Die Slots-Branche in Deutschland verlangt mehr Verlässlichkeit. Nach Einschätzung des Sprechers des Branchenverbands DAW (Die Deutsche Automatenwirtschaft e.V.), Georg Stecker, ist die aktuelle Situation in Deutschland für die Glücksspielanbieter dramatisch. In Deutschland sind aktuell viele Branchen unter Druck. Seit Monaten findet der Kampf gegen die Gesundheitskrise unter anderem auch durch die Schließung von Ladengeschäften statt. Die Spielhallen waren seit Beginn der Krise mehrfach von Schließungen betroffen. Auch aktuell müssen die Spielhallen-Betreiber mit wenigen Ausnahmen auf Geschäfte verzichten. Im Saarland gibt es einen Modellversuch, in dessen Rahmen auch die Spielhallen wieder geöffnet sind. Aber in den anderen Bundesländern sind die Spielhallen fast durchweg geschlossen. Es gibt auch keine echte Perspektive für die Wiedereröffnung.

Slots-Branche will echte Perspektive in Krise

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Ein großes Problem für die Glücksspielbranche ist, dass es nicht einmal einen Fahrplan gibt, wann wieder zahlende Kunden empfangen werden dürfen. Für den DAW-Sprecher Georg Stecker ist das ein großes Problem. Die Glücksspielbranche hat im letzten Jahr viel Geld investiert in die Umsetzung strenger Hygienevorschriften. Doch kaum waren die Spielhallen zum größten Teil an die neuen Vorgaben angepasst, kam schon wieder die nächste Schließung. Ein Problem dürfte sein, dass die Politik die Spielhallen weit unten auf der Prioritätenliste hat. Das ist auch nachvollziehbar, denn das Glücksspiel hat in Deutschland keine Lobby. Da auch viele andere Branchen im Moment leiden müssten, könnten es sich Politiker im Moment überhaupt nicht leisten, ausschließlich Spielhallen zu öffnen. Medialer Druck findet auch nicht statt, anders als zum Beispiel bei Schulöffnungen und beim normalen Einzelhandel.

DAW-Sprecher Georg Stecker weist in seiner aktuellen Stellungnahme darauf hin, dass es nicht nur um die Spielhallen geht. Die Glücksspielbranche ist auch durch die Schließung der Gastronomie hart getroffen worden. Nach wie vor gibt es in Deutschland viele Lokale, in denen Spielgeräte stehen. Diese Spielgeräte sind im Moment völlig nutzlos. Es wird wahrscheinlich auch noch lange dauern, bis die Slots in den Gaststätten wieder Einnahmen bringen, denn selbst bei einer Wiedereröffnung der Gastronomie wird zu Beginn wahrscheinlich nur die Außengastronomie zugelassen werden. Umso wichtiger wäre es, den Spielhallen-Betreibern eine Perspektive zu geben. Sogar die große Gauselmann-Gruppe, einer der größten Glücksspielkonzerne in Europa, hat im letzten Jahr zum ersten Mal in der Geschichte ein negatives Geschäftsergebnis vorlegen müssen. Daran wird schon deutlich, wie schwierig die Situation ist. Die Gauselmann-Gruppe wird die Krise wahrscheinlich ohne Entlassungen überstehen. Aber die vielen kleinen Spielhallen-Betreiber, die auf die Einnahmen aus ihrem Geschäft angewiesen sind, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren, sind in einer dramatischen Situation. Ein weiteres Problem ist, dass viele Spielhallen-Betreiber Anspruch haben auf Wirtschaftshilfen. Doch die Wirtschaftshilfen, die Deutschland schon im letzten Jahr beschlossen hat, sind zum größten Teil noch nicht bei den Spielhallen-Betreibern angekommen. Wenn schon keine Öffnung der Spielhallen möglich wäre, sollte laut Stecker doch zumindest die Auszahlung der Wirtschaftshilfen erheblich beschleunigt werden.

Stationäres Glücksspiel erheblich unter Druck

Für die Betreiber der Spielhallen ist die Gesundheitskrise zu einer fundamentalen Krise geworden. Viele dürften sich aktuell bereits die Sinnfrage stellen. Lohnt es sich wirklich noch, eine Spielhalle zu betreiben? Vor allem die kleinen Anbieter haben wahrscheinlich gar keine andere Wahl, als irgendwie durchzuhalten. Aber die Rahmenbedingungen sind insgesamt schwierig. Der neue Glücksspielstaatsvertrag wird zu weiteren Schließungen von Spielhallen führen. Es gibt diverse Regeln im Glücksspielstaatsvertrag, die es den Spielhallen-Betreibern schwer machen. Beispielsweise muss ein Mindestabstand zwischen Spielhallen gewährleistet sein. Ist dieser Mindestabstand nicht vorhanden, kann die zuständige Kommune auch eine vorhandene Konzession entziehen. Ein anderes Problem ist, dass die Online Casinos in Deutschland mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag zum ersten Mal reguliert werden. Bislang konnten sich die Spielhallen-Betreiber noch Hoffnung machen, dass das Online-Glücksspiel irgendwann in Deutschland verboten werden könnte. Doch diese Hoffnung ist enttäuscht worden. Das Gegenteil ist der Fall: Bald gibt es sogar Online-Spielbanken mit deutscher Lizenz.

Die Spielhallen-Betreiber haben große Herausforderungen in den nächsten Monaten vor sich. Zwar deutet sich an, dass die Gesundheitskrise irgendwann im Sommer so weit unter Kontrolle sein dürfte, dass das stationäre Glücksspiel wieder in deutlich größerem Umfang möglich sein wird als im Moment. Aber die Glücksspielbranche und auch die Glücksspielverbände wären gut beraten, nicht davon auszugehen, dass es schnell zu einer Normalisierung der Geschäftsergebnisse kommt. Es wird vermutlich noch lange dauern, bis die alten Zahlen erreichbar sind. Das Jahr 2021 dürfte für die meisten Glücksspielanbieter in Deutschland etwas besser laufen als das Jahr 2020. Aber glänzende Zahlen werden vor allem Glücksspielanbieter produzieren können, die größtenteils im Online-Geschäft unterwegs sind. Im Moment gibt es nicht viele Unternehmen in Deutschland, auf die das zutrifft. Aber durch den neuen Glücksspielstaatsvertrag dürfte sich das in den nächsten Jahren zumindest teilweise ändern. Vielleicht ist die deutsche Glücksspielbranche auf die nächste Krise dann besser vorbereitet als auf die aktuelle. Eines ist sicher: Die Idee, dass das Glücksspiel allenfalls in einem Krieg zum Stillstand käme, ist überholt. Auch eine nicht sonderlich komplexe Gesundheitskrise reicht offensichtlich schon aus, um zumindest das stationäre Glücksspiel lahmzulegen.