Der britische Buchmacher William Hill gehört in Zukunft Caesars Entertainment. In den letzten Monaten hat es immer wieder Gerüchte gegeben, dass der amerikanische Casino-Gigant den Kooperationspartner übernehmen könnte. Doch zuletzt waren diese Gerüchte immer wieder zurückgewiesen worden. Umso spannender ist, dass nun bekannt geworden ist, dass der Vorstand von William Hill der Übernahme zugestimmt hat. Das letzte Wort haben aber die Aktionäre. William Hill ist ein renommierter britischer Buchmacher, der auch in Deutschland viele Kunden hat. Neben den Sportwetten gibt es auch ein umfangreiches Casino-Portfolio. William Hill gehört zu den europäischen Unternehmen, die schon früh den US-Markt bedient haben. Durch eine Kooperation mit Caesars Entertainment ist es im Laufe des letzten Jahres gelungen, wichtige Meilensteine zu setzen. Doch es gab immer wieder Gerüchte, dass Caesars Entertainment William Hill gerne übernehmen würde. Allerdings gingen viele Experten davon aus, dass es nur um die US-Abteilung von William Hill ginge.

William Hill wird Teil von Caesars Entertainment

Cesars EntertainmentDoch die aktuelle Übernahme betrifft das komplette Unternehmen. William Hill soll für 3,2 Millionen Euro an den amerikanischen Casino-Konzern gehen. Im Detail soll der Deal wie folgt laufen: Caesars Entertainment und William Hill haben sich auf einen Verkaufspreis von 272 Pence pro Aktie geeinigt. Ob der Deal am Ende erfolgreich abgeschlossen wird, entscheiden die Aktionäre. Der Vorstand von William Hill empfiehlt den Aktionären den Verkauf der Aktien, da der Preis fair sei. Erste Stimmen aus der Finanzwelt deuten auch darauf hin, dass der Preis dazu führen wird, dass am Ende die Übernahme gelingen wird. Aber letztlich bestimmen die Aktionäre, ob es nicht vielleicht doch noch ein Problem geben wird. Allerdings reicht ein Blick auf den Aktienkurs der letzten Monate, um zu verstehen, dass wahrscheinlich sehr viele Aktionäre von William Hill froh sein werden, ihre Aktien zu einem Preis von 272 Pence verkaufen zu können. Die Aktien beider Unternehmen sind nach der Bekanntgabe der Übernahme nach oben geschossen. Das ist ein gutes Zeichen, denn das bedeutet, dass die Aktionäre beider Parteien den Deal insgesamt positiv bewerten.

Die Verhandlungen zwischen William Hill und Caesars Entertainment sind relativ schnell abgeschlossen worden. Bei der Bestimmung des Preises haben mehrere Aspekte eine wichtige Rolle gespielt. Zum einen gibt es für William Hill ein riesiges Potenzial in den USA. Zum anderen gibt es in Europa aber auch einige Herausforderungen, die wahrscheinlich ohne größere Investitionen nicht zu meistern sind. In vielen europäischen Ländern werden im Moment die Glücksspielgesetze verändert. Jede Veränderung muss von einem seriösen Glücksspielanbieter wie Caesars Entertainment mit entsprechenden Anpassungen begleitet werden. Caesars Entertainment hat die nötigen finanziellen Ressourcen, um in der Europäischen Union und Großbritannien, den beiden wichtigsten Märkten für William Hill, die nötigen finanziellen Voraussetzungen zu schaffen für eine langfristig erfolgreiche Zukunft. Darüber hinaus hat Caesars Entertainment aber auch die Infrastruktur und das nötige Kapital, um den schnell wachsenden amerikanischen Glücksspielmarkt mit William Hill zu bedienen. Seit einigen Monaten kooperieren William Hill und Caesars Entertainment exklusiv. Schon in Kürze sollen etwa 130 Standorte von William Hill mit Sportwetten bedient werden. Auch die Online-Sportwetten soll eine große Rolle spielen auf dem künftigen Sportwetten-Markt in den USA. William Hill bringt alles mit, was ein moderner Buchmacher braucht. Auch das Geschäft mit Online Casinos ist ein wichtiger Faktor. William Hill ist mittlerweile ein Konzern, der aus mehreren Unternehmen besteht. Ein wichtiges Argument für die komplette Übernahme des Konzerns ist die umfassende Expertise, die bei William Hill vorhanden ist. In der Finanzbranche wird an dieser Stelle gerne von Humankapital gesprochen. Fakt ist: William Hill ist eine absolute Top-Marke, wenn es um Sportwetten, Online-Sportwetten und Online Casinos geht. Deswegen wird die Übernahme nicht nur finanziell, sondern auch inhaltlich von US-Experten durchweg positiv bewertet.

