Loteria RomanaWährend die NOVOMATIC Group in Österreich alle ihre Soldaten und Waffen zur Stärkung ihrer Interessen in bei der am Montag 5. Oktober 2015 stattfindenden außerordentlichen Hauptversammlung der Casinos Austria AG in Stellung bringt, droht weiteres Ungemach aus Rumänien.

Wie bekannt wurde steht die Loteria Romana, die rumänische Staatslotterie, ein wichtiger Partner der NOVOMATIC Group of Companies unter Korruptionsverdacht. Jetzt scheint ein Verfahren von Seiten der rumänischen Behörden eingeleitet worden zu sein.

Partner in guten wie in schlechten Zeiten

Nach einer Ausschreibung in Rumänien, bei der fünf internationale Video Lotterie Betreiber teilnahmen,  wurde die NOVOMATIC im Dezember 2013 von Loteria Romana beauftragt, im ganzen Land VLTs aufzustellen. Die Standorte sollten dabei von der Loteria Romana aufgetrieben und verwaltet werden. Der Vertrag wurde auf 15 Jahr abgeschlossen und beinhaltet 10.000 von den neuesten Novomatic Automaten sowie die dazugehörige Software, Jackpotsysteme und auch das logistische Know-How. Novomatic hatte dafür auch eine Firma vor Ort inkorporiert um die gemeinsamen Aktivitäten zu betreuen. Denn die ersten Terminals mit den erfolgreichsten NOVOMATIC-Spielen (Book of Ra, Lucky Lady's Charm oder Sizzling Hot um nur einige zu nennen, stehen schon seit dem 01. 12 2013 in Betrieb. Dabei scheint es zu Ungereimtheiten gekommen zu sein, sogar der rumänische Premierminister Victor Ponta wird von einigen Medien als im Dunstkreis befindlich genannt. Der rumänische Korruptionssumpf erreicht also jetzt und wohl auch zur denkbar ungünstigsten Zeit – die NOVOMATIC.

Showdown in Österreich?

Am 5. Oktober 2015 versammeln sich nämlich die Aktionäre der Casinos Austria AG im Studio 44, welches den Österreichischen Lotterien gehört, um die weitere Vorgangsweise im Zusammenhang mit den Kaufinteressenten zu besprchen. Hauptpunkt der Tagesordnung ist dabei die Grundsatzentscheidung, ob es zu einer österreichischen Gesamtlösung unter massiver Beteiligung der NOVOMATIC– wie es Finanzminister Schelling bevorzugt – oder doch zu einer entscheidenden tschechischen Beteiligung durch Karel Komarek (KKCG) bzw. Jiri Smejc (EMMA) kommen wird. Die Anker-Aktionäre,  zu denen die MTB-Stiftung, die Staatsholding ÖBIB, die  und die Beteiligungsgesellschaft Medial, gehört, werden sich entscheiden müssen. Alles deutet in Richtung Novomatic. Man hört, dass das österreichische Unternehmen über weitaus bessere Referenzen verfüge als die beiden Milliardäre aus Tschechien. 

Der Jolly Joker mit Schellingmütze

Aber es wäre kein interessantes Kartenspiel, wenn es dabei nicht auch einen Joker gäbe. Der Herr mit der Schellenmütze, wäre dann wohl der österreichische Finanzminister Hans Jörg Schelling. Doch dieser hält sich kaum bedeckt, sondern deklariert sich relativ eindeutig, wie letztlich auch in der österreichischen Tageszeitung "Kurier": Er wolle keine Oligarchen und präferiert eine österreichische Lösung (also österreichische Oligarchen wir Peter Graf seien ihm lieber als die Böhmen...). Weiters bezeichnete Schelling den Eigentümerwechsel bei der CAME Holding mit dem den CASAG-Einstieg von Komarek und Smejc als  "unfreundlichen Akt". Wer da dem Finanzminister Ausgrenzung von Ausländern unterstellt (ist das überhaupt EU konform?) der sollte sich bitte mal den tschechischen Premierminister anhören. Aber man müsste den Tschechen auch nicht alles nachmachen....

Jedenfalls.....Der Kampf der Milliardäre erreicht somit im österreichischen Glücksspiel-Geplänkel einen neuen Höhepunkt: Johann Graf (Gründer und Eigentümer der NOVOMATIC Group, mit geschätzten 6,5-7 Mrd. Euro) versus Komarek (1,5 Mrd. Euro) und Smejc (1,5 Mrd. Euro). Der Kampf der europäischen Zockertitanen!