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Österreich: Internetsperren leicht auszutricksen

InternetsperrenVielen europäischen Regierungen ist der Online-Glücksspiel-Markt mit angenommenen Umsätzen von etwa 13 Milliarden Euro zunehmend ein Dorn im Auge. Demzufolge sind Verantwortliche auf der Suche nach Maßnahmen, wie dem – aus der Sicht dieser Staaten illegalem Glücksspiel – Einhalt geboten werden kann. Wie wir neulich berichteten plant Österreich in diesem Zusammenhang mit Internetsperren gegen illegale Anbieter vorzugehen. Ob das eine gute Idee ist oder ob sich solche Sperren leicht umgehen lassen, beantwortet dieser Artikel.

Doch beginnen wir von vorn. Generell dürfen in Österreich nach Meinung des Finanzministeriums nur die staatlichen Lotterien legales Glücksspiel im Internet anbieten. Anders sehen das naturgemäß die Betreiber entsprechender Portale, die im Rahmen der EU-Dienstleistungsfreiheit darauf verweisen, dass sie über eine Lizenz eines anderen EU-Staates verfügen. Diese erlaube es ihnen, ihr Geschäft in Österreich zu betreiben. Die EU selbst diskutiert dazu zwar seit Jahren endlos, doch zu einem Konsens ist es bisher nicht gekommen. Lediglich zu einer nicht verbindlichen Empfehlung zum Verbraucherschutz hat es gereicht.

Ob die Ideen des österreichischen Finanzministeriums demnach überhaupt legal umgesetzt werden können, ist mehr als fraglich. Ein Urteil dazu werden vermutlich europäische Gerichte sprechen müssen.

Was bringen die Internetsperren?

InternetsperrenGenau genommen gar nichts. Internetsperren können relativ leicht umgangen werden, da die Betreiber entsprechender Seiten ständig und beliebig viele Domains einrichten können. Das Ganze würde unweigerlich zu einem Katz-und-Maus-Spiel werden. Dazu kommt, dass auch die Spieler diverse Möglichkeiten haben, solche Sperren zu umgehen.

So könnten sogenannte DNS-Sperren dadurch umgangen werden, dass sie die IP-Adresse der Anbieter direkt eingeben oder sie nutzen im Falle von IP-Sperren Anonymisierungsdienste wie den Tor-Browser oder Cyber Ghost, um blockierte Adressen dennoch aufzurufen. Die Beispiele der Türkei und Chinas zeigen deutlich, dass auch ausgereifte Sperrmethoden einen Zugriff auf Internetinhalte nur ungenügend verhindern können.

Die Provider sperren sich

Dazu kommt, dass auch die Provider nicht von den Sperrabsichten der österreichischen Regierung angetan sind. Sie verweisen darauf, dass immer neue Begehrlichkeiten von staatlicher Seite vorgebracht werden. Ihrer Meinung nach müssten klare Regeln festgelegt werden, wer gesperrt werden darf und wie er von der Sperrliste wieder herunterkomme. Auch die für die Sperrung anfallenden Kosten müssten von staatlicher Seite abgegolten werden. Die Provider schlagen vor, besser den Zahlungsströmen zu folgen und diese trockenzulegen.

Auch darüber denkt das österreichische Finanzministerium nach. So könnte es – entsprechend des Vorbildes der USA – Kreditkartenunternehmen und Banken verboten werden, Transaktionen an Online-Casinos auszuführen. Das allerdings hat auch in den USA nur mäßig funktioniert, da zahlreiche Glücksspielunternehmen in die Illegalität abgedrängt wurden. Auch ist der Umsatz von 4 Milliarden Euro im Jahre 2006 auf nur knapp unter 2 Milliarden Euro im Jahre 2014 gefallen. Außerdem sind in Österreich Sportwetten erlaubt, eine Tatsache, die die Unterscheidung zwischen legalen und illegalen Zahlungen unmöglich macht.

Viele Lösungsansäte nicht ausgegoren

Es bleibt auch bei den österreichischen Lösungsansätzen nur festzustellen, dass sie nicht ausgegoren sind. Mit nicht zu Ende gedachten Schnellschüssen soll versucht werden, einem Problem Herr zu werden, was viel eleganter gelöst werden könnte. Statt beispielsweise großen und erprobten Anbietern wie etwa bwin.party oder Mr. Green – die übrigens jetzt schon freiwillig die 40-prozentige Glücksspielabgabe leisten – eine Lizenz zu erteilen, soll ihnen mit dem fadenscheinigen Argument des Spielerschutzes das Wasser abgegraben werden.

Würde es wirklich darum gehen, Spieler vor der Spielsucht zu schützen, würde überhaupt keine Lotterie – auch keine staatliche – geduldet. Die Wahrheit ist aber, dass kein Staat auf die Steuereinnahmen aus dem Glücksspiel verzichten will und auch nicht kann. Demzufolge sollten die Bürger und User nicht ständig für dumm verkauft werden und endlich eine EU-weite Lösung gefunden werden, die Online-Glücksspielunternehmen, die alle Regeln erfüllen, nicht wie Delinquenten behandelt. Wer das Eine will, muss das Andere mögen.

Österreich: Internetsperren leicht auszutricksen
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Von | 2017-04-09T12:46:25+00:00 2. April 2015|Kategorien: Glücksspiel-Gesetzgebung, Nachrichten|Tags: , , , , |

Über den Autor:

Nein, Frauen spielen in Online Casinos nicht nur Rubbellose oder Bingo. Und auch ansonsten bin ich alles andere als politisch korrekt. Ich sage was Sache ist in den Online Casinos, bei den Herstellern der Casinospiele und bei der Politik, welche den Spielerschutz vorschiebt, um doppelt abkassieren zu können.

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