allerdings ein Ende haben, wenn auch ein anderes Ende, als man es vielleicht erwarten würde. Denn in der Schweiz soll nun der Weg für die Casinos frei werden, online ihre Spiele anzubieten, zumindest für Schweizer Anbieter.

Ausländische Anbieter verbieten und Schweizer Anbieter zulassen

Es gibt viele Schweizer, die gerne im Internet auf die Jagd nach Geld gehen und sich auf den vielen Seiten der Online-Glücksspielanbieter vergnügen. Zwar wird auch noch in der realen Welt gespielt, aber der Online-Markt wird auch bei den Eidgenossen immer beliebter. Das hat jetzt auch die Politik entdeckt. So wird sich der Ständerat schon in der kommenden Woche damit befassen, die Gesetzlage zu Geldspielen zu erneuern. So soll es darin darum gehen, dass der Bundesrat endgültig den ausländischen Anbietern von Online-Glücksspiel einen Riegel vorschiebt und diese möglichst verbietet. Aber das Online-Glücksspiel in der Schweiz soll damit keinesfalls ganz verschwinden. Vielmehr sollen zukünftig dann Schweizer Anbieter auf den Markt kommen, der dann auch extra für sie geöffnet wird.

Viele bekannte Seiten dann nicht mehr aufrufbar

Der Online-Markt für Glücksspiel boomt auch in der Schweiz. So hat allein aufgrund der Online-Casinos und anderer ausländischen Glücksspielseiten die Schweizer Glücksspielindustrie über 300 Millionen Franken Verluste hinnehmen müssen. Der Geschäftsführer des Schweizer Casinoverbandes Marc Friedrich gibt mit seiner Schätzung auch ein schwarzes Bild für den Schweizer Glücksspielmarkt. Denn nach seinen Schätzungen sei rund die Hälfte der Einbußen nur auf das Glücksspiel im Internet zurückzuführen. Und das habe ja schließlich nicht nur Auswirkungen auf die Spielbanken in der Schweiz. Denn auch die Allgemeinheit muss dadurch Einbußen hinnehmen, da so die Abgaben an den Staat reduziert werden. Online-Casinos aus dem Ausland zahlen schließlich keine Abgaben an den Staat und da bekommt er auch zu spüren.

Online-Casinos in der Schweiz eigentlich verboten

Eigentlich sind die Online-Glücksspiele in der Schweiz verboten, weshalb auch keine Abgaben dieser Anbieter erfolgen. Jedoch hat die Schweiz bisher noch kein Gesetz, das es möglich macht, diese Anbieterseiten zu sperren oder zumindest darauf zu verweisen, dass diese im Ausland sind. Und ein Vorgehen gestaltet sich dadurch schwer, weil die Server der Online-Anbieter irgendwo auf der Welt stehen, wo das Online-Glücksspiel erlaubt ist. Der Schweiz sind daher gewissermaßen die Hände gebunden. Mit einem neuen Gesetz kann sich diese Situation aber schnell ändern. Zumal man damit auch die heimischen Anbieter auf den Markt bringen würde, was vielleicht auch einige Vorteile bringen könnte.

Gezockt wird nicht nur zum Spaß

Dass das Spielen in Online-Casinos nicht nur zum Spaß erfolgt, sondern bei bestimmten Spielen auch eine Art Nebenerwerb ist, scheint nichts Neues zu sein, besonders beim Poker. Und es ist für die Spieler auch sehr verlockend, da die Gewinnmöglichkeiten mit niedrigeren Einsätzen höher sind, als in normalen Casinos. Daher könnte sich die Schweiz auch vorstellen, mit ausländischen Online-Casinos zusammenzuarbeiten und die eigenen Casinos mit ihnen zu vernetzen. Aber nur auf Grundlage vom Schweizer Recht und das dürfte vielleicht Probleme bereiten.

Frühestens ab 2018 ein neues Gesetz

Ein neues Gesetz zum Spielen in Online-Casinos wird es in der Schweiz aber wohl erst ab frühestens 2018 geben. Bis dahin gibt es noch einen kleinen Tipp an alle Eidgenossen, die online zocken gehen. Denn zwar müssen Gewinne aus dem Glücksspiel nicht versteuert werden, aber nicht bei Online-Spielen. Denn da diese verboten sind, muss auch der gesamte Gewinn versteuert werden, wenn er über 1000 Franken liegt. Wer also auffliegt und professionell gewinnt, für den kann es am Ende sehr teuer werden.