Österreichische Lotterien GmbH wird verklagt!

Österreichische Lotterien GmbH

Foto: Österreichische Lotterien Gmbh

Wieder einmal dreht sich eine gerichtliche Auseinandersetzung um die Casino-Austria-Gruppe. Neben dem Schauplatz um die Übernahme der CASAG zwischen Novomatic und den Tschechen Karel Komarek (KKCG) und Jiri Smejc (EMMA CAPITAL), die sich gern alle einen großes Stück von dem Kuchen genehmigen wollen, kommt nun auch noch eine Klage gegen die Casino-Austria-Gruppe hinzu. Die Einverleibung oder die Erwerbung von Anteilen an der CASAG ist für die Beteiligten aus mehren Gründen interessant. So betreibt die Gruppe mit Sitz in Wien 12 Spielbanken in Österreich und hält mehrere Beteiligungen an internationalen Glücksspielunternehmen. Zu den Filetstücken, die es zu erwerben gilt, gehören neben den Casinos, die höchst profitable Internetplattform win2day und die Glück GmbH, die für das einträgliche Lotteriegeschäft zuständig ist. Und genau gegen dieses Lotteriegeschäft wird nun eine Klage anhängig.

Tal Silberstein fordert über 800.000 Euro Schadensersatz

Der israelische Politik- und Unternehmensberater Tal Silberstein verklagt die CASAG nun auf ganze 822.000 Euro Schadensersatz, zuzüglich Zinsen. Dem Geschäftsmann gehört eine maltesische Fondsgesellschaft, die jede Menge Geld in die Österreichische Lotterien GmbH investieren wollte. Rund 200 Millionen Euro sollten hier über den sogenannten Tisch gehen. Im April vergangenen Jahres stieg dann die CASAG aus den Verhandlungen mit Tal Silberstein aus, die bereits seit dem Jahr 2014 liefen. Der Israeli möchte dies allerdings nicht auf sich sitzen lassen, denn nach seinen den Angaben, die er durch seinen Rechtsanwalt Leopold Specht vertreten lies, beliefen sich sein projektbezogene Aufwendungen für Reisen, Rechts-, Steuer- und sonstige -beratung bis zu diesem Zeitpunkt schon auf die nun von ihm geforderte Summe. Die Casino-Austria-Gruppe wiederum hält weder die Höhe der Forderung, noch den Grund der Klage an sich für Rechtens. Am 16. Juni sollen die beiden im Streit liegenden Schwergewichte Tal Silberstein und Karl Stoss, Generaldirektor der Casino Austria AG, vorgeladen werden. Natürlich könnte man diesen Fall einfach abhacken, denn solche Probleme, bei denen sich eine Partei übergangen fühlt, treten doch sehr häufig in diesen Geschäftsbereichen auf, doch gerade im Lotteriegeschäft bei der CASAG gibt es seit Jahre einige Merkwürdigkeiten.

Karl Stoss schöpft die Geldquelle im Lotteriebereich nicht aus

Österreichische LotterienDie Glück GmbH betreibt unter der Marke WinWin ungefähr 700 Lotterieterminals in Österreich. Kontrolliert wird diese GmbH über die Geschäftsführung der Entertainment GmbH. Oberste Instanz ist überall Karl Stoss. So weit so gut, doch jetzt beginnen die Merkwürdigkeiten. Die Glück GmbH schafft es tatsächlich Verluste in einem der profitabelsten Bereiche der Glücksspiels zu machen. Dies ist allerdings auch nicht verwunderlich, denn die Glück GmbH, unter Karl Stoss, besitzt 4.000 Lizenzen für Videolotterieterminals, nutzt aber nur ein Bruchteil davon aus, zumal die Terminals auch nicht unter das Wiener Automatengesetz fallen würden, da es sich um bundesweite Lizenzen handelt. Wenn der Umsatz, der bis jetzt 700 betriebenen Terminals, schon im Jahr 2011 bei fast 400 Millionen Euro lag, dann lässt sich leicht errechnen, dass bei voller Ausschöpfung der Lizenzen hier Milliarden zu holen sind. Doch warum scheint Karl Stoss keine Interesse an dem Geld zu zeigen? Hat dies eventuell mit den Ambitionen von Novomatic zu tun? Liebäugelt Karl Stoss eventuell mit einem lukrativen Aufsichtsratsposten bei Novomatic als Gegenleistung für den Verkauf der CASAG an dieses Unternehmen?

Novomatic und Politik sind eng verflochten

Auffällig an den ganzen Entwicklungen sind die Verwicklungen zwischen Politik und Glücksspielsektor in Österreich. Der Rechtsanwalt von Tal Silberstein, Leopold Specht, war früher zum Beispiel Wahlkampfberater von Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer. Der ehemalige mächtigste Politiker im Land Gusenbauer verdient seine Brötchen mittlerweile im Aufsichtsrat von Novomatic, gleich neben dem deutschen ehemaligen EU-Kommissar Günter Verheugen. Bei der Fondsgesellschaft Novia Fund Management Limited von Tal Silberstein, die ihren Sitz in Malt hat, findet sich der Name Alfred Gusenbauer gleich noch einmal, hier in der Funktion des nicht geschäftsführenden Direktors.

Die ganzen Verflechtungen zwischen Novomatic und der Politik in Österreich haben ja schon bekanntlich ein lange Tradition. Die Untersuchungen um die Kuroptionsvorwürfe zu dem Versuch die Glücksspielgesetze 2006 zu lockern dauern bis heute an. Anfang 2015 wurden insgesamt 49 ehemalige oder noch tätige Spitzenpolitiker vernommen, aber wirklich Licht in den ganzen Sumpf konnte das Bundesamt für Korruptionsbekämpfung bis heute nicht bringen. So stehen auch bis heute die die Anschuldigungen gegenüber Grasser im Raum, damals 100.000 Euro Bestechungsgeld von Novomatic angenommen zu haben.

Am Ende kann festgehalten werden, dass wenn es zu eine gerichtlichen Auseinandersetzung in Österreich kommt, die den Glücksspielsektor betrifft, Novomatic und Politiker immer irgendwie mitbeteiligt sind.

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Über den Autor: Gerda Hartig

Gerda Hartig
Nein, Frauen spielen in Online Casinos nicht nur Rubbellose oder Bingo. Und auch ansonsten bin ich alles andere als politisch korrekt. Ich sage was Sache ist in den Online Casinos, bei den Herstellern der Casinospiele und bei der Politik, welche den Spielerschutz vorschiebt, um doppelt abkassieren zu können.

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