Bei Recherchen zu spannenden News aus der Glücksspielbranche stößt man gelegentlich auch auf ganz außergewöhnliche und zum Teil sogar skurrile Untersuchungen. In diesen Tagen stolperten wir beispielsweise über eine Studie, die sich mit der Frage beschäftigt hat, ob Roboter die Risikobereitschaft der Menschen beim Glücksspiel beeinflussen können. Spannend genug, wie wir finden, um auch Sie von den Ergebnissen in Kenntnis zu setzen.

Höheres Risikoverhalten durch Gruppenzwang

Online Casino Künstliche IntelligenzJetzt haben wir es schwarz auf weiß: „Roboter fördern die menschliche Risikobereitschaft beim Glücksspiel“. Eine Untersuchung, die vor kurzem in Großbritannien vorgestellt wurde, belegt dies auf eindringliche Art und Weise, auch wenn sie nicht in einem realen Online Casino durchgeführt wurde. Die Studie zeigt, dass Roboter Menschen dazu ermutigen können, größere Risiken bei simulierten Glücksspiel-Szenarien einzugehen. Natürlich ging es in dieser Studie nicht allein um das Glücksspiel, sondern grundsätzlich um die Frage, inwieweit Roboter praktisch, ethisch oder sogar politisch manipulieren können. Leiter der Studie war Dr. Yaniv Hanov, Professor für Risikomanagement an der Uni Southampton. Er sagt: „Wir wissen, dass Gruppenzwang zu einem höheren Risikoverhalten führen kann. Angesichts der ständig wachsenden Interaktion zwischen Menschen und Technologie, sowohl online als auch physisch, ist es entscheidend, dass wir besser verstehen, ob Maschinen ähnliche Auswirkungen haben können“. Insgesamt nahmen 180 Studenten an dieser Untersuchung teil, deren Ergebnisse schon im vergangenen Oktober in dem Fachmagazin „Cyberpsychologie, Behavior and Social Networking“ erschienen, allerdings erst jetzt im großen Stil veröffentlicht wurden. Beim Balloon Analogue Risk Task (BART) wurden die Teilnehmer aufgefordert, einen auf dem Display angezeigten Ballon durch das Drücken der Leertaste aufzublasen. Bei jedem Drücken gelangte mehr Luft in den Ballon und zeitgleich wurde den Teilnehmern jeweils 1 Penny gutgeschrieben. Trickreich dabei war, dass die Ballons – nach dem Zufallsprinzip – auch ohne weiteres plötzlich zerplatzen konnten. Passierte dies, dann war das bis dahin generierte Geld futsch. Um das zu umgehen, konnten die Teilnehmer jederzeit aufhören, ihr Geld einlösen und zum nächsten Ballon übergehen. Das ist wirklich eine Glücksspiel-Simulation, auch wenn wir sie in dieser Form noch nicht bei den beliebten Spielautomaten gesehen haben.

Die Teilnehmer wurden in drei Gruppen unterteilt. Ein Drittel, die sogenannte Kontrollgruppe, absolvierte den Test in einem separaten Raum. Das zweite Drittel hatte einen Roboter neben sich, der still war und nur ab und zu Anweisungen gab. Dem letzten Drittel stand ein Roboter zur Seite, der immer wieder Anweisungen gab und die Probanden durch Aussagen ermutigte, wie beispielsweise: „Warum hast Du aufgehört zu pumpen?“ Als Roboter kamen  SoftBank Robotics Pepper-Roboter zu Einsatz. Sie haben eine Größe von 1,21 Meter, verfügen über 25 Freiheitsgrade und wurden speziell für Mensch-Roboter-Interaktionen entwickelt. Sie gehören zu der Kategorie „humanoide Roboter“. Eine derartige Einflussnahme gibt es bei den Online Spielbanken übrigens nicht. Da flüstert einem niemand ins Ohr, dass man doch diesen oder jenen Online Casino Bonus nutzen soll.

Mehr Gewinn durch höhere Risikobereitschaft

Bei der Studie kam heraus, dass das Drittel der Teilnehmer, welches ständig von dem Roboter ermutigt wurde, noch einen Schritt weiter zu gehen, auch tatsächlich mehr Risikobereitschaft an den Tag legte. Allerdings auch mit dem Ergebnis, dass die Ballons deutlich häufiger zerplatzen, als bei den anderen beiden Dritteln. Doch man muss ihnen zugestehen, dass sie auch wesentlich mehr Geld generierten, als die anderen. „Der Roboter hat mich gezwungen,“ war die häufigste Aussage, die im Anschluss von den Studenten kam. Bei den beiden anderen Gruppen, die entweder allein spielten oder von dem eher stillen Roboter begleitet wurden, gab es keine signifikanten Unterschiede. „Wir haben gesehen, dass die Teilnehmer in der Kontrollgruppe ihr Risikoverhalten nach einer Ballon-Explosion zurückgefahren haben, während andere Teilnehmer weiterhin so viel Risiko eingegangen sind, wie zuvor. Die direkte Ermutigung durch einen Risiko fördernden Roboter schien also die direkten Erfahrungen und Instinkte der Teilnehmer außer Kraft zu setzen“. Diese Studie hat den Forschern gezeigt, dass zusätzliche Untersuchungen notwendig sind, um herauszufinden, „... ob aus menschlichen Interaktionen mit anderen Systemen der künstlichen Intelligenz wie digitalen Assistenten oder Bildschirm-Avataren“ ähnliche Ergebnisse hervorbringen. Abschließend sagte Dr. Hanoch: „Angesichts der weit verbreiteten KI-Technologie und ihrer Interaktionen mit Menschen ist dies ein Bereich, der dringend von der Forschungsgemeinschaft beachtet werden sollte,“ und er fügte noch hinzu: „Einerseits können unsere Ergebnisse Alarm schlagen, wenn die Aussicht besteht, dass Roboter durch ein erhöhtes Risikoverhalten Schaden anrichten können. Auf der anderen Seite weisen unsere Daten auf die Möglichkeit hin, Roboter und KI in Präventionsprogrammen wie Anti-Raucher-Kampagnen in Schulen und bei schwer erreichbaren Bevölkerungsgruppen wie Süchtigen einzusetzen.“