Sportwetten-Werbung und White Lable Buchmacher sind zwei große Themen, die aktuell in Großbritannien diskutiert werden. Die Glücksspielgegner würden gerne Werbung für Sportwetten komplett verbieten. Darüber hinaus soll es unmöglich gemacht werden, Werbung für Buchmacher aus dem Ausland unter einem White Label zu machen.

Sportwetten-Werbung auf Trikots heftig umstritten

Betvictor FussballIn Großbritannien wird aktuell mit viel Energie darüber gestritten, ob die Sportwetten-Werbung auf den Trikots der großen Sportvereine verboten werden soll. Auch weitere Einschränkungen der Sportwetten-Werbung werden von Interessengruppen gefordert. Die Glücksspielgegner sind in Großbritannien mittlerweile sehr gut organisiert, sodass eine große Gefahr besteht, dass die Sportwetten-Werbung deutlich eingeschränkt wird. Im Moment haben noch einige Clubs in der Premier League einen Trikotsponsor aus der Glücksspielbranche. Doch das könnte sich in Zukunft ändern, wenn wie gefordert das Verbot für Sportwetten-Werbung auf Trikots im Sport kommt. Diese Forderung gehörte zu einer Liste von Vorschlägen des House of Lords, die zum Thema Sportwetten und Sportwetten-Werbung erstellt worden ist. Den nächsten Wochen und Monaten dürfen sich die Sportwetten-Experten auf einige heiße Diskussionen einstellen, denn noch ist nicht klar, ob es tatsächlich zu einem Verbot von Sportwetten-Werbung auf Trikots kommen wird. Im Moment gibt es viele schwierige wirtschaftliche Themen in Großbritannien, sodass am Ende vielleicht auch die Entscheidung getroffen werden könnte, dass nicht auch noch die Glücksspielbranche beschränkt werden sollte. Aber im Moment ist das alles Spekulation.

Warum soll die Sportwetten-Werbung auf Trikots verboten werden? Viele Glücksspielgegner sehen in Sportwetten-Werbung in jeder Form ein Problem. Aber es gibt auch einige Experten, die dagegen sind, Sportwetten-Werbung allzu prominent bei den großen Clubs in der Premier League und in anderen Sportarten zu präsentieren. Argumentiert wird an dieser Stelle immer mit dem Spielerschutz. Doch ob das wirklich eine realistische Einschätzung ist, darf zumindest bezweifelt werden. Wer in der heutigen Zeit glaubt, dass Trikotwerbung nötig sei, um Fußballfans daran zu erinnern, dass es Sportwetten gibt, ist vermutlich nicht ganz auf dem neuesten Stand. Bei der Werbung für Sportwetten geht es vor allem darum, die eigene Marke in den Vordergrund zu stellen. Jeder Fußballfan, der sich die Premier League anschaut, weiß schon vorher, dass es Sportwetten gibt. Für die Buchmacher geht es nur darum, die Sportwetten-Fans davon zu überzeugen, bei ihnen die Wette abzuschließen. Deswegen könnte es auch durchaus rechtliche Hürden geben für ein Verbot von Sportwetten-Werbung. Vor allem: Es wäre wichtig, ein solides wissenschaftliches Fundament für ein Verbot von Sportwetten-Werbung zu haben. Dieses Fundament fehlt jedoch bislang, nicht nur in Großbritannien.

White Label Buchmacher sind Ärgernisse für Glücksspielgegner 

Was sind White Lable Buchmacher? In Großbritannien gibt es asiatische Buchmacher, die unter speziell für den britischen Markt geschaffenen Marken Werbung machen, zum Teil auch auf Trikots der Premier League. Wenn die eigentliche Marke durch eine neue Marke verdeckt wird, wird das als White Label Marketing bezeichnet. Im Grunde genommen ist das ein alter Hut, nicht nur bei den Sportwetten. Doch warum machen die asiatischen Buchmacher genau das? Es ist deutlich einfacher, Werbung für White Lable Buchmacher zu kreieren, die formal in Großbritannien ansässig sind. Doch im Kern geht es den asiatischen Buchmacher, deren Angebot Großbritannien überhaupt nicht verfügbar ist, nicht um den britischen Markt. Die Premier League ist ein internationales Produkt und auf der ganzen Welt gibt es interessante Märkte für die asiatischen Wettanbieter. Diese Märkte stehen im Fokus bei der Marketingstrategie. Es ist nachvollziehbar, dass das für die Glücksspielgegner ein großes Ärgernis ist. Aber letztlich hat die UK Gambling Commission vor allem die Aufgabe, die britischen Sportwetten-Glücksspiel-Fans zu schützen. Es gibt keinen übergeordneten Auftrag, die ganze Welt zu retten. Trotzdem ist es verständlich, dass das Thema immer wieder hochkocht. Es kann gut sein, dass die White Lable Buchmacher komplett verboten werden. Letztlich ist das Thema aber relativ klein, da aktuell nur noch ein einziger Club in der Premier League einen White Lable Buchmacher als Sponsor hat.

Großbritannien muss sich entscheiden, ob Sportwetten in Zukunft genauso lukrativ sein sollen für den Staat wie bisher. Bislang hat sich Großbritannien durch eine pragmatische Regulierung der Sportwetten und Glücksspiele ausgezeichnet. Vor allem im Online-Bereich konnte Großbritannien in den letzten Jahren durch vernünftige Regelungen punkten. Doch in den letzten Monaten gibt es eine bedenkliche Tendenz, Regeln einzuführen, die letztlich den Spielerschutz nicht verbessern, dafür aber den Glücksspielgegnern gefallen. Letztlich sollte es immer darum gehen, bei einer Glücksspielregulierung den Spielerschutz zu optimieren. Dabei muss immer berücksichtigt werden, dass eine zu scharfe Regulierung dazu führt, dass ein Schwarzmarkt entsteht. Ansonsten wäre es zum Beispiel auch möglich, Online-Sportwetten und Online-Glücksspiele komplett zu verbieten. Dass das in der Praxis nicht funktioniert, lässt sich zum Beispiel an der Geschichte des Online-Glücksspiels in Deutschland in den letzten Jahren sehr gut belegen.

Hier mehr über White Lable Buchmacher und Sportwetten-Werbung in Großbritannien lesen (auf Englisch).