Tipico hat von der Glücksspielbehörde von New Jersey die vorläufige Zulassung für die mobile Sportwetten-App bekommen. Das ist ein wichtiger Schritt für Tipico auf dem US-Markt. New Jersey gehört zu den Vorreitern unter den US-Bundesstaaten bei der Legalisierung und Regulierung von Online-Buchmachern und Online Casinos.

Tipico will durchstarten nach erfolgreichem Lizenzantrag

Tipico SportwettenFür Tipico ist die Entscheidung der New Jersey Division of Gaming Enforcement (NJDGE), eine vorläufige Sportwetten-Lizenz zu erteilen, der Startschuss für eine große Sportwetten-Offensive in diesem US-Bundesstaat. Zum Hintergrund: Es ist normal, dass in New Jersey zunächst eine vorläufige Lizenz ausgestellt wird. Wenn der Buchmacher sich in der Praxis als zuverlässig erweist, wird die Lizenz dann nach einem vorgegebenen Verfahren in eine dauerhafte Lizenz umgewandelt. Tipico erfüllt alle Vorgaben der Glücksspielbehörde von New Jersey und ist somit auch dazu berechtigt, in Zukunft mobile Sportwetten direkt über eine App anzubieten. Die App ist bereits verfügbar, aber noch ist es nicht möglich, Sportwetten zu platzieren. Tipico arbeitet nun im Höchsttempo daran, das zu ändern. Schon im nächsten Monat sollen die ersten Sportwetten-Fans die mobile App nutzen können, um in New Jersey Wetten zu platzieren. Für Tipico ist die Lizenz in New Jersey ein wichtiger Meilenstein auf dem US-Markt. Tipico hat sich ganz bewusst New Jersey als ersten Markt ausgesucht, denn in diesem Bundesstaat ist die Legalisierung von Sportwetten bereits auf Top-Niveau. New Jersey war einer der ersten Bundesstaaten, der für Online-Sportwetten und Online-Glücksspiele geöffnet worden ist. Davon möchten auch viele europäische Buchmacher profitieren. Tipico möchte aber langfristig nicht nur in New Jersey erfolgreich sein. Grundsätzlich ist es geplant, in den USA schrittweise zu wachsen, um in einigen Jahren auch auf dem US-Markt einen attraktiven Marktanteil zu erreichen.

In Deutschland ist Tipico einer der führenden Sportwettenanbieter. Für deutsche Sportwetten-Fans dürfte dabei besonders interessant sein, dass Tipico zu den wenigen Buchmachern gehört, die keine Gebühr erheben, um die deutsche Sportwetten-Steuer zu bezahlen. Vielmehr zahlt Tipico diese Steuer selbst und hat damit einen echten Vorteil im Vergleich zu den meisten anderen Wettanbietern auf dem Markt. Diesen Vorteil gibt es natürlich in New Jersey für Tipico nicht. Aber Tipico könnte davon profitieren, dass das Unternehmen im Laufe des letzten Jahrzehnts enorm viel Expertise aufgebaut hat. Es gibt eine eigene Sportwetten-Plattform, die passende Software, unter anderem auch eine mobile App, und erfahrenes Personal in allen Bereichen. Allerdings ist Tipico recht spät dran bei der Expansion in Richtung USA. Andere Buchmacher aus Europa sind schon einige Schritte weiter. Aber das bedeutet nicht, dass Tipico nicht trotzdem sehr erfolgreich werden kann in den nächsten Jahren. Auch die amerikanischen Sportwetten-Fans werden sich vor allem an der Qualität der Angebote orientieren. Wenn es um Qualität geht, ist Tipico bei den Sportwetten in jedem Fall weit vorne. In den nächsten Wochen und Monaten wird es nun darum gehen, zunächst in New Jersey möglichst viele Sportwetten-Fans für das neue Angebot zu begeistern. Wenn das gelingt, wird Tipico nicht lange warten bis zur Expansion in andere US-Bundesstaaten.

