Scientific Games meldet einen Umsatzrückgang von 157 Millionen Dollar im dritten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahr. Das ist ein herber Rückschlag, der aber nicht unerwartet kommt. Scientific Games ist als Glücksspielanbieter nicht nur in vielen Online Casinos präsent, sondern auch im Offline-Glücksspiel sehr aktiv.

Scientific Games muss in Krise Federn lassen

Scientific GamesFür den amerikanischen Glücksspielanbieter Scientific Games entwickelt sich die Krise unangenehm. Der Umsatz ist um 157 Millionen Dollar im dritten Quartal nach unten gegangen. Der Gewinn ist von 343 Millionen Dollar auf 235 Millionen Dollar gesunken. Es gibt nicht wenige Unternehmen, die sich über derartige Zahlen aktuell mehr als freuen würden. Immerhin ist es Scientific Games gelungen, deutlich im Plus zu bleiben. Aber im Vergleich zum Vorjahr wird dann doch deutlich, dass die Glücksspielbranche erheblich leidet unter den aktuellen Rahmenbedingungen. Vor allem das Offline-Glücksspiel hat viel dazu beigetragen, dass die Zahlen bei Scientific Games nach unten gegangen sind. In den USA waren im zwei dritten Quartal fast alle Casinos wieder geöffnet. Aber die Umsätze waren nach wie vor deutlich unter dem üblichen Niveau. Allerdings hat Scientific Games auch ein paar positive Zahlen in der Quartalsbilanz. Beispielsweise ist der Umsatz mit Lotto leicht gestiegen. Auch das Online-Glücksspiel ist insgesamt gut gelaufen. Dadurch konnten die Verluste in anderen Bereichen teilweise kompensiert werden. Aber das Hauptgeschäft der Glücksspielbranche findet nach wie vor offline statt und das ist für einen Anbieter wie Scientific Games aktuell ein echtes Problem. Im Gegensatz zu vielen europäischen Glücksspielanbietern ist Scientific Games nach wie vor stark im klassischen Glücksspielgeschäft außerhalb des Internets verhaftet.

Die aktuellen Zahlen haben den Free Cash Flow leicht reduziert. Aber nach wie vor ist Scientific Games ein finanziell gut aufgestelltes Unternehmen. Zudem ist absehbar, dass die Krise endet, sodass es mittlerweile nur noch darum geht, die nächsten Monate gut zu überbrücken. Das wird eine schwierige Aufgabe, da im Moment nicht absehbar ist, welche Länder die Krise gut in den Griff bekommen. Über den Winter könnte es durchaus passieren, dass noch einmal zahlreiche Casinos in den USA und in anderen Ländern geschlossen werden müssen. Auch im dritten Quartal 2020 hat sich gezeigt, dass die Online-Spielbanken die Verluste, die offline entstehen, nicht vollständig kompensieren können. Das würde sich auch bei der ähnlichen Situation in den nächsten Monaten und Quartalen nicht ändern. Aber solange Scientific Games Gewinn macht, sollte es möglich sein, relativ unbeschadet aus der Krise herauszukommen. Ohnehin ist es sinnvoll, nicht nur die eigenen Zahlen zu schauen, sondern auch auf die Zahlen der Konkurrenz. Scientific Games steht deutlich besser da als viele andere Glücksspielanbieter. Selbst einige Glücksspielkonzerne in Las Vegas sind mittlerweile finanziell doch recht stark unter Druck geraten. Das wird unter anderem daran deutlich, dass sogar einige große Casinos zum Verkauf angeboten werden. Offiziell hat das natürlich nichts mit der Krise zu tun. Aber nicht nur Insider wissen, dass das zumindest nicht die ganze Wahrheit ist.

Glücksspiel bleibt auch in der Krise beliebt

Es gibt viele Unternehmen und Konzerne, die sich nicht darauf verlassen können, dass nach der Krise das Geschäft wieder genauso gut laufen wird wie vor der Krise. Beispielsweise ist überhaupt nicht klar, ob die Menschen in Zukunft genauso viel reisen werden wie früher. Vor allem im Geschäftsbereich könnte es durchaus passieren, dass viele Reisen in Zukunft ersatzlos gestrichen werden. Deswegen könnte das Geschäft für Fluggesellschaften, Hotels und ähnliche Unternehmen deutlich schlechter werden. Die Glücksspielbranche hat dieses Problem jedoch nicht. Selbst in der tiefsten Krise hat sich gezeigt, dass der Bedarf nach Glücksspiel riesig ist. Es gab nur einen einzigen Grund, warum deutlich weniger gespielt worden ist als vorher: Das Angebot war nicht verfügbar! Konkret bedeutet dies, dass viele Spielbanken geschlossen waren. Zudem gab es für viele Wochen nicht einmal Sportwetten als Alternative. Speziell in den USA, dem Heimatmarkt von Scientific Games, wird sich auch durch die Krise angefeuert einiges ändern. Vor allem dürfte das Online-Glücksspiel deutlich wachsen.

Wenn in der nächsten Krise wieder alle Spielbanken schließen geschlossen werden müssen, wollen Unternehmen wie Scientific Games wahrscheinlich nicht mehr auf einen großen Teil ihrer Einnahmen verzichten. In Europa hat sich sehr viel stärker als in den USA gezeigt, dass ein großer Teil der Glücksspiel-Fans ins Internet abgewandert ist. In den USA war das nur in einigen Bundesstaaten möglich, da Online-Spielbanken in den meisten Bundesstaaten noch nicht zulässig sind. Doch das könnte sich schnell ändern, denn während es vor der Krise noch viele Skeptiker in der traditionellen Glücksspielbranche gab, die das Online-Glücksspiel am liebsten verbieten wollten, hat sich die Stimmung komplett gedreht. Mittlerweile gibt es kaum noch einen großen Glücksspielanbieter in den USA, der nicht damit begonnen hat, dass Online-Geschäft aufzubauen oder auszubauen.

Hier mehr über die Bilanz im dritten Quartal 2020 von Scientific Games lesen (auf Englisch).