Atlantic City hat die Versteigerung der Sprengung des Trump Casinos in den Nachrichten angekündigt. Das ist ein genialer PR-Stunt der ganz nebenbei auch noch der Jugend der Stadt zugutekommt. Zudem ist sicher, dass Atlantic City weltweit Schlagzeilen macht mit der Hotel-Sprengung, die zufällig parallel zum Ende der Amtszeit des US-Präsidenten stattfindet. Donald Trump ist weltweit nicht unbedingt der beliebteste Präsident. Auch in den USA hat der umstrittene Politiker keine Mehrheit mehr und muss deswegen Ende Januar das Weiße Haus verlassen. Das für sich genommen würden schon viele Schlagzeilen produzieren. Aber was sich die Stadtverwaltung von Atlantic City nun ausgedacht hat, ist ein echter Kracher. Das Trump-Casino, das in den letzten Jahren nicht mehr genutzt wurde und längst zu großen Teilen verfallen ist, wird Ende Januar pünktlich zum Ende der Amtszeit von Donald Trump in die Luft gesprengt. Das ist schon länger bekannt, aber Atlantic City hat nun eine Versteigerung gestartet, um Menschen weltweit die Möglichkeit zu geben, die Sprengung auszulösen.

Atlantic City macht viele Menschen glücklich

Trump Plaza casino HotelDie Stadt erhofft sich einen Versteigerungserlös in Höhe von mindestens 1 Million Dollar. Das ist wohl realistisch, denn es gibt weltweit sehr viele Menschen, die Donald Trump nicht mögen. Zudem hat die Stadt versprochen, dass der Versteigerungserlös für eine städtische Jugendorganisation eingesetzt wird. Somit bietet Atlantic City den Teilnehmern der Versteigerung die Möglichkeit, etwas Gutes zu tun und dabei auch noch Schadenfreude in Vollendung zu erleben. Eines ist sicher: Für Donald Trump ist die Versteigerung der Sprengung seines alten Casino-Hotels eine Schmach. Schon seit vielen Jahren machen sich Berichterstatter darüber lustig, dass Trump es nicht einmal geschafft habe, eine Spielbank erfolgreich zu leiten. Mittlerweile ist Atlantic City zwar weit entfernt von alten wirtschaftlichen Glanzzeiten. Aber als Trump das Trump Taj Mahal und das Trump Plaza erwarb, sah das noch anders aus.

Schon seit 2014 ist das Trump-Casino, das nun gesprengt werden soll, geschlossen. Vorher gab es viele Jahre wirtschaftlichen Niedergangs. Atlantic City war früher einmal ein weltweit bekanntes Glücksspiel-Zentrum. Aber mittlerweile ist der Ruf größer als die Realität. Das hat viele Gründe, aber klar ist, dass Atlantic City die besten Zeiten hinter sich hat. Niemand rechnet ernsthaft damit, dass noch einmal eine ganz große Ära des stationären Glücksspiels in Atlantic City stattfinden wird. Eine Rolle bei dieser Prognose spielt auch, dass in den USA mittlerweile Online Casinos zugelassen werden, unter anderem auch in New Jersey. Im Moment leidet Atlantic City darunter, dass nicht alle Spielbanken geöffnet sind. Zudem gibt es Hygienevorschriften in New Jersey, die den Betrieb einer Spielbank schwierig machen. Von den alten Umsatzzahlen ist Atlantic City weit entfernt. Aber auch die Zahlen vor der Krise dürfte Atlantic City so schnell nicht wieder erreichen. Für das Trump-Casino ist das unerheblich, denn das mittlerweile im Zerfall befindliche Gebäude ist schon länger ein Schandfleck in der alten Glücksspiel-Stadt. Aber unabhängig davon dürfte sich Atlantic City noch einmal einer Popularität erfreuen, welche die Stadt seit Jahrzehnten nicht mehr hatte. Atlantic City ist vor allem durch zahlreiche Filme und Serien auch außerhalb der USA durchaus bekannt. Aber Atlantic City stand auch immer im Schatten von Las Vegas. Für den einen Tag, wenn das Trump-Casino gesprengt wird, wird sich das jedoch im Jahr 2021 ändern. Die ganze Welt wird zuschauen, wie das Gebäude, das den Namen des aktuellen US-Präsidenten trägt, gesprengt wird.

Sprengung wird Symbol für Ende der Trump-Präsidentschaft

Genau genommen hat Donald Trump schon seit 2009 nichts mehr mit dem Hotel-Casino, das nun gesprengt wird, zu tun. Aber das ist für die öffentliche Wirkung völlig egal, denn solange das Hotel den Namen des aktuellen US-Präsidenten trägt, ist das ausreichend. Man muss kein Prophet sein, um zu erahnen, dass die Sprengung des Hotels ein weltweit beachtetes Ereignis wird. Deswegen sind die Chancen gut, dass sich der eine oder andere vermögende Trump-Hasser dazu verleiten lassen wird, eine große Spende zu machen, um an der Versteigerung teilzunehmen. Die Publicity, die auf diese Weise zu bekommen ist, ist vielleicht am Ende deutlich mehr wert als der Preis für das Recht, den Knopf bei der Sprengung drücken zu dürfen.

Für viele Trump-Fans wird die Sprengung des Hotels wahrscheinlich nur eine nervige Nachricht sein. Aber die Medien, die sich seit Jahren auf Donald Trump eingeschossen haben, werden genüsslich jeden Schritt der Versteigerung und die Sprengung begleiten. Gewissermaßen passt die Sprengung gut zur Präsidentschaft von Donald Trump, denn leise oder gar rücksichtsvoll ist der umtriebige Unternehmer bislang nicht gewesen. Insofern ist es durchaus angemessen, wenn der Abgang aus dem Amt von einem lauten Knall begleitet wird. Schwierig dürfte es nur werden, wenn Donald Trump seine Ankündigung wahr macht und in vier Jahren erneut die Präsidentschaft erringt. Vielleicht muss dann das Trump-Hotel noch einmal gebaut werden, damit es erneut in die Luft gejagt werden kann.