Wer bekommt den Rest von William Hill? Nachdem sich Caesars Entertainment das US-Geschäft von William Hill gesichert hat, sucht der Glücksspielkonzern nun einen Käufer für das restliche Portfolio. Vieles spricht dafür, dass Private-Equity-Firmen ein Wettbieten veranstalten werden. Für Nostalgiker ist die aktuelle Situation vielleicht nicht besonders schön, aber so funktioniert der Markt.

William Hill wird aufgeteilt nach Verkauf

William HillSchon vor dem Verkauf von William Hill an Caesars Entertainment war klar, dass der amerikanische Glücksspielkonzern nicht gewillt ist, das gesamte Geschäft des europäischen Glücksspielanbieters langfristig zu übernehmen. Vielmehr ging es von Anfang an nur darum, das US-Geschäft in das eigene Portfolio zu integrieren. Das klare Ziel: Caesars Entertainment will das Sportwetten-Geschäft in den USA mit Hilfe von William Hill US auf Top-Niveau bringen. Der Sportwetten-Markt in den USA wird in den nächsten Jahren in einem rasanten Tempo wachsen. Deswegen ist es wichtig, jetzt die nötigen Weichenstellungen zu machen, um mit dem nötigen Know-how schnell und unkompliziert expandieren zu können. Allerdings gibt es noch ein kleines Problem, das Caesars Entertainment lösen muss: William Hill besteht nicht nur aus dem US-Geschäft. Der britische Glücksspielanbieter ist in vielen europäischen Ländern und auch in einigen Ländern außerhalb Europas aktiv. An diesem Geschäft hat Caesars Entertainment aber kein Interesse. Dafür gibt es mehrere Gründe. Vermutlich geht es aber vor allem darum, dass sich Caesars Entertainment in naher Zukunft ausschließlich auf den US-Markt konzentrieren möchte. Der US-Markt wird rasant wachsen und Caesars Entertainment könnte erheblich profitieren. Dahingegen ist vor allem der europäische Markt im Sportwetten-Bereich bereits auf einem hohen Niveau angekommen, sodass spektakulären Wachstumsraten sehr unwahrscheinlich sind.

Wer bekommt den Rest von William Hill? Im Moment gibt es zwei Unternehmen, die Interesse bekundet haben: Apax Partners und CVC Capital Partners. Apax Partners ist bislang im Glücksspielgeschäft noch nicht mit großen Investitionen aufgefallen. CVC Capital Partners ist hingegen ein bekannter Name, denn das Unternehmen war einst der Besitzer von Sky Betting & Gaming. Grundsätzlich ist es für Caesars Entertainment gut, dass mindestens zwei Unternehmen daran interessiert sind, den Rest von William Hill zu übernehmen. Angeblich bereiten beide Private-Equity-Firmen bereits konkrete Angebote vor, die bei etwa 1,5 Milliarden Pfund liegen werden. Es gibt allerdings noch ein drittes Unternehmen, das eventuell noch einsteigen könnte in den Bieterkampf: Apollo Global hatte kurzfristig bereits Interesse geäußert, William Hill komplett zu übernehmen. Deswegen liegt es nahe zu vermuten, dass das Unternehmen nun auch Interesse daran haben könnte, den Rest von William Hill zu kaufen. Außenseiterchancen haben europäische Buchmacher wie 888 und Betfred. Es ist aber derzeit fraglich, ob diese beiden Unternehmen, die sich selbst ins Gespräch gebracht haben in den letzten Wochen, tatsächlich die nötigen finanziellen Ressourcen zur Verfügung haben, um William Hill zu kaufen. Inhaltlich wäre der Verkauf an einen Glücksspielanbieter vielleicht die beste Lösung, denn das europäische Sportwetten- und Glücksspielgeschäft ist anspruchsvoll. Ohne das nötige Know-how dürfte es schwierig sein, William Hill langfristig erfolgreich zu halten.

Lohnt sich Kauf von William Hill für Private-Equity-Firmen?

Ob sich der Kauf von William Hill für Caesars Entertainment langfristig lohnt, wird vor allem davon abhängig sein, wie gut das Sportwetten-Geschäft am Ende funktionieren wird. Die Chancen stehen gut, dass William Hill eine gute Investition in die Zukunft war. Ein Schnäppchen war der britische Glücksspielanbieter mit 2,9 Milliarden Pfund allerdings nicht. Wenn der Rest von William Hill für 1,5 Milliarden Pfund verkauft würde, würde das bedeuten, dass das US-Geschäft, das im Moment zumindest noch deutlich kleiner ist als das europäische Geschäft, einen Kaufpreis von 1,4 Milliarden Pfund gehabt hätte. In den letzten Wochen haben sich diverse Analysten kritisch zum Übernahmepreis geäußert. Nicht zuletzt wurde immer wieder angemerkt, dass es am Ende keinen anderen Käufer für William Hill gab als Caesars Entertainment. Aber Caesars Entertainment wollte William Hill unbedingt haben und war deswegen dazu bereit, einen sehr guten Preis zu zahlen.

Die Aktionäre haben mittlerweile das Angebot von Caesars Entertainment akzeptiert, sodass der Verkauf auch praktisch umgesetzt wird. Es wird vielleicht noch einige Monate dauern, bis der Verkauf des unerwünschten Anteils von William Hill an eine Private-Equity-Firma oder einen Glücksspielanbieter verkauft wird. Vom Käufer wird abhängen, ob sich William Hill in Großbritannien und anderen europäischen Ländern neu ausrichten wird. Gerade bei Private-Equity-Firmen lässt sich das nicht immer abschätzen, da das Ziel solcher Firmen in der Regel darin besteht, angeschlagene Unternehmen aufzukaufen und dann später mit Gewinn zu verkaufen. Bei William Hill liegt vor allem in Großbritannien einiges im Argen. Aber für die Glücksspiel- und Sportwetten-Fans in Europa wäre es vielleicht schöner und angenehmer, wenn ein anderer Glücksspielanbieter William Hill in Europa übernehmen würde. In jedem Fall bleibt es spannend, denn beim traditionsreichen Glücksspielanbieter William Hill wird aufgrund der anstehenden Entscheidungen wahrscheinlich bald vieles anders sein als früher.

Hier mehr über das Interesse von Private-Equity-Firmen am Rest von William Hill lesen (auf Englisch).