Der Wrestling-Boom ist ungebrochen - egal ob live oder sogar als Online Casino Game. Und jetzt jagt eine Meldung nach anderen durch die Medien: Die Bretter, die die Welt bedeuten, haben ihn zurück. Also, die Bretter, die für alle Wrestling-Fans die Welt bedeuten. Da gibt es ja auch noch andere. Aber dies ist so etwas wie eine Sensation. Montel Vontavious Porter, alias MVP, hat einen langfristigen Vertrag bei der WWE (World Wrestling Entertainment Inc.) unterschrieben, wie er seinen Fans auf seinem Instagram Account mitteilte. „Tonight, I'm drinking "the good stuff". Yamazaki 18 from @suntorywhisky is the spirit of choice. I have come to terms with @wwe on a multi year deal. MVP is in #thehurtbusiness for the foreseeable future! Kampai!“ (Heute Abend trinke ich "den guten Stoff". Yamazaki 18 von @suntorywhisky ist der Geist meiner Wahl. Ich habe mich mit @wwe über einen mehrjährigen Vertrag arrangiert. MVP ist auf absehbare Zeit im #thehurtbusiness! Kampai! “) Der 46-Jährige legt damit eines der erstaunlichsten Comebacks der an Comebacks nicht gerade armen Wrestling-Welt hin. Na dann Prost, und herzlichen Glückwunsch möchte man da sagen

MVP: Von unten nach oben

MVP WrestlingMVP brachte in seiner Karriere als Wrestler beachtliche Leistungen im Ring und stieg zu einem der populärsten und erfolgreichsten Akteure dieses Sports auf. Und ja, Wrestling ist durchaus als Sport zu verstehen, wenn es auch Geister geben mag, die es mehr als Show betrachten. Aber diese Diskussion soll an anderer Stelle geführt werden. Um nur einige seiner Erfolge zu nennen, seien diese hier vermerkt:  WWE United States Championship (2×), WWE Tag Team Championship (1× mit Matt Hardy), IWGP Intercontinental Championship (1×), APW Universal Heavyweight Championship (1×), BLW World Heavyweight Championship (1×), CCW Heavyweight Championship (1×), Ironman Heavymetalweight Championship (1×) und IWR Heavyweight Championship (1×). Viele andere säumten darüber hinaus seine Karriere.Dabei war sein Start ins Leben alles andere als auf Rosen gebettet. Ausgerechnet als Sohn eines Polizisten ist der 1973 in Miami geboren und wurde in seiner Jugend Teil einer Straßengang, der er sich nach eigenen Angaben im Alter von zwölf Jahren angeschlossen hatte. Ein gefundenes Fressen für jeden Psychologen. Seine „Karriere“ in diesem Teil seines Lebens verlief eher typisch: gewalttätige Raubüberfälle, Autodiebstahl, Drogen-Deals etc. Dafür saß er sechseinhalb Monate im Jugendgefängnis. Dies schien aber noch nicht zur Läuterung gereicht zu haben. Mit 16 Jahren wurde er zu 18,5 Jahren Gefängnis verurteilt. Als Teil einer Gang hatte er ein Casino auf einem Kreuzfahrtschiff überfallen und erbeutete unter Zuhilfenahme einer abgesägten Schrotflinte, mit seinen Kumpanen zusammen 100.000,- Dollar. Nach einem Jahr im Knast legte er ein Geständnis ab. Er wurde verurteilt wegen des Überfalls und einer damit verbundenen bewaffneten Entführung in zehn Fällen. Aber in diesem Fall kann man mal von einer erfolgreichen Resozialisierung sprechen. „Ich habe dort eine Bildung bekommen, wie man sie in Harvard nicht erhält", blickt er auf die Zeit zurück: „Ich habe viele soziale Aspekte des Lebens gelernt - vor allem, wie ich meine Wut unter Kontrolle halte."

Der Beginn einer wunderbaren Karriere

Im Gefängnis wurde auch der Grundstein seiner Karriere als Wrestler gelegt. Ein Aufseher, der nebenberuflich auch Wrestler war, brachte ihn zu diesem Sport, und verschaffte ihm nach seiner Entlassung erste Kontakte. Der inzwischen zum Islam konvertierte Montel Vontavious Porter nahm den Namen Hassan Hamin Assad an – wobei wie er einmal in einem Interview betonte, dass nicht er sich den Namen gab, sondern sein Vater in einer islamischen Phase. Aber dies scheint nun auch vorbei zu sein. Auf alle Fälle verdiente er sich erste Sporen in einer Independent Liga in Florida und machte sich dort als Anthony Banks einen Namen. 2005 unterschrieb er bei der WWE, und er konnte damit seine diversen Nebenjobs als Türsteher und Rausschmeißer in Stripclubs an den Nagel hängen.

In der neuen Liga etabliert er sich als Charakter, ein vom Bling-Bling-Leben besessener Ego-Shooter - Leitspruch: "half man, half amazing". Groß raus kam er 2006 mit einer Fehde, in der er und Mr. Kennedy das aufstrebende Duo Undertaker und Kane bekämpfte. Auch sein erster Titel, United States Championship, fiel in diese Zeit, den er sich von Chris Benoit holte, bevor dieser den schockierenden Mord an seiner Frau und seinem Kind begann und anschließend Selbstmord verübte.

Einen großen Teil seiner Beliebtheit beim Publikum hatte er seinem Talent zur Unterhaltung zu verdanken, weniger seiner sportlichen Talente. Unvergessen bleibt ein Auftritt der Boxlegende Evander Holyfield bei einem seiner Kämpfe. Aber es ging bergab, zudem kamen auch noch gesundheitliche Probleme dazu, nachdem 2007 ein angeborener Herzfehler entdeckt worden war. MVP leidet unter dem seltenen Wolff-Parkinson-White-Syndrom, das sein Herz schneller als üblich schlagen lässt. In den darauffolgenden Jahren tingelte er zumeist durch kleinere Ligen und gab auch ein Gastspiel in Japan. Zudem entdeckte er sein Talent als Hip-Hopper und veröffentlichte mehrere Songs.

Er dachte eigentlich schon an seinen Rücktritt vom aktiven Geschäft als er in diesem Jahr eine Einladung als Überraschungsgast zum Royal Rumble erhalten hatte und dort als Promoter tätig sein sollte. Aber er glänzte so sehr bei seinem Auftritt, nicht zuletzt durch sein Redetalent, dass er wieder einen festen Vertrag bei der WWE erhielt. Diese befindet sich zurzeit in einem Quotentief und ist um jede Bereicherung dankbar. Und nun steht er also wieder auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Ready to Rumble!