Niederösterreichische Konzern Novomatic muss (wieder) zahlen

Niederösterreichische Konzern NovomaticLangsam wird es für Novomatic zu einer richtigen Plage. Denn das österreichische Unternehmen hat wieder einen Prozess gegen einen Spielsüchtigen verloren und muss diesem nun 120.000 Euro zurückzahlen. Für die Spielsüchtigen in Österreich ist das sicherlich eine weitere gute Nachricht, um verspieltes Geld wieder einzuholen. Für Novomatic und die Glücksspielbranche in Österreich ist das allerdings schon ziemlich katastrophal. Denn, dass Spielsucht quasi noch belohnt wird und der Anreiz so eigentlich fehlt, sich helfen zu lassen, ist schon schade. Zumal die Gutachter diesen Klägern nur beim Spielen die Geschäftsfähigkeit nicht zurechnen.

Urteil in zweiter Instanz

Der niederösterreichische Konzern Novomatic ist in zweiter Instanz vor dem Oberlandesgericht (OLG) Wien gegen einen Spielsüchtigen gescheitert. Der Kläger konnte sich vor dem OLG Wien durchsetzen. Novomatic muss dem 50-Jährigen nun 120.000 Euro zurückzahlen und ist damit eigentlich noch glimpflich davongekommen. Denn eingeklagt hatte der spielsüchtige Mann sogar 210.000 Euro. Dieser Summe gab das OLG Wien jedoch nicht statt.

Noch ist das Urteil jedoch nicht rechtskräftig. Denn Novomatic kann noch Rechtsmittel einsetzen. Dies wird der Konzern nun auch durch seine  Juristen prüfen lassen, wie Novomatic nach dem Urteil ausrichten ließ. An der Zahlungsverpflichtung würde das jedoch nichts ändern. Denn das Urteil richtete sich nach der Geschäftsfähigkeit des Klägers, die nun verneint wurde.

Schon in der Jugend hat der Kläger gespielt

Für den Kläger ist das Spielen keine neue Sache. Denn wie der Mann gegenüber dem Sachverständigen berichtete, habe er schon als Jugendlicher am einarmigen Banditen im Wirtshaus gespielt. Damals allerdings nur mit geringen Schilling-Beträgen. So richtig kam der Stein seiner Spielsucht erst ins Rollen, als er zu Weihnachten 2012 von seinen Eltern einen Gutschein mit Abendessen und drei Spieljetons für die Casinos Austria bekam. Da er zu diesem Zeitpunkt aufgrund einer Trennung eine schwere Zeit durchgemacht habe, wirkten das Spielen und das Gewinnen in entspannter Atmosphäre richtig gut auf ihn. Daraus ergab es sich bei ihm dann, dass er auch mal das Automatencasino am Wiener Prater aufsuchte, wo sich dann langsam eine Spielsucht entwickelt habe. Laut eigenen Angaben habe er 2013 dort innerhalb von einem Jahr rund 60.000 Euro verspielt, da er jedes Wochenende in dem Automatencasino spielte.

Zusammen mit Thomas Sochowsky gegen Novomatic

Zwei Jahre später suchte der Kläger Thomas Sochowsky auf, der zusammen mit einem Anwalt Spielerklagen ins Rollen bringt, natürlich gegen Novomatic. Im März 2015 konnte der Kläger so in erster Instanz 210.000 Euro erstreiten, wogegen Novomatic natürlich in Berufung ging. Da er aber nur 120.000 schriftlich belegen konnte, hat der Kläger nun in zweiter Instanz „nur“ 120.000 Euro zuzüglich Zinsen vom OLG Wien zugesprochen bekommen. Für Novomatic hat sich die Berufung also insofern schon einmal etwas gelohnt, als dass der Konzern nun weniger bezahlen muss.

Spielerklagen haben es in sich

Spielerklagen gibt es in letzter Zeit sehr viele in Österreich. Kern ist dabei immer, ob der Kläger derart spielsüchtig ist oder war, dass er keinerlei Geschäftsfähigkeit mehr beim Spielen besaß. Gutachter müssen dies bewerten, wobei diese Gutachten oftmals für den Kläger ausfallen, was sehr umstritten ist. Denn ob im Endeffekt wirklich eine Geschäftsunfähigkeit vorlag, kann nun einmal nicht konkret festgestellt werden.

Nach der neuen Rechtslage gab es übrigens noch keine Klagen gegen Novomatic. Daher wird es sicherlich auch künftig nur Spielerklagen geben, die sich nach der alten Rechtsordnung für das Glücksspiel richteten. Und diese Fälle dürften ja irgendwann auch ein Ende finden.

Quelle: http://www.nachrichten.at/nachrichten/chronik/Novomatic-muss-Spielsuechtigem-120-000-Euro-zahlen;art58,2432171

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Über den Autor: Gerda Hartig

Gerda Hartig
Nein, Frauen spielen in Online Casinos nicht nur Rubbellose oder Bingo. Und auch ansonsten bin ich alles andere als politisch korrekt. Ich sage was Sache ist in den Online Casinos, bei den Herstellern der Casinospiele und bei der Politik, welche den Spielerschutz vorschiebt, um doppelt abkassieren zu können.

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