Eine WDR-Reportage, die in dem TV Verbraucher-Magazin Servicezeit ausgestrahlt wurde, befasste sich mit dem Thema Glücksspielstaatsvertrag und ließ sowohl Gegner als auch Befürworter zu Wort kommen. Erst vor kurzem gab Schleswig-Holstein als 13. Bundesland dem neuen Glücksspielstaatsvertrag seinen Segen. Deshalb ist davon auszugehen, dass er am 1. Juli dieses Jahres in Kraft treten wird, auch wenn noch die definitiven Entscheidungen der Länder Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Saarland ausstehen. Denn schon im ersten Entwurf der Gesetzesvorlage hatten die Bundesländer beschlossen, dass zum Inkrafttreten des Vertrages die Zustimmung von 13 Ländern ausreichend ist. Nun schauen alle Augen gebannt auf Sachsen-Anhalt. Denn eine positive Entscheidung dieses Landes ist unentbehrlich. Schließlich soll in Halle die zukünftige Glücksspiel-Aufsichtsbehörde angesiedelt werden.

WDR widmet dem neuen Glücksspielstaatsvertrag einen kritischen Beitrag

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Im Vorfeld nahm sich nun die TV-Redaktion des Westdeutschen Rundfunks dem Thema an und widmete ihm einen Beitrag. Darin waren nicht nur unkritische Stimmen zu hören und zu sehen. Vornehmlich ging es um die Risiken des Glücksspiels an sich und die Frage, ob diese durch das neue Glücksspielgesetz verringert werden können. Die Staatskanzlei Nordrhein-Westfalens lieferte die Antworten dazu. Sie ließ wissen, dass „...der erlaubte Markt eine bisher weniger gefährliche Alternative zum bisher bestehenden Schwarzmarkt“ darstellt, da in Zukunft nur „inhaltlich stark beschränkte Produkte“ legal seien und diese von den Behörden reguliert würden. So weit so gut, doch die Reporter blieben in ihrer Haltung weiterhin kritisch. Insbesondere die Frage nach einem besseren Spielerschutz zog sich durch den Beitrag, dabei wurde der neue Glücksspielstaatsvertrag von zwei ehemals Spielsüchtigen arg torpediert. Einer litt nach eigener Aussage mehr als acht Jahre lang an Spielsucht und verlor in dieser Zeit rund 100.000,- Euro. Im Interview äußert er harsche Kritik an dem neuen Glücksspielstaatsvertrag, da er den „... Markt kaum verändern und Spielsüchtigen keine neue Hilfestellung bieten könne“. Ein weiterer Betroffener wollte anonym bleiben. Er gab an, in Online Casinos mehr als 35.000,- Euro verloren zu haben. Dabei hatte er bis zum Herbst 2019 gar keine Ahnung, dass das Online Glücksspiel in der BRD bislang nicht legal war. Er glaubt nicht an die für die Zukunft geplanten Restriktionen, sondern hält sie für zwecklos, denn in seinen Augen „finden Spielsüchtige immer einen Weg“. Sofern man sie am legalen Zocken hindere, würden sie sich andere, illegale Wege suchen, um weiterspielen zu können.

Der WDR lässt auch Befürworter des Glücksspielstaatsvertrags zu Wort kommen

In dem Beitrag lassen die Reporter auch einen Rechtsanwalt zu Wort kommen. Guido Renné hat einen der beiden Betroffenen juristisch vertreten. Er vertritt die Meinung, die zahlreiche andere Juristen ebenfalls vertreten, nämlich dass Spieler ihre Verluste von illegalen Online Glücksspiel-Anbietern einklagen können. Er sagt: „Ein Weg war zum Beispiel, die Zahlungsdienstleister in Regress zu nehmen, die eigentlich an diesen illegalen Casino-Angeboten nicht mitwirken dürfen,“ und fügt hinzu: „Ein anderer Weg war es, die Casino-Betreiber in Regress zu nehmen, weil sie eben keine Lizenzen hatten.“ In dem Beitrag wird jedoch nicht näher darauf eingegangen, ob es ihm tatsächlich gelungen ist, eine Rückerstattung des verzockten Geldes für seine Mandanten zu erstreiten. Mit der Sorge, dass das Spielsucht-Problem durch den neuen Glücksspielstaatsvertrag nicht gelöst wird, stehen die Betroffenen keineswegs allein da. Ilona Füchtenschneider bläst in das gleiche Horn. Sie ist die Leiterin der Landeskoordinierungsstelle Glücksspielsucht in NRW. Ihre Kritik an der Glücksspiel- und Automatenbranche fällt in dem Beitrag noch deutlich heftiger aus.

Aber auch andere Stimmen kamen zu Wort. Manfred Stoffers, seines Zeichens verantwortlich für den Bereich Marketing, Politik und Kommunikation bei der Gauselmann Group im westfälischen Espelkamp sagte: „Spielerschutz wird unterschiedlich gesehen. Die einen möchten gern das Spielvergnügen bei den Menschen zurückdrängen insgesamt.“ Nach einer kurzen Pause ergänzte er: „Ich will den Menschen das Vergnügen nicht madig machen, ich halte es für ein natürliches Bedürfnis. Mir geht es darum, dass das Bedürfnis ausgelebt werden kann in legalen und gut kontrollierten Wegen und Angeboten.“ Online Casinos durfte die Gauselmann Gruppe bisher nur im Ausland betreiben, deshalb macht sie sich schon seit Jahren für eine konsequente Regulierung und Legalisierung des Online Glücksspielmarkts in Deutschland stark. Allerdings warnt die deutsche Glücksspiel-Branche auch davor, dass durch den neuen Glücksspielstaatsvertrag der legale Markt und seine Attraktivität eingeschränkt werden könnten. Sollte dies der Fall sein, dann besteht die Sorge der Kritiker natürlich zu Recht, dass süchtige Spieler sich auch in Zukunft auf dem illegalen Schwarzmarkt tummeln werden. Und damit wäre die ganze staatsvertragliche Prophylaxe sprichwörtlich für die Katz.