Novomatic-Deal in Großbritannien wird überprüft

Novomatic-DealÜber die letzten Jahrzehnte wuchs der ehemals kleine Hersteller von Spielautomaten Novomatic zu einem immer größer werdenden Glücksspielkonzern heran, der nicht mehr nur in Spielotheken, sondern auch zunehmend in den Online Casinos und sogar im Bereich der Sportwetten sein Unwesen treibt. Mit einem Konzernumsatz von mehreren Milliarden Euro im Jahr gehört der Besitzer der Marke Novoline, die mit ihrem Evergreen BOOK OF RA den bekanntesten Slot Automaten der Welt im eigenen Portfolio hat, zu den größten Unternehmen seiner Branche in der ganzen Welt. Schon längst hat Novomatic seine Hände in andere Märkte fernab der eigenen Landesgrenzen ausgestreckt und liefert sich ein verschiedenen Staaten mit dem deutschen Glücksspielkonzern Gauselmann und anderen Konkurrenten ein Kopf an Kopf Rennen um den begehrten Platz an der Sonne. Vor einigen Wochen erst verkündete der österreichische Konzern die Übernahme des britischen Talarius Konzerns und seiner Spielstätten im vereinigten Königreich, doch nun schaltet sich hier die britische Glücksspielbehörde CMA ein und unterzieht dem Deal und seinen Auswirkungen auf dem heimischen Markt einer genauen Untersuchung.

Seit der Liberalisierung und Regulierung des britischen Glücksspielmarktes wacht die Competition and Markets Authority über alle Belange, ob es nun Online Casinos oder terrestrische Spielstätten sind,  im Vereinigten Königreich, die in irgendeiner Art mit Glücksspielen zu tun haben. Sie erstellt Regularien, Überwacht die Einhaltung dieser, vergibt entsprechende Lizenzen und stellt zu dem auch den Spielerschutz sicher.

Immer wieder stehen Gericht und Behörden der Monopolstellung von Novomatic im weg

Manche Unternehmen haben mit der Konkurrenz zu kämpfen, die immer wieder die eigenen Entwicklung des Konzerns ausbremsen, doch bei Novomatic scheinen dies eher Gerichte und Behörden zu sein. In diesem Jahr machten die Justizbehörden zuerst die Planung erster eigener Casinos in Österreich zunichte und entzogen die zuvor erteilten Lizenzen, dann ließen sie Novomatic nicht die Casinos Austria AG übernehmen und nun kündigte auch noch die britische CMA, die den Glücksspielmarkt in Großbritannien reguliert und überwacht, Untersuchungen zum abgeschlossenen Talarius-Deal an. Im August erst verkündete Novomatic voller Stolz die Einverleibung von Talarius, dem britischen Betreiber von 169 Spielstätten mit insgesamt 7.500 Spielautomaten unter der Marke Quicksilver. Diese Übernahme katapultierte den österreichischen Riesen im Glücksspielgeschäft über Nacht auf den ersten Platz der Spielstätten Betreiber auf der Insel, denn zu den erworbenen 169 Etablissements kommen auch noch die vorher schon unter den Marken Admiral und Nobel firmierenden 95 eigenen Spielotheken hinzu. Bis jetzt schien der Deal ohne großes Federlesen unter Dach und Fach gebracht worden zu sein, doch nun gab die CMA bekannt hier noch einmal ganz genau hinschauen zu wollen.

Für den enorm angewachsenen Novomatic-Konzern wird es durch seine schiere Größe und Einfluss auf sämtliche Märkte in der Welt zunehmend schwieriger durch Übernahmen weiter zu wachsen. In Amerika und Asien besteht sicherlich noch viel Luft nach oben, doch in Europa machen die Gericht und Wettbewerbsbehörden den Österreichern zunehmend das Leben schwer.

Möglicherweise könnte ein marktbeherrschende Stellung entstehen

Wie wichtig eine gut funktionierende Regulierungsbehörde für den Glücksspielsektor ist, leider beginnt in Deutschland die Politik erst jetzt damit, überhaupt über die Schaffung einer solchen Behörde an nachzudenken, zeigt sich schon vor einigen Wochen, als es um die Fusion zwischen Ladbrokes und Gala Coral ging. Hier verlangte die Wettbewerbsaufsicht CMA den Verkauf von fast 400 Wettshops beider Unternehmen, um einen vernünftigen Wettbewerb auf der Insel sicherzustellen. Mittlerweile verkauften sowohl Ladbrokes, als auch Gala Coral ihre Geschäfte und können sich nun guten Gewissens zusammenschließen. Bei der nun erfolgten Ankündigung einer Untersuchung zum Aufkauf von Talarius durch Novomatic sind die Gründe ganz ähnlich gelagert, denn auch hier befürchtet die CMA, durch die dann geballte Marktmacht von 264 Spielstätten, in 5 Regionen eine Schwächung des Wettbewerbs. Bis zum 4. November hat Novomatic noch Zeit die Bedenken der Wettbewerbsbehörde auszuräumen, andernfalls wird es zu einer sogenannten Phase-Zwei-Überprüfung kommen, bei der innerhalb von 6 bis 8 Monaten alles auf den Kopf gestellt und genaustens analysiert wird.

Sollte es Novomatic am Ende nicht gelingen, die Behörde von sich zu überzeugen, könnte die CMA nach der Überprüfung möglicherweise verlangen, das einiger der 264 Spielstätten veräußert werden müssen und somit wäre der Traum von dem Platz an der Sonne in Großbritannien vorerst geplatzt.

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Von Engelbert Breitner | 2. November 2016 | Kategorien: Casino News, Nachrichten, Novomatic, Wirtschaft | Labels: , , , |

Über den Autor: Engelbert Breitner

Engelbert Breitner
Das Online Glücksspiel ist für mich die beste Erfindung seit Pac Man. So bin ich froh darüber, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. Meine bevorzugten Casinospiele sind Roulette, Black Jack und natürlich Spielautomaten. Meine Casino Erfahrungen möchte ich hier mit vielen gleichgesinnten Usern teilen.

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