Bald sind sie abgeschlossen: Die umfangreichen Bauarbeiten am ehemaligen Libro-Gebäude, das an Villachs Italiener Straße liegt. Der ortsansässige Investor Andreas Adami hat sich dieses Projekt, das „zur Belebung der Innenstadt beitragen soll“, ganze 7,5 Millionen Euro kosten lassen. Das komplette Erdgeschoss mit seinen insgesamt 400 Quadratmetern hat er bereits vermietet. Wie gerade bekannt wurde, wird ein Spielcasino dort einziehen, das neben 50 Spielautomaten auch ein öffentliches Bistro anbietet. Auf Basis der Bundeskonzession heißt der Betreiber WINWIN. Das Unternehmen ist eine Tochter der Österreichischen Lotterien und der Casinos Austria AG (CASAG), die auch über eine staatliche Lizenz für ein Online Casino verfügt.

Standort mit hohem Marktpotenzial 

Casinos Austria„Der Mietvertrag ist unterschrieben, aktuell laufen die Verhandlungen für die Gewerberechtsgenehmigung“, sagt Fritz Pühringer, der WINWIN-Geschäftsführer. Mit der offiziellen Eröffnung des Video Lottery Terminals wird im ersten Halbjahr 2020 gerechnet. Laut Fritz Pühringer hat der Standort Villach ein hohes Marktpotenzial und rechtfertigt damit seine Ausgaben von 1,5 Millionen Euro. Casino-Gegner befürchten nun, dass durch den Betrieb „das Glücksspiel in der Innenstadt greifbarer wird“, doch Pühringer reagiert auf jede Form der Kritik gelassen: „Unser Konzept richtet sich nach den gesetzlichen Auflagen und wir arbeiten transparent. Wir haben eine Registrierungspflicht und eine Spielerkarte, mit der wir das Spielverhalten lückenlos kontrollieren können und die es uns ermöglicht, einen Überkonsum zu vermeiden.“ Darüber hinaus bestätigt er, dass WINWIN mit Spielschutzeinrichtungen zusammenarbeitet. 

In ganz Österreich betreibt das Unternehmen aktuell 20 Geschäftsstellen. Auch in Kärnten ist noch ein anderes Casino geplant, und zwar in Wolfsberg. Auch wenn es in Villach bereits eine Reihe kleinerer und größerer Casinos gibt, verspricht sich der Betreiber von der Zweigstelle in der Italiener Straße eine gute Bilanz und betont, dass für die Stadt Villach bis zu 15 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Keine herkömmlichen Spielautomaten

WINWIN trägt seinen Namen zu Recht! Das behauptet die Tochter der Casinos Austria AG und der Österreichischen Lotterien jedenfalls und spielt damit auf den im täglichen Sprachgebrauch häufig genutzten Begriff „Win-Win“ an. Bei diesem umgangssprachlichen Ausdruck handelt es sich um eine Strategie, die das Ziel verfolgt, allen Beteiligten einen effektiven Nutzen aus einem Geschäft oder einer Verhandlung zu ermöglichen. Dabei agieren die Partner auf Augenhöhe, und es wird auf einen respektvollen und positiven Interessenausgleich Wert gelegt.  

Seit 2004 bietet die WINWIN GmbH an zahlreichen Standorten Österreichs Spiele auf Video Lottery Terminals (VLTs) an. In allen Häusern ist der Zutritt erst ab 18 Jahren gestattet, und der Eintritt ist frei. Nur an Heiligabend sind die Casinos geschlossen. Ein Top-Spielvergnügen ohne Anzug- oder Krawattenpflicht. Und das an 364 Tagen im Jahr. 

Optisch unterscheiden sich die Video Lottery Terminals kaum von herkömmlichen Spielautomaten - in der Mechanik hingegen schon. „Normale“ Spielautomaten verfügen über einen Zufallsgenerator, der über Gewinn und Verlust entscheidet. Bei den VLTs verhält es sich anders. Sie sind alle mit einem zentralen Rechner verbunden, dessen Zufallsgenerator in der Zentrale steht und von dort aus die Entscheidungen trifft. Das geht alles sehr schnell. Innerhalb weniger Augenblicke werden dann die Ergebnisse auf den einzelnen Terminals bekannt gegeben, und der Gamer erfährt unmittelbar nach Spielende, ob er gewonnen hat oder nicht. Die Spiele, von denen bis zu 35 pro Automat/Terminal zur Verfügung stehen, sind elektronische Lotterien, bei denen es sich gemäß § 12a des österreichischen Glücksspielgesetzes um Ausspielungen handelt.  

Die Spieleinsätze bewegen sich zwischen 10 Cent (Minimum) und 10 Euro (Maximum). Man kann seine Einsätze nicht mit Münzen, sondern ausschließlich mit Geldscheinen oder sogenannten Tickets tätigen. Im Fall eines Gewinns, der im Höchstfall 10.000 Euro beträgt, „spucken“ die Terminals einen Beleg aus, der an der Kasse eingelöst wird. Auszahlungen erfolgen in bar, per Scheck oder Banküberweisung. 

Eine Stadt mit langer Geschichte

Villach liegt in Kärnten und ist mit seinen gut 62.000 Einwohnern die siebtgrößte Stadt in Österreich und die zweitgrößte des Bundeslandes. Hier folgt sie auf Klagenfurt am Wörthersee. Für den österreichischen Süden und den Alpen-Adria-Raum ist Villach ein zentraler Verkehrsknotenpunkt, der malerisch von einigen der schönsten Seen dieser Alpen-Republik umschlossen ist, wie zum Beispiel dem Faaker See, dem Ossiacher See, dem Silbersee, dem Leonharder See, dem Vassacher See sowie dem Magdalenen- und dem Grünsee. Jährlich besuchen etliche nationale und internationale Touristen diese reizvolle Gegend. Sie verbringen ihre Ferien an einem der herrlichen Seen, genießen die attraktiven Ortschaften und bummeln durch die restaurierte Altstadt von Villach. 

Schon in der Jungsteinzeit war das Gebiet besiedelt, wie die ältesten Funde aus der Umgebung dokumentieren. Der Name Villach stammt aus der vorrömischen Zeit. Nahe den Thermalquellen von Warmbad ließen sich dann später – um 15 v. Chr. – die Römer auch tatsächlich nieder. Sie nannten den Ort Santicum und blieben dort bis ins 6. Jahrhundert ansässig. Jedenfalls so lange, bis die Slawen einmarschierten und das Fürstentum Karantanien gründeten. In den folgenden Jahrhunderten wechselten die Besitzansprüche unterschiedlicher Adelshäuser häufig. Mit dem Einzug der Reformation in den 1520-er Jahren wurde Villach das Zentrum des Protestantismus in Kärnten und erhielt durch die von Kaiserin Maria Theresia 1759 eingeführten umfassenden Neuordnungen den Sitz einer Kreishauptmannschaft – ebenso wie Völkermarkt und Klagenfurt.

Nach dem 2. Weltkrieg war Villach, neben Wien, die am meisten verwüstete Stadt Österreichs. 85 % der Gebäude wurden beschädigt, da die Alliierten in 37 Luftangriffen mehr als 42.000 Bomben über der Stadt abwarfen. Gut, das wir nun in besseren Zeiten leben und sich die Stadt trotzdem wunderbar entwickelt hat.