Bei der aktuell diskutierten zentralen Plattform für den Selbstausschluss vom Glücksspiel in Zypern geht es nicht nur um die Online-Anbieter. Auch die landbasierten Anbieter sollen in Zypern den freiwilligen Selbstausschluss nicht nur respektieren, sondern auch ganz praktisch umsetzen. Grundsätzlich würde das auf allen Ebenen dazu führen, dass eine Kontrolle der Personalien stattfinden muss. Aktuell müssen die landbasierten Anbieter in Zypern nur sicherstellen, dass die Kunden das nötige Mindestalter haben. In den meisten Fällen reicht dafür eine Gesichtskontrolle, aber gegebenenfalls müssen sich die Kunden bei einem Buchmacher mit einem Personalausweis identifizieren.

Selbstausschluss für Online-Anbieter und landbasierte Anbieter

Casino ZypernWenn eine Selbstausschluss-Plattform umgesetzt werden sollte, müsste deutlich mehr Aufwand betrieben werden. Dann müsste jeder Kunde seinen Personalausweis vorzeigen und der jeweilige Mitarbeiter müsste dann eine Möglichkeit haben, schnell und unkompliziert zu prüfen, ob der Kunde auf der Selbstausschluss-Liste steht oder nicht. Nur wenn ein derartiges Verfahren umgesetzt wird, hat eine zentrale Selbstausschluss-Plattform überhaupt einen Sinn. Ein wichtiges Thema bei den aktuellen Beratungen ist deswegen auch der Aufwand, den die Anbieter betreiben müssten, wenn es zu einem freiwilligen Selbstausschluss auf zentraler Ebene kommen würde. Allerdings sollte ist letztlich doch relativ leicht sein, die Kontrollen durchzuführen. Die Buchmacher könnten zum Beispiel auch Kundenkarten einführen, sodass jede Kontrolle nur ein einziges Mal stattfinden muss und nicht bei jedem Besuch.

In Zypern gibt es Casinos in unterschiedlichen Varianten und viele landbasierte Buchmacher. Auch diverse Online Casinos und Online-Buchmacher sind verfügbar. Bei den Online-Anbietern sollte es sehr leicht sein, den Selbstausschluss durchzusetzen. Letztlich müssen die Online-Anbieter nichts anderes machen als auch die landbasierten Anbieter, nur dass weniger Aufwand nötig ist. In Online Casinos gibt es zum Beispiel automatisch so etwas wie eine Kundenkarte, da jeder Kunde ein Konto anlegen muss. Wenn dann einmal die Verifizierung der Kundendaten stattgefunden hat, ist sofort klar, ob ein Eintrag auf der zentralen Plattform für Selbstausschlüsse vorhanden ist. Allerdings müsste auch sichergestellt werden, dass Kunden, die sich nach der Registrierung der Verifizierung der Kundendaten auf die Selbstausschluss-Liste setzen lassen, sofort ausgesperrt werden. Doch auch das ließe sich wahrscheinlich mit relativ wenig Aufwand automatisieren. Immerhin geht es nur darum, die ohnehin schon erfassten Kundendaten regelmäßig zu überprüfen und mit der Selbstausschluss-Plattform abzugleichen. Aber an solchen Gedankenspielen wird deutlich, dass eine Selbstausschluss-Liste kein Selbstläufer ist. Zudem ist die Cyprus National Betting Authority, die ständig ist für die gesamte Regulierung des Spiels in Zypern, gut beraten, mit den Anbietern in Dialog zu ermitteln, wie eine Selbstausschluss-Plattform technisch am besten umgesetzt werden könnte, um den Kostenaufwand möglichst niedrig zu halten.

Nicht nur Zyprioten würden von Selbstausschluss-Liste profitieren

Grundsätzlich könnten sich alle Glücksspiel-Fans auf der Selbstausschluss-Liste in Zypern registrieren lassen. Das ist ein sehr wichtiges Detail, denn Zypern ist ein beliebtes Urlaubsland. Wenn ein deutscher Glücksspiel-Fan, der sich in Deutschland auf alle Sperrlisten hat setzen lassen, in Zypern vermeiden möchte, dass ein Problem entsteht, wäre eine zentrale Sperrliste eine großartige Sache. Zudem gibt es aber auch viele Online Casinos und Online-Buchmacher mit Zypern-Lizenz, die auch in Deutschland Kunden werben. Das ist möglich, weil Zypern Mitglied der EU ist und deswegen ist die Zypern-Lizenz genauso wie die Malta-Lizenz eine EU-Lizenz. Angesichts der vielen verschiedenen Anbieter, die ein kleines Land wie Zypern hat, wird deutlich, dass nur eine zentrale Sperrliste überhaupt eine Lösung bringen kann. Auch in Zypern bieten viele Anbieter ihren Kunden jetzt schon die Möglichkeit, sich komplett sperren zu lassen. Aber das hilft alles nichts, wenn ein paar Straßen weiter schon das nächste Casino oder der nächste Wettanbieter erwartet. Zudem hilft alles nichts, wenn es nur ein paar Klicks entfernt ein Online Casino gibt. Grundsätzlich sind wahrscheinlich auch die meisten Anbieter dafür, eine Selbstausschluss-Plattform zentral anzulegen. Aus anderen Ländern ist bekannt, dass derartige Sperrregister eine sehr günstige Wirkung in Bezug auf den Spielerschutz haben. Langfristig ist es für alle Anbieter gut, wenn Problemspieler gar nicht erst Zugriff auf die Angebote haben, auch wenn sich das vielleicht noch nicht bis zu jedem Casino-Betreiber und jedem Buchmacher herumgesprochen hat.

