Nur Bewährungsstrafen für Raubüberfall!

Spielhallenraubüberfall in WitzenhausenManchmal versteht man die Justiz wirklich nicht. Denn eigentlich sollte ein Überfall auf eine Spielhalle nach Auffassung der Bevölkerung immer mit einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung, also mit einer Haftstrafe enden. Schließlich ist ein Raubüberfall kein Kavaliersdelikt, das man mal eben schnell mit dem Diebstahl von Kaugummis vergleichen könnte. Nun ist aber ein Urteil gefallen, dass wahrscheinlich bei vielen Menschen auf Unverständnis stoßen wird. Denn für einen Raubüberfall auf eine Spielhalle gab es keine Haftstrafen, sondern Bewährungsstrafen für die Angeklagten.

Spielhallenraubüberfall in Witzenhausen

Die drei Angeklagten hatten am 26. Januar 2015 in dem kleinen Örtchen Witzenhausen im Werra-Meißner-Kreis für einen großen Schrecken gesorgt. Denn die drei Männer rissen das beschauliche Leben in dem Örtchen schnell auseinander und zeigten deutlich, dass Raubüberfälle auf Spielhallen überall passieren können. Sie überfielen die Spielhalle in dem Ort, stellten sich dabei allerdings nicht sonderlich klug an. Daher bekamen sie für diese „Dilettantennummer“ auch nur Bewährungsstrafen. Vor dem Landgericht wurden die beiden 23-jährigen Täter nun zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt und der 22-jährige Angeklagte zu 22 Monaten auf Bewährung.

Täter noch immer über die Tat amüsiert

Noch unverständlicher wirkt das Urteil des Landgerichts, wenn man weiß, dass die Täter vor Gericht bei ihren Schilderungen immer wieder mit einem Lachen geglänzt haben. Scheinbar sind alle drei Männer immer noch sehr amüsiert über ihre Tat, was jedoch bei den Beteiligten auf der anderen Seite sicherlich anders aussehen wird.

Wegen anhaltender Geldsorgen beschlossen die drei jungen Männer, eine Spielhalle zu überfallen. In der Tatnacht fuhren sie dann gegen 2.30 Uhr zur Spielhalle und bewaffneten sich dafür auch mit einer Soft-Air-Pistole. Auch eine Tasche für das erbeutete Geld haben sie nach ihren Schilderungen vor Gericht mitgenommen. Die Tat sollte auch zu diesem Zeitpunkt stattfinden, da die Täter damit gerechnet hatten, dass dort um diese Uhrzeit bestimmt wieder eine Frau als Spielhallenaufsicht sitzen würde. Eine einigermaßen gut durchdachte Planung fand also statt, auch wenn die Ausführung der Tat vielleicht nicht so gelungen war.

Tat scheiterte an der Ausführung

Als die drei Männer an der Spielhalle angekommen waren, wartete der Täter ohne Führerschein (warum das so gewählt wurde, wissen wohl nur die Männer) im Fluchtauto. Die anderen beiden zogen sich die Mützen über den Kopf, in die sie vorher schon Augenöffnungen geschnitten hatten, und betraten die Spielhalle. Dort jedoch saß keine Frau als Spielhallenaufsicht, sondern ein sehr muskulöser und großer Mann Marke Bodybuilder. Dieser war von den beiden Männern wenig beeindruckt und stürmte gleich auf sie los, obwohl doch einer der Täter selbst Bodybuilder ist. Dieser Täter kannte die Spielhallenaufsicht auch aus dem Fitnessstudio und wollte gleich flüchten. Zunächst wurden beide aber noch festgehalten, haben es aber letztendlich geschafft, sich aus den Fängen der Aufsicht loszureißen und flohen dann auch. Dumm von den beiden Tätern war jedoch, dass sie die Waffe sowie die Tasche im Kampf in der Spielhalle verloren.

Ein Jahr nach der Tat konnte an den verlorenen Gegenständen DNA gesichert werden, die dann zu den beiden Grazien führte. Beide waren auch schnell geständig und verpfiffen den dritten Täter auch noch prompt.

Trotz Vorstrafen gab es Bewährung

Die Bewährungsstrafe ist zumindest für einen der drei Täter ums erstaunlicher, da er bereits viele Vorstrafen gesammelt hat. So hatte er bereits acht Vorstrafen wegen Diebstahls und auch wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, war jedoch immer mit Sozialstunden und Geldstrafen davongekommen. Dass er nun immer noch Bewährung bekommen hat. Ist wirklich zum Kopfschütteln.

Aber auch die anderen beiden Täter sind keine ganz unbeschriebenen Blätter bei der Polizei. Zwar waren es bei ihnen nur Bagatelldelikte, aber dennoch reichte es dafür, dass sie bei der Polizei schon bekannt waren.

Da das Gericht bei allen drei Angeklagten eine gute Sozialprognose (!) sah, wurden nur Bewährungsstrafen ausgesprochen. Zudem müssen sie je 200 Sozialstunden ableisten. Dennoch bleibt da wirklich ein großes Unwohlsein. Denn wie oft haben wohl die Richter bei den Männern schon eine gute Sozialprognose gesehen? Bleibt nur zu hoffen, dass sie ihr Leben in den Griff bekommen und nicht mehr straffällig werden.

 

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Von Gerda Hartig | 13. Juli 2016 | Kategorien: Nachrichten, Vermischtes | Labels: , , , , , |

Über den Autor: Gerda Hartig

Gerda Hartig
Nein, Frauen spielen in Online Casinos nicht nur Rubbellose oder Bingo. Und auch ansonsten bin ich alles andere als politisch korrekt. Ich sage was Sache ist in den Online Casinos, bei den Herstellern der Casinospiele und bei der Politik, welche den Spielerschutz vorschiebt, um doppelt abkassieren zu können.

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