William Hill hat ausführlich erklärt, wie der Verkauf an Caesars Entertainment ablaufen soll. Wenn sich die Aktionäre für den Verkauf entscheiden, ist ein komplexer Plan notwendig, um bis zum zweiten Halbjahr 2021 die gesamte Transaktion abzuwickeln. William Hill ist nicht einfach ein Online Casino und ein Online-Buchmacher. Der britische Glücksspielkonzern ist sehr breit aufgestellt.

Verkauf von William Hill wird Herkulesaufgabe

Am 17. November entscheiden die Aktionäre von William Hill, ob der Verkauf an Caesars Entertainment stattfinden wird. Alles andere als ein positiver Entscheid wäre eine riesige Überraschung. Doch was passiert, wenn die Aktionäre dem Verkauf zustimmen? Schreibt Caesars Entertainment dann einfach einen Scheck und William Hill übergibt den Schlüssel? Ganz so einfach funktioniert die Sache nicht, denn William Hill ist ein komplexer Glücksspielkonzern, der offline und online aus vielen Unternehmen und Marken besteht. Zudem ist William Hill in vielen verschiedenen Jurisdiktionen aktiv. Die Übernahme des gesamten Geschäftes wird deswegen einige Monate in Anspruch nehmen. Immerhin handelt es sich um einen Deal im Wert von 3,7 Milliarden Dollar. Deswegen ist es vielleicht gar nicht so überraschend, dass es eine Weile dauern wird, bis die Transaktion komplett abgewickelt ist. Aber was ist eigentlich so kompliziert daran, einen Glücksspielanbieter wie William Hill zu verkaufen? Um das zu verstehen, genügt es schon, einen Blick auf die Konzernstruktur und die vielen verschiedenen Bestandteile von William Hill zu schauen. Dann wird sehr schnell klar, dass eine einfache Abwicklung in der Praxis nicht möglich ist. Bei William Hill und Caesars Entertainment arbeiten die Spezialisten schon seit Wochen daran, einen vernünftigen Plan für die Übergabe des gesamten Geschäfts zu entwickeln.

Wenn William Hill verkauft wird, müssen sämtliche Markenrechte übertragen werden. Das klingt banal, aber jedes Markenrecht ist mit einer Eintragung verbunden. Die meisten Marken hat William Hill in der Europäischen Union. Aber das Markenrecht dürfte auch in den USA eine Rolle spielen, denn William Hill hat selbstverständlich auch auf dem US-Markt alle notwendigen Marken geschützt. Das ist nur ein kleines Beispiel, an dem deutlich wird, wie aufwendig ein Verkauf eines großen Konzerns ist. Darüber hinaus müssen selbstverständlich an allen Standorten Übernahmen stattfinden, bei denen detailliert geklärt wird, was überhaupt übernommen wird. Darüber hinaus müssen zahlreiche Gespräche mit Mitarbeitern geführt werden. Vor allem die Gespräche mit führenden Mitarbeitern werden dabei im Vordergrund stehen, denn der Wert eines Unternehmens hängt immer auch davon ab, wie gut die Menschen sind, die im Unternehmen beschäftigt sind. Caesars Entertainment möchte den europäischen Teil von William Hill bald wieder verkaufen. Aber das wird nur funktionieren, wenn das Geschäft bis zum Verkauf weiter gut läuft. Damit das gelingt, müssen möglichst viele Mitarbeiter aus dem aktuellen Bestand davon überzeugt werden, auch weiterhin für William Hill zu arbeiten. Nur dann wird es gelingen, die Qualität auf einem hohen Niveau zu halten.

Besonders viel Aufwand im Offline-Geschäft bei Übernahme

Da William Hill sehr viele Wettbüros betreibt, unter anderem in Großbritannien und den USA, ist ein hoher personeller Aufwand nötig, um die Abwicklung des gesamten Geschäfts voranzutreiben. Besonders komplex dürfte die Aufgabe in den nächsten Wochen und Monaten sein. Solange die Gesundheitskrise das Reisen schwierig macht, wird die Übernahme eine mehr als anspruchsvolle Aufgabe. Es ist jeder Hinsicht realistisch, den gesamten Übernahmeprozess bis spät in das Jahr 2021 zu planen. Es wird aller Voraussicht nach etwa ein Jahr dauern, bis die Übernahme vollständig stattgefunden hat. Für die Aktionäre ist die Sache hingegen sehr einfach. Wenn die Zustimmung erfolgt ist und das zuständige britische Gericht keine Einwände hat, kann der Verkauf sehr schnell abgewickelt werden. Beim formellen Verkauf geht es nur darum, Aktien für einen bestimmten Wert zu kaufen. Das ist eine Sache, die in Sekunden erledigt werden kann. Aber völlig anders ist die Situation im praktischen Geschäft. Allerdings ist Caesars Entertainment ein großer Konzern, der in der Vergangenheit schon einige größere Übernahmen bewältigt hat, sodass genügend Erfahrung vorhanden ist, um alle anstehenden Arbeiten schnell und effizient durchführen zu können.

Während die Übernahme komplett abgewickelt wird, werden William Hill und Caesars Entertainment im Höchsttempo daran arbeiten, den US-Markt auszubauen. Das eigentliche Ziel der gesamten Übernahme von William Hill ist es, Caesars Entertainment zu einem der großen Sportwettenanbieter in den USA zu machen. William Hill hat wichtige Vorarbeiten geleistet und bringt viel Know-how mit. Deswegen wird Caesars Entertainment in den nächsten Monaten sehr viel Geld investieren, um in den Bundesstaaten, die bereits Sportwetten und Online-Sportwetten zulassen, möglichst schnell hohe Marktanteile zu erobern. Auch wenn der Aufwand für die Übernahme gigantisch ist, könnte sich das gesamte Geschäft sehr schnell rechnen. Der amerikanische Glücksspielmarkt inklusive Sportwetten wird aller Voraussicht nach mindestens so groß werden wie der europäische Markt.

Hier mehr über den Ablauf des Verkaufs von William Hill an Caesars Entertainment lesen (auf Englisch).