William Hill könnte komplett zerschlagen werden

Es spricht einiges dafür, dass Caesars Entertainment sich am Ende nur für die Filetstücke von William Hill entscheiden wird. Einige Experten gehen davon aus, dass Caesars Entertainment das komplette Europa-Geschäft verkaufen wird. Ob es wirklich so weit kommt, bleibt aber abzuwarten. Zum einen dürfte es nicht ganz einfach sein, finanzstarke Käufer in der aktuellen Situation zu finden. Zum anderen ist es wahrscheinlich auch nicht einfach, William Hill auseinanderzunehmen, ohne dabei wertvolle Substanz zu verlieren. Aber zunächst müssen die Aktionäre von William Hill entscheiden, ob sie das Angebot überhaupt annehmen. Anschließend wird es dann wahrscheinlich eine Übergangsphase geben, in der sehr schnell deutlich werden wird, was Caesars Entertainment mit William Hill vorhat. Für den britischen Glücksspielanbieter, der seit Jahrzehnten auf dem Markt ist, ist der Verkauf an Caesars Entertainment in jedem Fall eine große Zäsur. In den letzten Jahren hatte William Hill immer wieder Anpassungsschwierigkeiten, vor allem auf dem britischen Markt. Zuletzt hatte der britische Konzern Schlagzeilen gemacht mit der Schließung von zahlreichen Wettbüros. Aber generell wurden die Aussichten für William Hill auch aufgrund der guten Position auf dem US-Markt von den meisten Analysten doch positiv bewertet. Deswegen war der Verkauf an Caesars Entertainment keineswegs alternativlos. Es wird spannend sein zu sehen, wie sich William Hill auf dem europäischen Markt entwickeln wird. Wird es einen ganz neuen Eigentümer geben, den im Moment noch niemand auf dem Zettel hat? Oder entschließt sich Caesars Entertainment dazu, auch das europäische Geschäft fortzuführen? Auch für die vielen deutschen Glücksspiel-Fans, die ein Konto bei William Hill haben, wird das eine spannende Frage.

Es ist eher unwahrscheinlich, dass die Marke William Hill vom europäischen Markt verschwinden wird. Eine andere Frage ist, ob William Hill auf dem US-Markt als Marke etabliert wird. Caesars Entertainment ist deutlich bekannter und populärer, sodass es durchaus sein kann, dass William Hill am Ende nur in Europa mit dem alten Markennamen überlebt. Ein hübsches Detail: Das Unternehmen, aus dem der Konzern William Hill hervorgegangen ist, ist tatsächlich von einem gleichnamigen britischen Buchmacher gegründet worden. Als William Hill die ersten Sportwetten anbot, waren Buchmacher in Großbritannien allerdings noch illegal. Doch das ist längst Geschichte. Wenn der alte William Hill wüsste, was aus seinem kleinen Sportwetten-Geschäft im Hinterhof geworden ist, würde er wahrscheinlich aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Es spricht vieles dafür, dass William Hill in irgendeiner Form zumindest in Europa nicht nur als Marke, sondern auch als Unternehmen erhalten bleibt. Der Marktanteil von William Hill ist nicht nur in Großbritannien mehr als respektabel. Deswegen wäre es seltsam, wenn sich niemand finden würde, der das Geschäft fortführt. Eine komplette Abwicklung von William Hill in Europa ist schon aus wirtschaftlichen Gründen unvorstellbar. Aber das bedeutet natürlich nicht, dass Caesars Entertainment nicht ganz andere Pläne hat und alles ganz anders kommen wird. Nicht nur für die zahlreichen Angestellten von William Hill werden die nächsten Wochen und Monate spannend. Auch die vielen Kunden des Glücksspielanbieters dürfen sich auf interessante Entwicklungen freuen.

