Die Spiele-Apps in Deutschland waren im ersten Halbjahr 2020 sehr erfolgreich. Der Umsatz ist um 23 Prozent gewachsen. Insgesamt wurden in Deutschland in den ersten sechs Monaten des Jahres 1,1 Milliarden Euro mit Spiele-Apps umgesetzt. Die aktuellen Wachstumszahlen dürften viel mit der besonderen Situation im ersten Halbjahr zu tun haben. In den letzten Monaten ist viel darüber gesprochen worden, dass die Digitalisierung sich durch die Gesundheitskrise beschleunigen könnte. Beim Blick auf den Umsatz mit Spiele-Apps wird deutlich, dass das keine Übertreibung ist. In Deutschland stieg der Umsatz im ersten Halbjahr mit Spiele-Apps um beeindruckende 23 Prozent. Das ist eine echte Hausnummer. Ein Blick auf den Umsatz zeigt, dass das Geschäft mit Spiele-Apps in Deutschland mittlerweile ein Milliardenmarkt ist. Im ersten Halbjahr ist es gelungen, einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro in gerade einmal sechs Monaten zu erwirtschaften.

Krise fördert Wachstum bei Spiele-Apps

Spiele HandyDer Umsatz besteht zum einen aus den App-Käufen, und zum anderen aus den In-App-Käufen. In vielen Spiele-Apps gibt es die Möglichkeit, nach dem Kauf des Spiels innerhalb des Spiels noch zusätzliche Features über einen Kauf zu aktivieren. Darüber hinaus gibt es auch Spiele-Apps, die zunächst kostenlos sind und dann Kaufoptionen innerhalb der App für zusätzliche Möglichkeiten bieten. Das Geschäftsmodell der Spiele-Apps funktioniert schon seit Jahren gut, nicht nur in Deutschland. Aber die aktuelle Krise hat nach aktuellen Erkenntnissen das Wachstum im ersten Halbjahr deutlich beschleunigt. Das dürfte auch niemanden überraschen, denn durch die äußeren Umstände waren viele Menschen dazu gezwungen, zu Hause zu bleiben. Wer mehr Freizeit hat, sucht automatisch auch nach neuen Betätigungsmöglichkeiten. Warum also nicht Spiele-Apps nutzen, die ohnehin von vielen Menschen schon genutzt werden, um kleine und große Pausen im Alltag zu überbrücken?

Die Spiele-Apps wurden nach aktuellen Erkenntnissen aber nicht nur genutzt, um solo zu Hause zu spielen. Ein wichtiger Faktor für viele Nutzer ist die Möglichkeit, online mit anderen Spielern aktiv zu werden. Es gibt nicht nur die großen Online-Spiele, die zum Beispiel auch beim Esport eine wichtige Rolle spielen. Auch kleine Spiele-Apps bieten oft die Möglichkeit, online gegen andere Spieler anzutreten. Mittlerweile gibt es zum Beispiel nahezu jedes Brettspiel auch in einer digitalen Variante. Über das Internet ist es sehr leicht machbar, diese Brettspiele dann zum Beispiel gegen Verwandte oder auch gegen Freunde zu erleben. In Zeiten, in denen die sozialen Kontakte ohnehin leiden, waren die Spiele-Apps eine gute Hilfe, um den Alltag etwas unterhaltsamer zu gestalten. Noch ist nicht ganz klar, wie sich die zusätzlichen Umsätze zwischen neuen Kunden und Bestandskunden aufteilen. Aber es liegt nahe zu vermuten, dass die Bestandskunden deutlich mehr gespielt haben als sonst und zusätzlich auch noch viele neue Kunden hinzugekommen sind. Wie das genaue Verhältnis ist, wird sich wahrscheinlich erst mit einigem Abstand auf der Basis der Geschäftsdaten der diversen Unternehmen ermitteln lassen. Für die gesamte Branche ist es in jedem Fall positiv, dass die Spiele-Apps deutlich besser funktioniert haben als viele andere Produkte in der ersten Hälfte des Jahres 2020. Viele Branchen mussten heftige Einbußen hinnehmen. Doch vor allem die Spiele-Hersteller, nicht nur die Hersteller der Spiele-Apps, gehören zu den Profiteuren der Krise. Im zweiten Halbjahr muss sich zeigen, ob der Trend sich fortsetzt oder ob es vielleicht sogar einen Rückgang gibt, weil sich die Situation in Deutschland wieder ein Stück weit normalisiert hat.