Zypern hat eine vergleichsweise strenge Glücksspiel-Regulierung. In Zypern werden ausschließlich Anbieter toleriert, die eine Lizenz der Cyprus National Betting Authority haben. In der Praxis führt dies dazu, dass zahlreiche Anbieter über Internetsperren davon abgehalten werden, in Zypern Kunden zu werben. Schon bevor es diese Regelung gab, hatten allerdings viele Online Casinos und Online-Buchmacher Zypern nicht auf der Liste der zulässigen Wohnsitz-Länder. Eine Weile lang sah so aus, als ob Zypern zu einem großen Konkurrenten für Malta werden könnte. Aber letztlich ist das Online-Glücksspiel nur zu kleinen Teilen nach Zypern ausgewandert. Ein Vorteil für die Unternehmen in Zypern sind die niedrigen Steuern. Allerdings hat Malta noch ein paar Steuermodelle, die sogar noch günstiger sind, sodass es für maltesische Glücksspielanbieter keinen Grund gibt, nach Zypern auszuwandern. Eine zentrale Selbstausschluss-Liste gibt es in Malta bislang nicht, aber wenn Zypern eine derartige Plattform einrichtet, könnte es durchaus sein, dass Malta diesem Beispiel irgendwann folgt. Grundsätzlich lässt sich schon seit vielen Jahren beobachten, dass es einen Trend hin zu mehr Regulierung und strengeren Regeln gibt. Es spricht einiges dafür, dass es in Zukunft in vielen europäischen Ländern Selbstausschluss-Plattformen geben wird. Für die Spieler, die tatsächlich ein Problem haben, wäre das eine feine Sache.

Europäische Selbstausschluss-Plattform für Online Casinos?

Die beste Lösung für Casino-Spieler, die ein Problem haben, wäre eine europäische Selbstausschluss-Plattform. Wenn alle Anbieter von Online Casinos in Europa eine gemeinsame Selbstausschluss-Plattform hätten, auf der sich zumindest alle Menschen mit Wohnsitz in Europa eintragen könnten, wäre das eine große Sache. Allerdings fehlt es bislang an den internationalen Initiativen zu diesem Thema. Die Europäische Union wäre grundsätzlich hervorragend geeignet, um eine Selbstausschluss-Plattform für den gesamten Kontinent umzusetzen. Doch wahrscheinlich ist es auch aus rechtlichen Gründen schwierig, diesen Schritt zu gehen, da viele Länder eine nationale Regulierung des Glücksspiels bevorzugen. Auch in Deutschland gibt es keine Selbstausschluss-Plattform und auch keine Initiative, eine Selbstausschluss-Plattform auf nationaler Ebene schnell umzusetzen. Dabei wäre genau das ein gutes Mittel, um den Spielerschutz in Online Casinos zu verbessern.

Eine nationale Regulierung mit einer Selbstausschluss-Plattform, die alle Anbieter mit nationaler Lizenz beachten müssten, wäre eine gute Sache. Noch besser wäre es aber, wenn es überhaupt nicht möglich wäre, neue Online Casinos zu finden, die nicht von der Selbstausschluss-Plattform berücksichtigt werden. Bei nationalen Lizenzen ist das aber zwangsläufig gar nicht umsetzbar. In vielen anderen Bereichen ist die Erkenntnis längst gereift, dass nationale Lösungen bestimmte Probleme nur teilweise lösen können. Beim Glücksspiel hat sich diese Erkenntnis nicht durchgesetzt. Interessanterweise gibt es eher einen Trend zu Renationalisierung beim Online-Glücksspiel. In den letzten Jahren haben diverse Länder nationale Regulierungen geschaffen, anstatt eine europäische Regulierung für Online-Glücksspiel anzustreben. Es gibt keine realistische Hoffnung, dass sich in der EU beim Online-Glücksspiel diesbezüglich in nahe Zukunft etwas ändern wird. Deswegen ist es eine gute Sache, dass einige Länder zumindest nationale Selbstausschluss-Plattformen planen oder bereits umgesetzt haben. Wir sind gespannt, ob Zypern das nächste Land wird, in dem sich Casino-Spieler freiwillig von allen nationalen Angeboten ausschließen können. Besonders lobenswert ist, dass Zypern nicht nur die Online-Anbieter, sondern auch die landbasierten Anbieter berücksichtigen will. Vielleicht wäre Deutschland gut beraten, das Thema Selbstausschluss-Plattform bei der künftigen nationalen Regulierung noch einmal genau unter die Lupe zu nehmen. Aktuell sind keine Pläne bekannt, eine zentrale Selbstausschluss-Plattform in Deutschland umzusetzen. Viele Glücksspiel-Experten halten das für ein großes Versäumnis.