Es ist wieder da: das gute alte Stardust! Boyd Gaming reanimierte das Traditions-Casino aus Las Vegas und launchte es als Stardust Online Casino mit FanDuel für Mobilfunkgeräte. Vor gut 14 Jahren war Schluss. Am 13. März 2007 wurde das berühmt-berüchtigte Stardust Resort und Casino am Strip von Las Vegas nach einem fulminanten Abschieds-Feuerwerk Opfer eines kontrollierten Spreng-Kommandos. Das legendäre Casino zerfiel in Schutt und Asche, um für einen neuen Unterhaltungs- und Hotelkomplex Platz zu schaffen. Einzig das berühmte Neon-Reklameschild des Stardust blieb erhalten und ist noch heute im Neon-Museum in Las Vegas zu bestaunen. Am Stardust-Standort war zunächst der Echelon Place geplant, ein multifunktionales Megazentrum mit 5.000 Hotelzimmern in verschiedenen Hotels, die sich gemeinsam einen Casino-Bereich von rund 13.000 qm teilen sollten.

Das Stardust erlebt eine Wiedergeburt als Online Casino

Stardust Online Spielstätte

Doch damit nicht genug. Außerdem sah die Planung ca. 90.000 qm für Konferenzräume vor, einen gigantischen Ausstellungsbereich von 60.000 qm, ein Theater mit mehr als 1.400 Plätzen, eine Halle für Konzerte, eine Showbühne von sagenhaften 4.000 qm sowie ein Einkaufszentrum von mittlerer Größe. Das veranschlagte Budget für dieses Resort lag damals bei rund 4.4 Milliarden US Dollar. 2010 sollte das Echelon fertiggestellt sein. Der Baubeginn wurde allerdings mehrfach verschoben und kam letztendlich dann doch nicht zustande. „Aufgrund der weltwirtschaftlichen Lage,“ hieß es damals. Das 35.000 qm große Grundstück wurde dann im Jahre 2013 von der Genting Group gekauft. Derzeit liegt dort die Fertigstellung des Resort Las Vegas, das sich vorwiegend an asiatischen Motiven orientiert, in den letzten Zügen. Die Boyd Gaming Corporation hatte das Ende der Stardust-Ära bereits ein Jahr vor der Implosion angekündigt, denn die Jahrtausendwende hatte auch vor der Glücksspiel-Metropole in Nevada nicht Halt gemacht und einen Umbruch eingeläutet. Der nostalgische Charme alteingesessener Spielbanken und Casinos war nicht mehr zeitgemäß, daher setzten viele Betreiber eher auf hochentwickelte Spielautomaten in einem modernen Ambiente, als auf das angestaubte Flair vergangener Zeiten.

Doch nun wird das Stardust wiederbelebt und feiert sein Comeback – zumindest virtuell. Und das erstmal auch nur in Pennsylvania und in New Jersey. Die Boyd Gaming Corporation hat sich an das altehrwürdige Casino erinnert, eine Online Version davon entwickelt und bringt es nun in einer Partnerschaft mit FanDuel auf den Markt. Bereits im vergangenen Sommer ging das Projekt landesweit in Form einer Social App online, doch nun kann ab April 2021 auch endlich um echtes Geld gezockt werden.

Die Geschichte des Stardust Casino

Das Stardust hatte seine feierliche Eröffnung am 2. Juli 1958 – in dem Jahr, in dem gerade die Wirtschaft Nord- und Südamerikas die erste Rezession der Nachkriegszeit erlebte. An der Glücksspielmetropole Las Vegas hinterließ dieser Konjunkturrückgang hingegen keine Spuren. Das Geschäft blühte, und mit dem Stardust wurde das größte Hotel eröffnet, das es bis dahin weltweit gegeben hatte. Es zählte insgesamt 1.032 Zimmer und einen spektakulären Casino-Bereich, der mit außerordentlich erschwinglichen Preisen voll und ganz auf einen Massenbetrieb eingestellt war. Damals verfügte das Stardust zudem über eine Autovermietung, ein Fitness-Center, ein Einkaufszentrum, ein Buchmacher-Büro für Sportwetten, eine Hochzeitskapelle, mehrere Schwimmbäder, ein Wellness-Bad, einen 37.000 qm großen Ausstellungsbereich in Form eines Pavillons und über ein Veranstaltungszentrum von rund 23.000 qm, in dem in den Jahren 1970 bis 1973 und dann wieder von 1978 bis 1981 das kürzlich verstorbene Magier-Duo Siegfried & Roy mit ihrer spektakulären Show engagiert waren.

In den 1960er und 1970er Jahren war das Stardust ziemlich in Verruf geraten, da es geschäftliche „Verstrickungen mit der Mafia“ gegeben haben soll. Die Mafia soll dort über einen langen Zeitraum illegal Geld „abgeschöpft“ haben. Der damalige Manager des Stardust war Frank „Lefty“ Rosenthal, der Hollywood-Ikone Martin Scorsese als Vorbild für die Hauptfigur seines Klassikers „Casino“ diente: Sam „Ace“ Rothstein. Frank „Lefty“ Rosenthal war in früheren Jahren selbst ein professioneller Spieler gewesen, der im Lauf seines Lebens mehrere Male wegen gesetzwidrigen Glücksspiels verhaftet wurde. Mit diesem Schicksal war er nicht allein. Zahlreiche damalige Las Vegas-Größen waren häufig mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Vielen von ihnen wurde – ähnlich wie Lefty Rosenthal – ein Denkmal gesetzt, indem sie zum Teil unter anderem Namen als Vorbilder für spannende Hollywood-Klassiker dienten. Auch in der mehrfach Oscar-gekrönten Film-Trilogie „Der Pate“, die zu den künstlerisch bedeutendsten Werke der Filmgeschichte zählt, spielt Las Vegas eine große Rolle. Der Sänger, Schauspieler und Entertainer Frank Sinatra, der damals mit seinen Kollegen Dean Martin und Sammy Davis jr., die sich zu dritt „Rat Pack“ nannten und regelmäßig auf den großen Bühnen von Las Vegas engagiert waren, fühlte sich durch die Figur des Johnny Fontane  beleidigt. Diese Figur ähnelte ihm einfach zu sehr. Erschwerend hinzu kam, dass er selbst für die Rolle des Vito Corleone vorgesprochen hatte, allerdings abgelehnt wurde. Gemeinsam mit Sammy Davis jr. sammelte er im Rahmen einer Gala mehr als 600.000,- US Dollar, in der Hoffnung, damit die Produktion von Francis Ford Coppola stoppen zu können.