Glücksspiel-ChaosIn Österreich gibt es seit geraumer Zeit neue Gesetze zum kleinen Glücksspiel. So wird in den meisten Bundesländern nun nur noch in einem begrenzten Umfang das kleine Glücksspiel mit dem Automatenspiel geduldet. Schließlich haben nur wenige Betreiber die erforderliche Genehmigung dafür erhalten. Doch, wer jetzt glaubt, dass es das kleine Glücksspiel gar nicht oder nur noch begrenzt gibt, der scheint einer großen Fehlannahme aufgesessen zu sein. Denn wie nun durch einen Informanten der KPÖ, der Kommunistischen Partei Österreichs, bekannt wurde, soll das illegale Glücksspiel in diesem Bereich noch sehr florieren und im großen Stil weitergeführt worden sein, auch trotz des Verbots dafür.

Steierisches Glücksspiel-Chaos laut KPÖ

Laut KPÖ herrsche in der Steiermark mittlerweile ein „steierisches Glücksspiel-Chaos“. Denn Informanten der KPÖ sollen davon berichtet haben, dass es in der Steiermark sicherlich noch illegale Spielautomaten in dreistelliger Höhe gäbe. Daher ist sich die KPÖ sicher, dass das illegale Glücksspiel in der Steiermark auch aktuell noch im großen Stil vonstatten geht und die Behörden damit einfach nicht zurechtkommen. Dass der Landeshauptmann zudem noch beteuere, keinerlei Handhabe gegen das illegale Glücksspiel zu haben, bestärkt die Kritik der KPÖ noch weiter.

Zudem kam es erst letzte Woche zu einem großen Umschwung in den Bundesländern Niederösterreich, Oberösterreich und Wien. Denn dort wurden erst einmal alle Verfahren gegen die Betreiber von illegalen Glücksspielautomaten ausgesetzt. Ob die entsprechenden Glücksspielgesetze auch den EU-Normen entsprechen, ist nämlich bisher nicht ganz eindeutig und muss nun erst einmal überprüft werden. Und auch in der Steiermark gibt es mittlerweile viele Betreiber von illegalen Spielautomaten, die vor Gericht gegen das Verbot prozessieren. Es wäre in der Steiermark daher gut möglich, dass auch diese Verfahren in Kürze erst einmal ausgesetzt werden.

Illegales Glücksspiel kann nicht durch legales Glücksspiel ersetzt werden

Das 2014 von der Landesregierung und der FPÖ beschlossene Gesetz zum Glücksspiel, das nun nur noch insgesamt den Betrieb von 1000 Spielautomaten gestattet, könnte daher der Landesregierung nun auch zum Verhängnis werden. Schon damals war diese Gesetzesänderung in den Augen der KPÖ eine unsinnige Sache. Denn das neue Glücksspielgesetz wurde mit der Intention beschlossen, das illegale Glücksspiel durch das legale Glücksspiel zu ersetzen und damit auch zu reduzieren. Claudia Klimt-Weithaler, die Klubchefin der KPÖ ist der Ansicht, dass es keine Verdrängung des illegalen Angebots geben kann, wenn Betreiber das illegale Glücksspiel noch weiter ausführen können. Eine Regulierung sei daher auch nur reines Wunschdenken der Landesregierung.

Informanten berichteten von großer Illegalität

Claudia Klimt-Weithaler sagt zudem, dass Informanten derzeit von einer schlechten Situation in der Steiermark berichten. Denn laut diesen Informationen floriert das illegale Automatenspiel im Bundesland noch sehr. So berichteten die Informanten nach Klimt-Weithaler davon, dass sie von illegalen Spielautomaten im dreistelligen Bereich wüssten. Natürlich habe die KPÖ diese Informationen an die zuständige Finanzpolizei weitergeleitet. Doch ob und wie diese dagegen vorgeht oder bald überhaupt noch vorgehen kann, bleibe dabei erst einmal offen.

Zudem sehe es die KPÖ als besorgniserregend an, dass die Landesregierung zwar das Automatenspiel gewissermaßen verbiete, Wetten aber weiter erlaube. So entstehen immer mehr Wettanbieter, wobei auch Wetten ein sehr großes Suchtpotenzial haben. Daher wurde von der Landesregierung mehr ein Chaos geschaffen.