Die Malta Gaming Authority hat eine Studie veröffentlicht, in der detailliert untersucht wird, wo noch ungenutztes Potenzial bei den Inhabern der maltesischen Glücksspiel-Lizenz liegt. Diese Glücksspiel-Lizenz nutzen auch viele Online Casinos und Online-Buchmacher in Deutschland. Mit der Studie möchte die MGA dazu beitragen, dass die Qualität der Glücksspielanbieter mit maltesischer Lizenz noch besser wird.

Nicht genügend Personal für Glücksspielindustrie

Die maltesische Glücksspielbehörde hat eine eigene Forschungsabteilung, in der kontinuierlich aktuelle Themen der Glücksspielregulierung untersucht werden. In einer gerade veröffentlichten Studie wird aufgezeigt, dass Personalmangel für viele maltesische Glücksspielanbieter zu einem Problem geworden ist. Die Daten für die Studie wurden im Jahr 2018 erhoben. Zu diesem Zeitpunkt gab es 730 unbesetzte Positionen in den Unternehmen, die eine Lizenz der Malta Gaming Authority haben. Das ist eine erstaunlich hohe Zahl. Noch bemerkenswerter ist, dass 68 Prozent aller nicht besetzten Stellen im operativen Bereich zu finden waren. Etwa 69 Prozent aller unbesetzten Stellen waren bereits seit über drei Monaten nicht besetzt. Das deutet darauf hin, dass viele Stellen relativ häufig neu besetzt werden. Gerade in der Glücksspielindustrie hat sich in den letzten Jahren immer wieder gezeigt, dass vor allem auf den Einstiegsebenen die Durchlaufquote doch recht hoch ist. Das ist zum einen nicht untypisch, zum anderen aber auch nicht ganz unproblematisch für die Unternehmen, da neues Personal immer eingearbeitet werden muss, sodass Reibungsverluste unvermeidlich sind.

Esports und FrauenSeitens der Unternehmen wurden diverse Gründe genannt, warum die Stellen nicht besetzt werden konnten. Bei vielen Bewerbern fehlte die nötige Arbeitserfahrung (28 Prozent) oder die geforderten Qualifikationen konnten nicht nachgewiesen werden (21 Prozent). Aufgrund der großen Nachfrage ist zudem die Konkurrenzsituation zwischen den maltesischen Glücksspielanbietern hoch, sodass bei der Personalsuche der Wettbewerb mit anderen Firmen in 21 Prozent aller Fälle dafür verantwortlich ist, dass eine Stelle nicht besetzt werden konnte. Das passt gut zu der Erkenntnis, dass etwa ein Drittel der Neueinstellungen direkt von anderen Firmen aus der Glücksspielbranche kommt. Genauso wie in anderen Branchen nutzen viele Angestellte in der Glücksspielbranche den Stellenwechsel, um bessere Konditionen auszuhandeln. Für die Unternehmen ist das eine schwierige Situation, da auf diese Weise das Kostenniveau beim Personal innerhalb der Branche kontinuierlich nach oben geschoben wird. Allerdings haben viele 

Unternehmensleitungen mittlerweile verstanden, dass auch die Ausbildung im eigenen Haus eine wichtige Rolle spielen kann bei der Personalbeschaffung. Immerhin gaben 35 Prozent der Firmen an, dass in irgendeiner Form eine Weiterbildung innerhalb der Firma möglich war.

Kein Kampf um die großen Talente

 In vielen Branchen ist es üblich, dass die besten Talente direkt von der Uni angeworben werden. Doch das scheint bei den Unternehmen der maltesischen Glücksspielbranche eher nicht der Fall zu sein. Nur neun Prozent aller neu eingestellten Mitarbeiter fangen unmittelbar nach der Berufsausbildung bzw. nach dem abgeschlossenen Studium im Unternehmen an. Wahrscheinlich gibt es an dieser Stelle noch Potenzial für Verbesserungen. Immerhin gibt es seit 2017 das European Gaming Institute of Malta (EGIM), das dabei helfen soll, mehr qualifiziertes Personal für die iGaming-Branche direkt auf Malta auszubilden. Allerdings kann dieses besondere Institut das grundsätzliche Personalproblem nicht lösen. Aber immerhin soll es möglich sein, über fünfzig Abschlüsse im Jahr zu produzieren, sodass in Zukunft zumindest mehr qualifizierte Personen direkt in Malta angeworben werden können. Noch ist allerdings fraglich, ob auf diesem Weg auch viele internationale Studenten geworben werden können. Das maltesische Reservoir an Arbeitskräften wird bereits von der Glücksspielindustrie komplett ausgeschöpft. Zwar freut sich die Branche über jede qualifizierte neue Arbeitskraft. Aber auch in Zukunft wird es nötig sein, Mitarbeiter aus vielen anderen Ländern anzuwerben, um den Personalbedarf auch nur halbwegs zu decken.