US-Einstieg von Tipico soll großer Erfolg werden

New Jersey hat viele Vorteile für Sportwettenanbieter, die neu auf dem amerikanischen Markt sind. Nicht zuletzt hat die Glücksspielbehörde von New Jersey mittlerweile viel Test Erfahrung mit der Lizenzierung von Firmen im Sportwetten-Bereich. In anderen Bundesstaaten ist das nicht oder nur eingeschränkt der Fall. In vielen Bundesstaaten wird aktuell die Legalisierung der Sportwetten politisch vorbereitet. Viele Experten gehen davon aus, dass über 30 Bundesstaaten mittelfristig in den USA Sportwetten, auch im Internet, zulassen werden. Auch Online Casinos könnten eine ganz große Sache werden. Doch Tipico setzt bei der Expansion in die USA vor allem auf Sportwetten, auch wenn der Einstieg in das Geschäft mit den Online Casinos bereits vorbereitet wird. Aber zunächst wird es darum gehen, das Sportwetten-Portfolio möglichst breit aufzustellen. Was bedeutet das konkret? Die Lizenzerteilung in New Jersey ist der erste große Meilenstein für den Einstieg auf dem amerikanischen Sportwetten-Markt. Aber Tipico hat auch schon in anderen Bundesstaaten Lizenzanträge gestellt und wartet nur darauf, auch in diesen Staaten künftig Sportwetten über die mobile App anbieten zu können. Die Lizenzerteilung in New Jersey ist in jeder Hinsicht ein positives Signal. Wenn New Jersey Tipico lizenziert, spricht alles dafür, dass auch andere Bundesstaaten Tipico grünes Licht geben werden. Aber die Lizenzverfahren sind in manchen Bundesstaaten noch recht kompliziert und langwierig, auch weil im Moment viele Anträge bearbeitet werden müssen.

Tipico hat für den US-Markt bereits Partnerschaften mit den Spieleherstellern Scientific Games und NetEnt. Allerdings geht man im Moment nicht nur bei Tipico davon aus, dass die Sportwetten in naher Zukunft wichtiger sein werden für die Glücksspielanbieter, die im Moment den neuen Online-Markt in den USA bedienen. Die Online Casinos sollte aber niemand unterschätzen, denn auch die amerikanischen Glücksspiel-Fans werden aller Voraussicht nach viel Spaß mit den Spielen im Internet haben. Der Vorteil für die Sportwetten entsteht an anderer Stelle: Wahrscheinlich werden am Ende mehr Bundesstaaten Online-Sportwetten legalisieren als Online-Glücksspiele. Sicher ist das aber auch nicht, da in den letzten Monaten deutlich geworden ist, dass die Online Casinos einen erheblichen Vorteil gegenüber den Beton-Casinos haben. New Jersey konnte im ersten Halbjahr 2020 wirtschaftlich davon profitieren, dass die Online Casinos auch auf dem Höhepunkt der weltweiten Krise immer noch hohe Einnahmen generieren konnten. Vielleicht wird dieser Erfahrungswert dazu führen, dass einige Bundesstaaten, die bislang skeptisch gegenüber der Legalisierung von seriösen Online Casinos waren, ihre Pläne ändern werden. Aber erst in den nächsten Monaten wird sich ein klares Bild zeichnen, in welcher Form die Legalisierung der Online-Sportwetten und der Online-Glücksspiele in den USA ablaufen wird. Klar ist nur, dass alles dafür spricht, dass ein großer Teil der USA demnächst Online-Glücksspiele in unterschiedlichen Varianten inklusive der Sportwetten zulassen wird. Wahrscheinlich wird es aber Bundesstaaten geben, die sich dauerhaft gegen diese modernen Angebote entscheiden werden. Trotzdem sollte der US-Markt für Online-Glücksspiel und Online-Sportwetten langfristig etwa die Größe des europäischen Marktes erreichen.

