Die aktuelle Krise hat enorme Auswirkungen auf den US-Glücksspielmarkt. Die landbasierten Casinos in den USA haben erhebliche Probleme. Schon jetzt zeigt sich, dass der Ausbau des Online-Glücksspiels eine der Folgen der Krise sein wird. Die amerikanische Glücksspielbranche käme wesentlich besser durch die Gesundheitskrise, wenn es mehr Online Casinos gäbe. Das erste Halbjahr 2020 wird die amerikanische Glücksspielbranche so schnell nicht vergessen. Nahezu alle landbasierten Casinos mussten einen dramatischen Rückgang beim Umsatz verzeichnen. Zeitweise waren sämtliche Casinos in den USA geschlossen. Mittlerweile sind viele Casinos wieder geöffnet worden, aber die Regeln sind neu.

Dramatischer Umsatzrückgang in landbasierten US-Casinos

Überall müssen die Casinos Hygienevorschriften beachten, die letztlich dazu führen, dass deutlich weniger Kunden in die Casinos kommen dürfen. Das größere Problem ist allerdings für viele Casinos, dass die Kunden überhaupt nicht kommen. Das Glücksspiel-Bedürfnis vieler Menschen ist hoch. Aber noch größer ist bei vielen Menschen das Bedürfnis, kein unnötiges Risiko einzugehen. Deswegen gibt es auch in Las Vegas nach wie vor keine hohen Umsätze in den großen Casinos. Als die Casinos die Wiedereröffnung feierten, sah es einen Moment lang so aus, als ob der Weg zur Normalität gar nicht mehr weit sei. Aber mittlerweile ist Ernüchterung eingekehrt. Für die Casino-Betreiber ist es wichtig, dass überhaupt Einnahmen generiert werden. Aber es wird noch lange dauern, bis die Einnahmen wieder auf dem alten Niveau sind. Einige Experten gehen sogar davon aus, dass sich Las Vegas erst im Jahr 2023 komplett erholen wird. Es gibt verschiedene Effekte, die eine Rolle spielen und dafür sorgen, dass die Aussichten für landbasierte Casinos insgesamt schwierig bleibt. Vor allem ist es aber die Gesundheitskrise, die im Kern dafür sorgt, dass die Beton-Casinos in den USA vor der größten Herausforderung der letzten Jahrzehnte stehen. Bislang galt immer, dass die landbasierten Casinos allenfalls in großen Kriegen in Schwierigkeiten geraten könnten. Mit einer Gesundheitskrise von weltweitem Ausmaß hat in der Glücksspielbranche offenbar niemand gerechnet.

Es gibt gute Gründe zu glauben, dass die Gesundheitskrise nicht unendlich andauern wird. Aber selbst, wenn die Gesundheitskrise komplett gelöst werden sollte, lösen sich nicht alle Probleme der Casinos in Luft auf. Viele Menschen haben in den letzten Monaten ihren Job verloren und es wird eine Weile dauern, bis die US-Wirtschaft wieder auf dem alten Niveau ist. Wenn die Menschen weniger Geld verdienen, führt das ganz automatisch dazu, dass auch weniger Geld für Glücksspiele verfügbar ist. Zudem werden gerade die großen Standorte wie in Las Vegas und Atlantic City noch eine ganze Weile darunter leiden, dass die Bereitschaft zu reisen in den Keller gegangen ist. Vielleicht gibt es noch die eine oder andere Überraschung bei der Erholung der Wirtschaft nach der großen Gesundheitskrise. Aber die Casino-Betreiber in den USA sind gut beraten, sehr konservativ zu planen. Auch in Las Vegas geht es im Moment beispielsweise nur darum, irgendwie durch die Krise zu kommen. Selbst die großen Glücksspielkonzerne verfügen nicht über unbegrenzte finanzielle Ressourcen. Wenn es gelingen sollte, die Casinos in den nächsten Monaten kostendeckend zu betreiben, dürfte das für viele Casino-Betreiber schon ein Erfolg sein. Große Gewinne wird in diesem Jahr kaum ein Casino-Betreiber in den USA verzeichnen. Allerdings gibt es eine wichtige Ausnahme: Die Betreiber der Online Casinos konnten sich schon im ersten Halbjahr über attraktive Gewinnsteigerungen freuen.

Online Casinos kommen deutlich besser durch die Krise

In den USA gibt es noch nicht viele Online Casinos. Nur einige Bundesstaaten haben die nötigen gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen, um das Online-Glücksspiel zu lizenzieren. Es gibt mehr Bundesstaaten, in denen Online-Sportwetten zulässig sind. Aber auch Online Casinos gibt es mittlerweile in einer stattlichen Anzahl in den USA. Besonders erwähnenswert sind die Bundesstaaten New Jersey und Pennsylvania, die als Vorreiter bei der Legalisierung des Online-Glücksspiels in den USA gelten. Aber auch in Michigan und West Virginia gibt es mittlerweile eine Regulierung für Online-Glücksspiele. Andere Bundesstaaten bereiten gerade eine Gesetzgebung vor, die das Online-Glücksspiel zulässt. Es spricht einiges dafür, dass die aktuellen Erfahrungen mit den landbasierten Casinos dazu beitragen werden, dass das Online-Glücksspiel in vielen Bundesstaaten deutlich schneller legalisiert wird als ursprünglich geplant war. Zudem wird sich der eine oder andere Staat, der bislang überhaupt keine Absichten erkennen ließ, dass Online-Glücksspiel zu lizenzieren, die aktuelle Entwicklung ganz genau anschauen. Das Online-Glücksspiel hat sich als krisenfest erwiesen. Solange das Internet funktioniert, ist es möglich, in Online Casinos zu spielen. Wenn das Internet ausfallen sollte und die damit zusammenhängende Infrastruktur, gäbe es ein derart massives Problem, dass wahrscheinlich die gesamte Gesellschaft erheblich beeinträchtigt wäre. Insofern spricht einiges dafür, dass die Online Casinos auch in anderen Krisen in Zukunft deutlich besser aufgestellt sein werden als die landbasierten Casinos.

