Aktuell beschweren sich einige Aktionäre von William Hill über Caesars Entertainment. Bei den Beschwerden geht es um die Übernahmemodalitäten. Caesars Entertainment hat William Hill erworben und ist aktuell dabei, den Kauf umzusetzen. Als im letzten Jahr der amerikanische Glücksspielkonzern Caesars Entertainment den europäischen Glücksspielanbieter William Hill für 2,9 Millionen Pfund gekauft hat, war das eine spektakuläre Nachricht. Doch zumindest bei einigen Aktionären von William Hill ist die Euphorie verflogen. Das wird deutlich daran, dass einige Aktionäre sich zusammengetan haben, um sich gegen die Art und Weise der Übernahme durch Caesars Entertainment zur Wehr zu setzen.

Aktionäre von William Hill nicht glücklich mit Caesars Entertainment

Cesars Entertainment USA

Der Hauptvorwurf dabei lautet, dass die Aktionäre im November 2020 nicht in allen Details optimal informiert worden seien. Die Aktionäre mussten zustimmen, damit die Übernahme wie geplant laufen konnte. Einige Aktionäre behaupten nun, sie seien nicht richtig informiert worden über eine geschäftliche Verbindung zwischen Caesars Entertainment und William Hill, die vor der Übernahme bereits bestanden hätte. Schon im Jahr 2018 hatten Caesars Entertainment und William Hill eine Kooperation im Rahmen eines Joint Ventures in den USA vereinbart. Dabei sei es auch um eine potenzielle Übernahme in der Zukunft gegangen. Was aber einigen Aktionären wohl nicht bekannt war, ist ein eher ungewöhnliches Detail. Caesars Entertainment hatte sich damals zusichern lassen, dass William Hill einer Übernahme durch Apollo Global Management nicht zustimmen würde. Pikanterweise war Apollo Global Management im letzten Jahr aber der einzige große potenzielle Bieter neben Caesars Entertainment bei der Übernahme von William Hill. Hätte sich William Hill über die Vereinbarung hinweggesetzt, wäre es Caesars Entertainment erlaubt gewesen, diverse Vorteile, die durch das Joint Venture entstanden sind, lahmzulegen. Das wäre dann mit erheblichen Nachteilen auf dem US-Markt für William Hill verbunden gewesen.

Von außen lässt sich nur schwer beurteilen, ob es bei anderen vertraglichen Voraussetzungen wirklich zu einer Übernahmeschlacht gekommen wäre. Zudem dürfte es auch eine schwierige Rechtsfrage sein, ob die Aktionäre wirklich unvollständig informiert worden sind oder nicht. Oft kommt es dabei auf Details an und es ist nicht unbedingt zwingend erforderlich, alles offenzulegen. Fakt ist aber, dass einige Aktionäre von William Hill glauben, sie hätten einen höheren Preis erzielen können, wenn es mehrere Bieter gegeben hätte. Ob das wirklich stimmt, lässt sich nur schwer beurteilen. Fakt ist, dass viele Glücksspielexperten erstaunt waren, wie viel Geld Caesars Entertainment für William Hill bezahlt. Aufgrund der aktuell verfügbaren Fakten lässt sich wohl mit einiger Sicherheit behaupten, dass Caesars Entertainment schon früh den Plan hatte, William Hill übernehmen. Dementsprechend sind dann auch die Verträge beim Joint Venture gestaltet worden. Aus Sicht von Caesars Entertainment war das clever. Ob juristische Folgen aus diesem Vorgehen entstehen, bleibt abzuwarten.

William Hill wird schon bald zerschlagen

Die aktuellen Vorfälle Aktionäre von William Hill ändern nichts daran, dass die Übernahme mehr oder weniger reibungslos funktioniert hat. Für Caesars Entertainment gibt es nun schon den nächsten Meilenstein in Reichweite. Noch in diesem Jahr möchte Caesars Entertainment William Hill aufteilen. Übrig bleiben soll für Caesars Entertainment nur William Hill US, also der US-Anteil des Glücksspielkonzerns. Der europäische Anteil von William Hill soll verkauft werden. Schon kurz nach der Übernahme hatte Caesars Entertainment erklärt, dass das europäische Geschäft nicht langfristig im Konzern bleiben würde. Doch nun geht alles erstaunlich schnell. Für Caesars Entertainment war der Kauf von William Hill ein Kraftakt, der allerdings nötig war, um einen möglichst reibungslosen Einstieg in das amerikanische Sportwetten-Geschäft zu schaffen. William Hill ist exzellent aufgestellt und hat sowohl online als auch offline bereits einige wichtige Meilensteine in den USA setzen können. Für Caesars Entertainment geht es darum, in den USA möglichst schnell im Sportwetten-Geschäft zu wachsen. Für das europäische Glücksspielgeschäft hat Caesars Entertainment weder Ressourcen noch Ambitionen.

In Europa ist William Hill einer der bekanntesten Glücksspielanbieter. Folgendes Sportwetten-Geschäft in Großbritannien ist nach wie vor sehr gut aufgestellt. Deswegen sollte es möglich sein, finanzstarke Investoren zu finden, die William Hill in Europa übernehmen. Die spannende Frage dürfte aber sein, wie viel Geld Caesars Entertainment mit dem Verkauf von William Hill erlösen kann. An dieser Summe bemisst sich letztlich dann auch, wie hoch die Investition in William Hill US war. Ein Problem könnte sein, dass William Hill in Europa diverse Schwierigkeiten hat, vor allem im stationären Glücksspielgeschäft. In den letzten Jahren musste William Hill in Großbritannien viele Wettbüros schließen. Es kann durchaus sein, dass William Hill US am Ende deutlich teurer wird als Caesars Entertainment geplant hat. Aber mit viel Glück ist es auch möglich, dass William Hill US letztlich ein Schnäppchen wird. Dafür müssten aber mehrere ambitionierte Bieter um William Hill in Europa kämpfen. In den nächsten Monaten wird wohl niemand mehr über die Probleme der Aktionäre von William Hill diskutieren. Der Verkauf von William Hill könnte eine aufregende Sache werden, nicht nur für Investoren, sondern auch für neutrale Beobachter.