Kampf der Giganten auf dem US-Glücksspielmarkt

In Deutschland ist Tipico eine große Nummer. Aber im weltweiten Maßstab gehört Tipico nicht zu den größten Glücksspielanbietern. Das lässt sich im Moment sehr gut in den USA beobachten, denn die großen amerikanischen Konzerne drängen mit ihrer gewaltigen Marktmacht auf den neuen Online-Glücksspielmarkt. Caesars Entertainment ist gerade dabei, den britischen Buchmacher William Hill zu kaufen, um das Sportwetten-Geschäft in den USA zu beschleunigen. 888 Holdings, ein großer Konkurrent von Tipico in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern, ist gerade ebenfalls dabei, in den USA Fuß zu fassen. Genauso wie Tipico ist 888 Holdings allerdings noch ganz am Anfang der US-Expansion. Es kann gut sein, dass der ein oder andere europäische Glücksspielanbieter in naher Zukunft von einem US-Unternehmen oder einem US-Konzern aus der Glücksspielbranche geschluckt wird. Vor allem bei den großen Casino-Konzernen in den USA ist die Erkenntnis gewachsen, dass das Online-Glücksspiel eine wichtige Rolle für künftige Bilanzen spielen könnte. Ein ganz simples Beispiel: Hätten die großen Konzerne, die für ihre Casinos in Las Vegas bekannt sind, ein großes Online-Portfolio gehabt, wäre das erste Halbjahr finanziell wahrscheinlich deutlich besser gelaufen. So mussten die großen Konzerne erhebliche Verluste akzeptieren, da in den USA zeitweise alle Casinos geschlossen waren. Nur die Online Casinos konnten Kunden empfangen. Der Fairness halber muss allerdings angemerkt werden, dass das Online-Glücksspiel in den USA noch recht jung ist. Somit wäre es auch unter optimalen Voraussetzungen schwierig gewesen, vor der Krise eine große Online-Sparte aufzubauen. Aber nach der Krise wird die Situation anders sein.

Wenn immer mehr US-Bundesstaaten das Online-Glücksspiel und die Online-Sportwetten zulassen, wird das auch dazu führen, dass die großen Player auf dem Glücksspielmarkt in den USA das Online-Geschäft ganz anders bedienen werden als bisher. Ein bisschen erinnert die Situation an Deutschland. Die großen Glücksspielanbieter in Deutschland sind vor allem im Offline-Geschäft aktiv. Das Online-Glücksspiel ist in den meisten Bilanzen der deutschen Glücksspielfirmen nur ein sehr kleiner Posten. Einige Anbieter haben überhaupt keine Einnahmen aus dem Online-Glücksspiel. Vielleicht wird sich das ein Stück weit ändern, wenn in Deutschland die neue Glücksspielregulierung in Kraft tritt. Ab dem 1. Juli 2020 werden in Deutschland Lizenzen für Online Casinos, Online-Sportwetten, Online-Poker und andere Online-Glücksspiele vergeben. Vielleicht werden dann auch einige deutsche Glücksspielanbieter die Lücken in ihrem Portfolio schließen. Tipico ist zwar in Deutschland sehr erfolgreich und viele Deutsche sind in diesem Unternehmen beschäftigt. Aber Tipico ist nicht in Deutschland ansässig, auch weil die deutsche Glücksspiel-Gesetzgebung in den letzten Jahren nicht gerade einladend war für Unternehmen aus der Online-Branche. Der Firmensitz von Tipico ist in Malta. Vielleicht wird sich das ein Stück weit ändern, wenn es möglich ist, in Deutschland auch Lizenzen für Online Casinos und Online-Buchmacher zu bekommen. Bislang läuft das komplette Geschäft von Tipico in Deutschland über eine EU-Lizenz der Malta Gaming Authority. Tipico hat nicht nur in den USA einige spannende Aufgaben vor sich. Aber völlig klar ist auch: Wenn Tipico der große Durchbruch in den USA gelingen sollte, wird das Geschäft in Deutschland irgendwann nur noch eine Randnotiz in der Bilanz sein.