Die amerikanische Glücksspielbranche hat schon lange das Ziel, Online Casinos in möglichst vielen Bundesstaaten zu etablieren. Aber bisher scheiterte die Branche am Widerstand zahlreicher Politiker, die sich aus grundsätzlichen oder pragmatischen Gründen gegen das Online-Glücksspiel aussprachen. Doch in der Krise zeigt sich, dass die Bundesstaaten, die das Online-Glücksspiel legalisiert haben, einen erheblichen finanziellen Vorteil haben. Während die Bundesstaaten in den letzten Monaten kaum Steuereinnahmen von landbasierten Casinos generieren konnten, haben die Bundesstaaten mit Online Casinos zum Teil deutlich steigende Steuereinnahmen verzeichnen dürfen. Somit profitieren in diesem Bundesstaat nicht nur die Glücksspiel-Fans, sondern auch die ganz normalen Bürger. Dieses Argument war bislang vor allem theoretischer Natur. Aber in Zukunft wird sich jeder Politiker, der sich gegen Online Casinos ausspricht, fragen lassen, wie die fehlenden Einnahmen von landbasierten Casinos in Krisensituationen kompensiert werden sollen. Die Online Casinos sind nicht völlig unverwundbar, aber gerade in Gesundheitskrisen den landbasierten Casinos meilenweit überlegen. Doch auch in einer ganz normalen Zeit ohne Krise generieren die Online Casinos zusätzliche Einnahmen, die dann letztlich auch den normalen Bürgern zugutekommen. Vor allem in den Bundesstaaten, die stark vom Glücksspiel abhängig sind, wird man sich genau überlegen müssen, ob es nicht eine gute Idee sein könnte, Online Casinos zu legalisieren. In Nevada gibt es jetzt schon zahlreiche Fürsprecher, die sich für die Legalisierung des Online-Glücksspiels auf breiter Front aussprechen.

Online Casinos statt Steuererhöhungen?

Die meisten US-Bundesstaaten mussten und müssen in der Krise erhebliche finanzielle Mittel aufwenden, um die Belastungen für Bürger und Unternehmen zu reduzieren. Doch irgendwann wird es nötig sein, die Einnahmen zu erhöhen, um die gestiegenen Ausgaben zu refinanzieren. Eine Möglichkeit, die Einnahmen zu erhöhen, wären Steuererhöhungen. Doch speziell in den USA sind Steuererhöhungen sehr unpopulär. Zudem wäre es wahrscheinlich aus wirtschaftlichen Gründen keine gute Idee, gerade in der Krise die Steuern zu erhöhen. Auf der anderen Seite wachsen die Defizite der Bundesstaaten und der Vereinigten Staaten von Amerika in einem atemberaubenden Tempo. Die Gesamtsituation könnte irgendwann dazu führen, dass die Online Casinos vor allem aus wirtschaftlicher Sicht bewertet werden. Das wäre für die gesamte Glücksspielbranche in den USA ein großes Geschenk, denn aus wirtschaftlicher Sicht wäre es uneingeschränkt sinnvoll, das Online-Glücksspiel in allen Varianten zuzulassen. Es gibt einige moralische, religiöse und prinzipielle Argumente gegen das Spiel, die in vielen Bundesstaaten bislang dazu geführt haben, dass das Online-Glücksspiel nicht legalisiert worden ist. Aber es gibt auch handfeste wirtschaftliche Argumente, die durch die aktuelle Krise viel leichter zu vermitteln sind als bisher. Es wäre keine Überraschung, wenn der Online-Glücksspielmarkt in den USA in den nächsten Monaten im Turbomodus ausgebaut wird. Es gibt sogar Gerüchte, dass in Nevada zahlreiche Casino-Betreiber bereits damit beschäftigt sind, große Online Casinos vorzubereiten.

Im direkten Vergleich mit Europa zeigt sich, dass die USA beim Ausbau des Online-Glücksspiels einiges verpasst haben. Die Glücksspielbranche in Europa es war auch hart getroffen worden durch die Schließung zahlreicher Casinos und den Ausfall fast aller Sportwetten. Aber durch die Online Casinos und auch durch Online-Poker ist der Umsatzrückgang der gesamten Branche doch deutlich abgefedert worden. Das zeigt sich immer mehr an den Zahlen zum ersten Halbjahr, die nach und nach veröffentlicht werden. Viele Spielehersteller und Betreiber von Online Casinos konnten ihre Umsätze im ersten Halbjahr steigern. Ein gutes Beispiel dafür ist Evolution Gaming, der Marktführer bei den Live-Dealer-Spielen. Evolution Gaming konnte im ersten Halbjahr den Gewinn fast verdoppeln, auch weil das Geschäft in Europa insgesamt gut gelaufen ist. Die meisten amerikanischen Casino-Betreiber haben bislang die Online Casinos vor allem als unerwünschte Konkurrenz betrachtet. Aber es lässt sich beobachten, dass ein Umdenken stattfindet. Vielleicht werden schon bald viele große Casino-Betreiber auch die Online-Glücksspiele ins Portfolio nehmen, um besser gerüstet zu sein für die nächste Krise. Da niemand weiß, wie lang die aktuelle Krise dauern wird, spricht einiges dafür, dass es schon bald viel mehr Online Casinos in den USA geben wird als bisher.