Spiele-Apps entwickeln sich seit Jahren gut in Deutschland

Spiele-Apps sind enorm erfolgreich, nicht nur in Deutschland. Aber auch in Deutschland lässt sich gut nachvollziehen, wie die Spiele-Apps in den letzten Jahren einen riesigen Markt gebildet haben. Im Jahr 2018 lag der Jahresumsatz bereits über 1 Milliarde Euro. In diesem Jahr könnte zum ersten Mal die Schwelle von 2 Milliarden überschritten werden. Das würde bedeuten, dass sich der Umsatz innerhalb von zwei Jahren der Umsatz verdoppelt würde. Auch wenn noch nicht ganz sicher ist, dass dieses Ziel erreicht wird, gibt es doch einen eindeutigen Trend. Die spannende Frage wird in den nächsten Jahren sein, wie groß der Markt der Spiele-Apps noch werden kann. Mittlerweile ist das Smartphone ein selbstverständlicher Bestandteil für die meisten Menschen im Alltag. Deswegen gibt es wahrscheinlich nicht mehr viele Menschen, die durch den Kauf des ersten Smartphones überhaupt in die Reichweite der Spiele-Apps kommen. Aber es gibt einen anderen Effekt, der dazu beitragen könnte, dass das Wachstum noch viele Jahre andauert. Bei den Spielen ist gut zu erkennen, dass die jüngeren Altersklassen deutlich aktiver sind. Doch die jüngeren Altersklassen altern und deswegen wird es in den nächsten Jahren auch in den älteren Alterskohorten wahrscheinlich deutlich mehr Spiele-Nutzer geben als bisher. Somit könnte sich durch diesen demografischen Effekt ein noch deutlich größerer Markt ergeben als bisher. Es lässt sich schwer abschätzen wie groß das Wachstumspotential für Spiele-Apps noch ist. Aber alle Experten sind sich einig, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. Ein wichtiger Faktor dürfte dabei auch sein, dass die Qualität der Spiele seit Jahren besser wird.

Die ersten Spiele-Apps waren noch sehr einfache Games ohne spektakuläre Grafiken. Doch mittlerweile bietet ein Smartphone hervorragende Möglichkeiten, auch komplexe Spiele umzusetzen. Die Spiele-Hersteller stehen in ihrer Evolution noch relativ weit am Anfang, sodass davon auszugehen ist, dass in den nächsten Jahren die Spiele-Apps insgesamt noch ganz neue Niveaus erreichen werden. Auch das könnte dazu beitragen, dass der Spielemarkt weiter wächst. Auf der anderen Seite gibt es allerdings auch jetzt schon einen großen Markt für Smartphone-Nutzer, die sehr einfache Spiele für die kurzweilige Unterhaltung nutzen. Nicht jeder App-Nutzer möchte ein umfangreiches Spiel mit einem komplexen Regelwerk erleben. Aber es ist gut, dass die Bandbreite an verfügbaren Spiele-Apps wächst. Die typischen Computerspieler, die einen sehr hohen Anspruch haben, sind mittlerweile auch immer öfter als Nutzer von Spiele-Apps zu finden. Das liegt vor allem daran, dass es immer mehr Spiele gibt, die inhaltlich ein hohes Niveau haben. Für einen echten Spiele-Fan, der aus der Welt der Videospiele und Computerspiele kommt, geht es nicht immer in erster Linie um spektakuläre Grafiken. Noch wichtiger ist, dass eine erstklassige Spielidee vorhanden ist. Die Computerspiele und Videospiele haben sich im Laufe der letzten beiden Jahrzehnte enorm entwickelt. Es ist davon auszugehen, dass die Spiele-Apps mit immer besseren Smartphones noch wesentlich aufregender werden für die Nutzer. Das Smartphone wird auf absehbare Zeit das wichtigste technische Gerät für die meisten Menschen bleiben. Mit jeder Evolutionsstufe des Smartphones wird es allerdings auch eine neue Evolutionsstufe bei den Spiele-Apps geben, sodass die nächsten Jahre definitiv spannend werden für Spiele-Fans.