Caesars Entertainment will US-Markt dominieren

Der Kauf von William Hill ist für Caesars Entertainment eine gewaltige finanzielle Anstrengung, insbesondere in der aktuellen Krise. Aber strategisch könnte der Kauf von William Hill der entscheidende Meilenstein sein, um den US-Markt schnell und tief zu durchdringen. Worum geht es? Erst seit kurzer Zeit sind Online-Sportwetten und Online Casinos in den USA überhaupt möglich. Die Situation unterscheidet sich deutlich in den Bundesstaaten. Aber es wird erwartet, dass zumindest die Sportwetten demnächst in vielen Bundesstaaten verfügbar sein werden. Deswegen positionieren sich gerade sehr viele Glücksspielanbieter, um einen möglichst großen Marktanteil auf dem amerikanischen Markt zu erreichen. Caesars Entertainment hat den großen Vorteil, dass bereits eine gute Infrastruktur für Sportwetten vorhanden ist, zum Beispiel in Las Vegas. Darüber hinaus hat der Konzern aber auch finanzielle Möglichkeiten, die weit über das Potenzial von William Hill hinausgehen. Doch William Hill hat genau das, was Caesars Entertainment bislang gefehlt hat: ein komplettes Sportwetten-Portfolio für Online- und Offline-Angebote sowie ein umfangreiches Casino-Geschäft für Internetanbieter. Die Übernahme von William Hill gibt Caesars Entertainment die Möglichkeit, ohne einen langwierigen Aufbau in diesen Bereichen auf Top-Niveau durchzustarten. Die Kooperation mit William Hill in den letzten Monaten dürfte zudem dazu beigetragen haben, dass Caesars Entertainment auch genügend internes Wissen erworben hat, um den Wert des britischen Glücksspielanbieters effektiv zu nutzen.

Caesars Entertainment hat den Anspruch, das landbasierte Sportwetten-Geschäft, die Online-Sportwetten und die Online-Glücksspiele auf höchstem Niveau zu vermarkten. Der Kauf von William Hill versetzt Caesars Entertainment dazu in die Lage, einige große Schritte zu überspringen. Das ist auch wichtig und notwendig, denn andere Unternehmen und Konzerne sind in den USA ebenfalls in höchstem Tempo unterwegs. Vor allem der Sportwetten-Bereich von William Hill dürfte für Caesars Entertainment in den nächsten Monaten enorm wertvoll werden. Anstatt selbst mühsam das Sportwetten-Geschäft aufzubauen, kann Caesars Entertainment davon profitieren, dass William Hill in den letzten Jahrzehnten eines der besten Sportwetten-Angebote in Europa entwickelt hat. Da Sportwetten international funktionieren, sind keine großen Anpassungen notwendig für den amerikanischen Markt. Die Chancen stehen gut, dass Caesars Entertainment zu den dominierenden Sportwettenanbietern auf dem amerikanischen Markt wird. Der Kauf von William Hill erhöht auch den Druck auf die Konkurrenten von Caesars Entertainment. Es kann durchaus sein, dass der eine oder andere amerikanische Glücksspielkonzern sich in naher Zukunft dazu gezwungen sehen wird, einen anderen europäischen Buchmacher mit ähnlicher Expertise zu kaufen. Das Rennen um die Spitzenposition auf dem amerikanischen Glücksspielmarkt nimmt Fahrt auf.