Kommt die Super League im Fußball? Zwölf Vereine haben angekündigt, eine eigene Liga zu gründen. Doch schon kurz nach der Ankündigung ist das Projekt bereits erledigt, denn alle englischen Vereine haben ihren Rückzug angekündigt. Als vor wenigen Tagen zwölf europäische Spitzenklubs zeitgleich eine Super League ankündigten, ging die Meldung durch die Weltpresse. Schon seit Jahren gibt es Gerüchte, dass Vereine wie Real Madrid, Juventus Turin und Manchester City gerne eine Alternative zur Champions League gründen würden. Für Buchmacher wie Betway wäre das wohl eine feine Sache. Die Idee ist ganz einfach: Um deutlich mehr Geld verdienen zu können, wollen die Spitzenclubs eine eigene Liga gründen, die letztlich die Champions League komplett ersetzt.

Ist Super League Revolution oder Rohrkrepierer?

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Schon kurz nach der Ankündigung der Super League kündigten UEFA und FIFA heftige Konsequenzen an. Eine direkte Folge der Super League wäre, dass die teilnehmenden Spieler nicht mehr für ihre Nationalmannschaften antreten könnten. Doch wahrscheinlich wird es überhaupt nicht zur Super League kommen, denn die Initiatoren haben sich offenbar verrechnet. Von keiner Stelle gab es auch nur ein bisschen Zuspruch. Fans in ganz Europa waren empört und entsetzt von der Ankündigung. Für viele Fußballfans ist der Fußball schon seit vielen Jahren aufgrund der hohen Kommerzialisierung problematisch. Die Super League würde diese Entwicklung nun die Krone aufsetzen. In England waren die Proteste der Fans so groß, dass mittlerweile alle sechs Clubs, die zu den Gründungsmitgliedern der Super League gehören wollten, den Rückzug angekündigt haben. Manchester City, Arsenal London, der FC Chelsea, der FC Liverpool, Manchester United und Tottenham Hotspur haben schnell die Notbremse gezogen, als sichtbar wurde, wie ablehnend die Haltung bei Fans, Medien und Experten ist. Der FC Bayern waren bei der Super League nicht beteiligt und die Verantwortlichen können sich nun darüber freuen, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Aber der FC Bayern hatte sich die Option offengelassen, doch noch als Gründungsmitglied im Nachhinein geführt zu werden. Wenn die öffentliche Reaktion anders ausgefallen wäre, hätte der FC Bayern seine Entscheidung wahrscheinlich korrigiert und wäre dann eines der Mitglieder der Super League geworden.

Doch nun können sich die Verantwortlichen beim FC Bayern auf die Schulter klopfen, denn sie haben alles richtig gemacht. Neben den sechs englischen Vereinen müssen auch Juventus Turin, Real Madrid, der FC Barcelona, der AC Mailand, Inter Mailand und Atlético Madrid gerade erleben, dass an keiner Stelle Begeisterung entsteht über die Super League. Dabei sah das Projekt in den Köpfen der Verantwortlichen großartig aus. Vor allem der asiatische und amerikanische Markt sollten zusätzliche Einnahmen bringen. Doch der Plan ist nun durchkreuzt worden und schon nach wenigen Tagen ist die Super League zu einem kompletten Rohrkrepierer geworden. Die großen Vereine stellen gerade fest, dass die Macht im Fußball am Ende dann doch noch bei den Fans liegt. Wenn die Fans nicht in die Stadien kommen und keine Abos für Pay-TV erwerben, ist der Fußball am Ende. Für das Selbstbewusstsein der Fußballfans in Europa ist das Scheitern der Super League ein großer Erfolg. Aber vielleicht würde es sich lohnen, das Projekt näher zu begutachten, denn völlig falsch ist die Idee vielleicht nicht.

Super League könnte wichtige Probleme im Fußball lösen

Fußball ist ein äußerst lukratives Geschäft. Viele Menschen verdienen Millionen durch den Fußball. Doch viele Fans haben einen verklärten Blick auf das Fußballgeschäft. Spätestens mit dem Versuch, eine Super League zu gründen, sollte nun aber klar sein, dass es in erster Linie um Geld geht. Das muss auch nicht verwerflich sein, jedenfalls wenn es im Spitzensport geht. Ein Blick in die großen amerikanischen Ligen von der NBA bis zur NFL zeigt, dass die Top-Stars auch in den USA gigantische Summen verdienen, zum Teil sogar wesentlich mehr als in die Fußballer in Europa. Trotzdem würde niemand den sportlichen Wert der US-Sportarten anzweifeln. Im europäischen Fußball gibt es das Problem, dass in allen nationalen Top-Ligen wenige Mannschaften dominieren. In Deutschland ist es sogar mit dem FC Bayern nur eine einzige Mannschaft, die finanziell allen anderen Teams weit überlegen ist. Mit der Gründung einer Super League ließe sich dieses Problem sehr leicht lösen.

Aus sportlicher Sicht wäre die Super League eine großartige Lösung. Diese Liga sollte dann allerdings auch als vollständiger Ersatz für die nationalen Ligen gestaltet werden. Das Vorbild könnten die amerikanischen Ligen sein. Aber so weit wird es wohl nicht kommen. Auch die Gründer der Super League, die aus sportlicher Sicht nur ein halbherziger Versuch ist, das jetzige System zu verändern, müssen nun schmerzhaft erkennen, dass die Traditionen im europäischen Fußball dann doch etwas anderes sind als im amerikanischen Sport. Die amerikanischen Sportfans wissen, dass es in erster Linie um Geld geht. Bis zu dieser Erkenntnis brauchen die europäischen Fußballfans wahrscheinlich noch ein paar Jahrzehnte. Aber eines ist sicher: Die Super League wird, auch wenn sie nun nicht kommt, Spuren hinterlassen.