Novomatic verklagt: 43.000€ an Spielsüchtigen

novomatic verklagtKonnte Novomatic noch in der letzten Woche gut lachen und die Erweiterung des Casinos FlaminGO in Mazedonien groß feiern, so musste der Konzern diese Woche an der Heimatfront eine Schlappe vor Gericht hinnehmen. Zwar ist das Urteil noch nicht rechtskräftig und Novomatic wird sicherlich alle Rechtsmittel noch ausschöpfen, aber schmecken dürfte dieses Urteil dem Konzern trotzdem nicht.

Urteil in zweiter Instanz

43.130 Euro. Um diese Summe geht es in dem aktuell gefällten Urteil, dass das Oberlandesgericht (OLG) Wien zugunsten des Klägers und gegen Novomatic gefällt hat. Denn der Konzern soll einem Spielsüchtigen genau diese Summe zahlen, da er das Geld zuvor an Novomatic-Spielautomaten verspielt hatte. Damit hat der Kläger nun auch in der zweiten Instanz Recht bekommen und laut Klägeranwalt sei das Urteil sogar vollstreckbar, auch wenn es noch nicht rechtskräftig ist. Denn natürlich hat Novomatic schon angekündigt, auch gegen dieses Urteil Rechtsmittel einzulegen. Ob das dem Unternehmen helfen wird, ist wohl zweifelhaft. Aber Aufgeben kommt für Novomatic wohl nicht in Frage, was deren Anwälte bestimmt freuen wird. Denn die können kräftig weiterverdienen.

OLG sieht Kläger voll im Recht

Das OLG Wien hat in seinem Urteil 3 R 47/16b deutlich zum Ausdruck gebracht, dass der Kläger über den in der Verhandlung behandelten Zeitraum vom 23.03.2011 bis zum 16.06.2014 aufgrund seiner Spielsucht nicht in der Lage war, „vernunftgeleitet“ zu handeln. Daher habe er in den beiden Novomatic-Spielorten Casino Monte Laa und Casino Admiral Prater auch seine Gewinne immer gleich wieder in kurzer Zeit verzockt. Somit schloss sich das OLG auch dem Urteil aus der ersten Instanz an, da das Gerichtsgutachten eines Sachverständigen auch sehr nachvollziehbar und schlüssig sei. Sämtliche Rügen des Novomatic-Konzerns widersprach das OLG und wies diese auch deutlich zurück.

Zahlung muss eigentlich innerhalb von 14 Tagen erfolgen

Novomatic hat nun eigentlich nur 14 Tage Zeit, um dem Kläger die 43.130 Euro zu zahlen, bevor das Urteil vollstreckt werden kann. Denn eine ordentliche Revision gegen das Urteil kann das Unternehmen nicht einlegen, da das OLG Wien diese Möglichkeit aufgrund der Einzelfallregelung schon ausgeschlossen hat. Allerdings könnte dem Konzern noch eine außerordentliche Revision zustehen, da es sich bei diesem Urteil noch um eine Entscheidung handelt, die nach alten Regelungen zu beurteilen war. Denn früher war eine anonyme Spielteilnahme noch möglich.

Der Klägeranwalt Olzberger hält diese Entscheidung von Nopvomatic aber nicht für klug, da er sowieso davon ausgeht, dass der Oberste Gerichtshof (OGH) das OLG-Urteil nicht kippen wird. Und falls doch, dann müsste sein Kläger dem Konzern das Geld eben wieder zurückzahlen. Aber jetzt muss Novomatic erst einmal die Rechnung begleichen, damit es nicht zu einer Zwangsvollstreckung kommt.

In ähnlichen Verfahren geht auch um Rückzahlungen

Der Klägeranwalt Olzberger hat gegen Novomatic auch noch ähnliche Verfahren angestrengt, bei denen es in vier Fällen schon zu Siegen in erster Instanz kam und nun einmal auch in zweiter Instanz. Und es geht nicht gerade um wenig Geld. Denn in allen Fällen geht es um Beträge zwischen 43.000 und 372.000 Euro. Zusammen mit dem „Automatenjäger“ Sochowsky wird Olzberger sicherlich noch mehr Kläger finden, die aufgrund ihrer Spielsucht Geld von Novomatic zurückverlangen können. Und dem Konzern wird dieser Umstand sicherlich nicht sehr gefallen.

Quelle: Kurier.at

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Novomatic verklagt: 43.000€ an Spielsüchtigen
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Von Gerda Hartig | 21. Oktober 2016 | Kategorien: Casino News, Nachrichten, Novomatic, Vermischtes | Labels: , , , |

Über den Autor: Gerda Hartig

Gerda Hartig
Nein, Frauen spielen in Online Casinos nicht nur Rubbellose oder Bingo. Und auch ansonsten bin ich alles andere als politisch korrekt. Ich sage was Sache ist in den Online Casinos, bei den Herstellern der Casinospiele und bei der Politik, welche den Spielerschutz vorschiebt, um doppelt abkassieren zu können.

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