Mit Slots-Manipulationen Millionen abzocken? So mancher Glücksspiel-Fan hat schon davon geträumt, einen Automaten in irgendeiner Weise so zu beeinflussen, dass immer ein Gewinn ausgeschüttet wird. Eine Verbrecherbande hat genau das gemacht und auf diese Weise wahrscheinlich über eine halbe Million Euro in ganz Deutschland abgeräumt. Bei Spielhallen ist die Sache normalerweise ganz einfach. Die Spielhallenbesitzer gewinnen langfristig immer, da alle Slots eine Auszahlungsquote unter 100 Prozent haben. Genauso sicher ist, dass die Spielhallen-Kunden langfristig immer verlieren. Aber ein aktueller Fall zeigt, dass es durchaus möglich ist, mit gezielten Manipulationen Slots so zu beeinflussen, dass der Spielhallenbesitzer am Ende in die Röhre guckt.

Spielhallenbesitzer ordentlich abgezockt

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Kürzlich ist in Fürstenfeldbruck ein Täter aufgefallen, der einen Automaten allem Anschein nach so manipuliert hatte, dass die Auszahlungsquote über 100 Prozent lag. Dem Spielhallen-Besitzer war der Täter durch seltsames Verhalten aufgefallen. Bei den Nachforschungen entdeckte die Polizei dann, dass der Mann zu einer Verbrecherbande gehört, die wahrscheinlich schon seit Monaten im ganzen Bundesgebiet Spielhallenbesitzer abgezockt. Diverse Razzien in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Bayern haben den Verdacht erhärtet. Doch der Schaden ist immens und zum aktuellen Zeitpunkt kann niemand ganz genau sagen, ob nicht deutlich mehr Geld abgezockt worden ist. Zudem gibt es auch die Möglichkeit, dass sich andere Verbrecher die gleiche Methode zu Nutze gemacht haben wie die aktuell gefassten Täter. Doch wie konnte das überhaupt passieren? Was haben die Täter gemacht, um die Spielhallenbesitzer um ihren Lohn zu bringen? Früher standen in Spielhallen mechanische Geräte, die relativ anfällig waren für Manipulationen. Doch schon seit vielen Jahren gibt es fast ausschließlich elektronische Geräte, die auf Software-Basis funktionieren. In der Regel sind diese Spiele deutlich sicherer für die Betreiber als die alten mechanischen Geräte. Aber der aktuelle Fall zeigt, dass es Lücken geben kann. Die Verbrecher, die in den letzten Monaten die Spielhallen-Besitzer in Deutschland um insgesamt über 500.000 Euro gebracht haben, haben sich wohl eine Lücke in der Software zu Nutze gemacht.

Durch einige gezielte Eingaben war es wohl möglich, die Auszahlungsquote deutlich zu erhöhen. Derartige Manipulationen sind nicht erlaubt. Aber allem Anschein nach hat sich die Verbrecherbande zahlreiche Komplizen in Spielhallen gesucht, die gegen eine kleine finanzielle Beteiligung dazu bereit waren, in die andere Richtung zu schauen. Viele Spielhallen-Betreiber werden sich in den letzten Monaten über schlechte Ergebnisse gewundert haben. Aber es kann durchaus sein, dass auch einmal eine schlechte Phase gibt, denn die modernen Slots haben hohe Auszahlungsquoten, sodass es passieren kann, dass ein Spielhallen-Betreiber über einen kurzen Zeitraum nichts verdient oder sogar Verluste macht. Aber normalerweise gleichen sich derartige Verluste sehr schnell wieder aus.

Wer ist schuld an den Slots-Manipulationen?

Für die Abzocke der Spielhallen-Betreiber müssen sich die Täter verantworten, die durch Manipulationen riesige Summen erbeutet haben. Aber die eigentliche Verantwortung dafür, dass derartige Manipulationen überhaupt möglich waren, durfte dann doch an anderer Stelle liegen. Bedauerlicherweise ist nicht bekannt, um welche Geräte oder um welchen Hersteller es sich handelt. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass ein Software-Fehler dazu geführt hat, dass überhaupt Manipulationen möglich waren. Das wäre dann ein Versäumnis seitens des Spieleherstellers. Erfahrungsgemäß sind solche Fehler aber vertraglich abgesichert, sodass die Spielhallen-Betreiber kaum die Möglichkeit haben werden, den Spielehersteller zu verklagen. Theoretisch wäre es auch denkbar, dass die Manipulation weit über die Spielhallen hinausging. Vielleicht hat auch ein findiger Mitarbeiter beim Spielehersteller herausgefunden, wie es möglich ist, die Software gezielt so zu verändern, dass in den Spielhallen die Abzocke überhaupt erst möglich wird. Das würde dem Verbrechen dann eine zusätzliche Dimension geben. Im Laufe der Jahrzehnte hat es immer wieder Manipulationen in Spielhallen gegeben. Das Phänomen ist nicht neu, aber die Größenordnung beim aktuellen Fall ist dann doch beeindruckend. Ein interessantes Detail an dieser Stelle ist allerdings, dass die ganz normalen Kunden in den Spielhallen keinen Nachteil hatten.

Vielen Glücksspiel-Fans ist vielleicht gar nicht bewusst, dass Abzocke in Spielhallen keine Seltenheit ist. Es gibt sehr viele seriöse Spielhallen-Betreiber, aber es gibt auch schwarze Schafe. Entgegen vieler Unkenrufe ist das Glücksspiel im Internet bei den seriösen Anbietern sehr sicher. Das wird auch für die zahlreichen Online Casinos gelten, die demnächst eine deutsche Lizenz haben. Die neue Glücksspielbehörde, die in Sachsen-Anhalt entsteht, wird sich intensiv darum kümmern, dass die Anbieter sich korrekt und fair verhalten. Genauso muss es auch sein, denn Glücksspiel-Fans müssen sich darauf verlassen können, dass die Spiele sauber ablaufen. Der Glücksspielanbieter hat ohnehin immer einen Vorteil, sodass es auch überhaupt keinen Grund gibt, irgendwelche manipulierten Spiele anzubieten. Auf diese Idee kommen nur Kriminelle, die den Hals nicht voll bekommen. Ein seriöser Glücksspielanbieter kann gute Geschäfte machen mit fairen und korrekten Spielen. Auch deswegen dürfte sich das Mitleid mit den Spielhallen-Betreibern, die durch die aktuellen Slots-Manipulationen in Deutschland abgezockt worden sind, bei den meisten Glücksspiel-Fans in Grenzen halten.