Auch Online Casinos wachsen in Deutschland

Neben den Spiele-Apps gibt es nicht nur die Videospiele und Computerspiele. Auch die Casino-Spiele sind mittlerweile ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. In Deutschland gibt es sehr viele Online Casinos, die mit EU-Lizenzen ausgestattet sind. Aber ab Mitte 2021 wird es eine Glücksspielregulierung in Deutschland geben, die auch die Online Casinos umfasst. Deswegen wird es in Zukunft auch Online Casinos mit deutscher Glücksspiel-Lizenz geben. Die spannende Frage für die nächsten Jahre ist, wie sich der Online-Glücksspielmarkt im Internet in Deutschland entwickeln wird. Dabei muss genau unterschieden werden zwischen dem regulierten Markt und dem nicht regulierten Markt. Im Moment gibt es nur einen einzigen Markt in Deutschland, da keine Glücksspiel-Regulierung der Online-Anbieter stattfindet. Der Markt für Casino-Spiele ist in den letzten Jahren enorm gewachsen. Das ist letztlich auch der Grund, warum sich die Politik dazu genötigt fühlt, eine Glücksspiel-Regulierung für diesen Bereich umzusetzen. Doch in Zukunft muss unterschieden werden zwischen dem regulierten Markt und dem nicht regulierten Markt. Im Idealfall wird nahezu der komplette derzeit nicht regulierten Markt in einen regulierten Markt überführt. Doch es kann durchaus passieren, dass das nicht optimal gelingt. Dann gibt es neben dem regulierten Markt auch noch Angebote, die nicht unter einer deutschen Lizenz funktionieren. Warum ist das wichtig? Wenn es um das Wachstum des Online-Glücksspiels geht, darf nicht nur der regulierte Markt betrachtet werden. Es ist wichtig, das gesamte Wachstum zu sehen, um eine realistische Einschätzung zu bekommen.

Es gibt verschiedene Szenarien, die von Experten aktuell ins Spiel gebracht werden. Eine Möglichkeit wäre, dass der Markt insgesamt kleiner wird durch die neue Glücksspiel-Regulierung. Eine andere Option wäre, dass es einen relativ kleinen regulierten Markt gibt und daneben einen sehr großen nicht regulierten Markt. Es ist eher unwahrscheinlich, dass der regulierte Glücksspielmarkt in Deutschland im gleichen Tempo wachsen wird wie der unregulierte Markt in den letzten Jahren. Warum ist das so? Die Vorgaben für die Casino-Betreiber sind in Deutschland deutlich strenger als bei den Lizenzbehörden, die EU-Lizenzen vergeben. Deswegen werden die Online Casinos mit deutscher Lizenz aller Voraussicht nach nicht so attraktiv sein wie die Online Casinos mit EU-Lizenz. Die spannende Frage wird am Ende sein, ob die deutschen Behörden es schaffen, die nicht regulierten Casinos vom Markt fernzuhalten. Das wäre für die Glücksspiel-Regulierung positiv. Aber auf der anderen Seite würde das wahrscheinlich dazu führen, dass der Markt insgesamt langsamer wachsen oder sogar schrumpfen würde. Da es in Deutschland bisher nie eine Regulierung für Online-Glücksspiele gegeben hat, lässt sich schwer abschätzen, in welche Richtung sich der Markt mit den deutschen Casino-Lizenzen entwickeln wird. Aber klar ist, dass sich für die deutschen Glücksspiel-Fans ab Mitte 2021, wenn der Glücksspielstaatsvertrag in Kraft tritt, einiges ändern wird.