Online Casino Betreiber William Hill enttäuscht Anleger

Online Casino Betreiber William HillDas vergangenen Jahr 2016 wird beim britischen Buchmacher und Online Casino Betreiber William Hill sicherlich nicht als Jahr des Erfolgs oder wenigstens einer positiven Gesamtentwicklung eingehen, denn zu viele Probleme und anhaltenden Schwierigkeiten zogen sich wie ein roter Faden durch die gesamten 12 Monate. Bereits zum Ende des 1. Quartals 2016 mussten die Aktienbesitzer die erste bittere Pille schlucken, als das Unternehmen mit einer Gewinnwarnung herauskam. Lange Zeit wurde diese Entwicklung von William Hill als vorübergehendes und bald in den Griff zu bekommendes Problem klassifiziert und der Vorstand sprach immer wieder von dem bald erfolgenden Turnaround. Doch so richtig scheint der Umbau des Konzerns und die Erhöhung der Rentabilität nicht voranzukommen, denn das nun veröffentlichte Finanzupdate enttäuschte wieder einmal die Anleger und setzt damit den negativen Trend des vergangenen Jahres fort. Trotz der schon nach unten korrigierten Zahlen für das Geschäftsjahr 2016, wird sich der Gewinn für die vergangenen 12 Monate bei William Hill aus dem Online Casino Geschäft und dem Bereich der Sportwetten nur am unteren Ende der neu prognostizierten Zahlen befinden und sich auf rund 260 Millionen Pfund belaufen. Für die Anleger ist dies enttäuschend, denn zuvor wurde wochenlang immer wieder von einer Verbesserung des Gesamtgeschäfts von Seiten des Unternehmens gesprochen.

Obwohl im vergangenen Jahr sportliche Großereignisse wie die Olympischen Spiele und die Fußballeuropameisterschaft stattfanden, blieben sowohl die Online Sportwetten, als auch der Bereich der Pferdewetten deutlich hinter den selbst gesteckten Zielen. Auch gegenüber dem starken Wachstum andere Konkurrenten im gesamten Bereich des Online Glücksspiels, sind die Wachstumsraten bei William Hill äußerst bescheiden.

Ein turbulentes Jahr liegt hinter William Hill

Nicht nur die Gewinnwarnung für das gesamte letzte Jahr, die auf Grund der unter den eigenen Erwartungen liegenden Umsätzen und Erträgen im Geschäft mit Online Spielautomaten, Live Casino und Sportwetten zu Stande kam, brachten William Hill in die Schlagzeilen, auch Übernahme- und Fusionsgerüchte waren immer wieder Bestandteil de Berichterstattung. So versuchte die 888 Holding zusammen mit der Rank Group, in einer 3-Wege-Fusion, das Unternehmen in eine riesiges Konglomerat hineinzupressen und einen gigantischen Glücksspielkonzern zu formen. Bekanntlich konnte William Hill dies noch verhindern und trat dabei die Flucht nach vorn an und versuchte selbst wiederum mit Amaya, dem kanadischen Unternehmen, dass die beiden Pokermarken Full Tilt Poker und PokerStars besitzt, von einer Fusion zu überzeugen. Hier wiederum spielten die eigenen Anleger von William Hill nicht mit und unterbanden recht frühzeitig alle weiteren Gespräche über eine Zusammenlegung beider Unternehmen. Den schwersten Schlag jedoch erhielt der britische Online Casino Betreiber mit dem Ausscheiden des CEO James Henderson, der im Zuge der Gewinnprobleme das Unternehmens verlassen musste und bis heute kein neuer Nachfolger für diese Position gefunden wurde. Seit Monaten hält hier übergangsweise Philip Bowcock die Zügel bei William Hill in der Hand und versucht das Unternehmen wieder in gesunde Fahrwasser zu steuern, mit mäßigem Erfolg. Sollten die hausgemachten Probleme in diesem Jahr nicht gelöst werden und die Erwartungen der Anleger weiterhin nicht erreicht werden, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme durch die Konkurrenz weiter an, denn ewig lange werde die Besitzer der Aktien sich nicht allein mit Durchhalteparolen vertrösten lassen.

Auch im Bereich der stationären Wettshops musste William Hill eine Niederlage einstecken, denn durch die Fusion von Gala Coral und Ladbrokes wurde das Unternehmen als Marktführer in diesem Bereich in Großbritannien verdrängt.

William Hill zieht sich auch aus Tschechien zurück

Auch in den ausländischen Märkten gibt es nicht wirklich positives über den einstigen Branchenprimus William Hill zu vermelden, denn wie das Unternehmen nun bekannt gab, wird es in Zukunft dem tschechischen Glücksspielsektor den Rücken kehren und seine Angebot an Online Sportwetten und Online Casino bald möglichst einstellen. Kunden in Tschechien erhielten nun per Email die Mitteilung, ihre Kundenkonten leerzuräumen und Partner sollen zudem sämtliche Marketingmaßnahmen in dem Land einstellen. Diese Ankündigung erfolgte nur wenige Tage nachdem das neue Glücksspielgesetz, dass im Sommer letzten Jahres auf den Weg gebracht wurde und den hiesigen Glücksspielmarkt regulieren soll, in Kraft getreten ist. So müssen seit Beginn diesen Jahres Unternehmen, die in Tschechien Glücksspielangeboten, wie Online Casinos oder Spielotheken betreiben wollen, eine Lizenz beantragen und halten, um hier aktiv sein zu dürfen. Dabei verlangt der Staat bei den Geschäften mit Spielautomaten 35 Prozent und bei Sportwetten 23 Prozent des erzielten Gewinns. Hier scheint für William Hill die Gewinnmarge einfach zu niedrig zu sein und so hat das Unternehmen bis heute keine Lizenz in Tschechien beantragt, was aber durchaus noch passieren kann, sofern der Konzern es sich noch anders überlegen sollte.

Durch die hohen Abgaben, die im neuen tschechischen Glücksspielgesetz festgeschrieben wurden, hält sich auch das allgemeine Interesse an den zu vergebenden Lizenzen in diesem Land in Grenzen und bisher haben nur wenige und vor allem einheimische Firmen, wie die Sazka Group oder Fortuna, davon Gebrauch gemacht und sich eine Konzession erteilen lassen.

 

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Über den Autor: Engelbert Breitner

Engelbert Breitner
Das Online Glücksspiel ist für mich die beste Erfindung seit Pac Man. So bin ich froh darüber, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. Meine bevorzugten Casinospiele sind Roulette, Black Jack und natürlich Spielautomaten. Meine Casino Erfahrungen möchte ich hier mit vielen gleichgesinnten Usern teilen.

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