Aktuell sind etwa 69 Prozent der Angestellten in der Glücksspielindustrie keine Malteser. Das dürfte niemanden überraschen, der sich mit der Branche auch nur ein wenig auskennt. In den maltesischen Unternehmen arbeiten Menschen aus nahezu allen Ländern Europas. Die Glücksspielindustrie ist den letzten Jahren erheblich gewachsen, sodass es viele gute Jobmöglichkeiten gibt. In der aktuell veröffentlichten Studie wird aufgezeigt, dass deutlich mehr Menschen noch nach Malta kommen müssten, um den Personalbedarf zu decken. Allerdings hat die Branche dieses Problem erst in der jüngeren Vergangenheit erkannt, sodass einige Versäumnisse zu beklagen sind. Ganz konkret führt das Personalproblem dazu, dass einige Arbeiten nicht gemacht werden können. Für manche Unternehmen bedeutet dies, dass ein deutlicher Nachteil gegenüber der Konkurrenz an anderen Standorten entstehen kann. Vielleicht wird sich das Problem aber auch ein wenig entschärfen in den nächsten Jahren dadurch, dass immer mehr Länder in Europa eine nationale Casino-Lizenz haben. Deswegen kann es gut sein, dass vor allem die großen Konzerne einen Teil ihrer Kapazitäten aus Malta abziehen und stattdessen in anderen Ländern ansiedeln.

Grundsätzliche Probleme bei Personalsuche auf Malta

Malta ist eine sehr kleine Insel im Mittelmeer. Viele Menschen träumen davon, auf einer Insel im Mittelmeer zu leben, aber Malta hat einige Besonderheiten, die es den Menschen, die in Malta arbeiten möchten, mittlerweile nicht mehr besonders leicht machen. Die Mieten sind beispielsweise in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Früher war es problemlos möglich, unmittelbar neben dem Arbeitsplatz zu wohnen, ohne einen horrenden Betrag an den Vermieter zu zahlen. Doch mittlerweile leben viele Mitarbeiter der Glücksspielindustrie etwas außerhalb, damit die Kosten in einem vernünftigen Verhältnis zum Gehalt stehen. Obwohl die Glücksspielbranche dem Vernehmen nach sehr ordentlich bezahlt, bleibt unter dem Strich dann bei vielen Angestellten nicht mehr übrig als bei einem ähnlichen Job in einem anderen europäischen Land. Früher gingen viele Menschen nach Malta, um einen erstklassig bezahlten Job, niedrige Steuern und günstige Mieten nutzen zu können. Natürlich gibt es nach wie vor die mediterrane Lebensqualität, aber da Malta recht klein ist, kann es für den einen oder anderen Mitarbeiter dann am Ende vielleicht doch ein bisschen zu eng werden auf der Insel.

Die Fluktuation beim Personal ist auf Malta riesig. Jährlich kommen viele Menschen neu an, aber viele Menschen verlassen die Insel auch. Es ist auffällig, dass es viele junge Menschen gibt, die nach Malta kommen und dann meistens nach ein paar Jahren die Insel wieder verlassen, nicht immer nur, um eine Familie zu gründen. Oft gibt es auch ein besseres Jobangebot. Die maltesische Glücksspielindustrie wäre gut beraten, mehr in das Personal zu investieren. Mittlerweile gibt es einige Anstrengungen in diese Richtung. Aber wenn ein hoch qualifizierter Uni-Absolvent die Möglichkeit hat, in einem großen deutschen Konzern oder einem großen maltesischen Glücksspiel-Unternehmen zu arbeiten, fällt die Wahl aktuell fast immer noch auf den großen deutschen Konzern. Wenn Malta langfristig als Glücksspielstandort erfolgreich sein soll, müssen mehr Unternehmen dazu bereit sein, im Personalbereich aufzurüsten. Insbesondere sollte es das Ziel sein, die Mitarbeiter langfristig zu halten, denn am Ende gilt auch in den Unternehmen der Glücksspielindustrie, dass der Erfolg des Unternehmens maßgeblich von den Menschen bestimmt wird, die im Unternehmen arbeiten.