Die Schweiz ist in vielerlei Hinsicht anders. Das wird auch an einer aktuellen Debatte um Sportwetten im Amateurbereich deutlich. Aktuell ist geplant, Sportwetten in begrenztem Umfang zuzulassen. Doch vor allem die Fußballclubs, die von dieser Regelung profitieren könnten, positionieren sich überwiegend gegen die Sportwetten. In der aktuellen Debatte geht es nicht um Online-Buchmacher oder gar Online Casinos.

Sportwetten als besonderes Angebot der Clubs

SportwettenIn der Schweiz dürfen die lokalen Sportvereine demnächst wohl Ergebniswetten anbieten. Die Regelungen sind je nach Kanton unterschiedlich und durchweg sehr streng. In der Schweiz gibt es bislang nicht die Möglichkeit, Sportwetten als Fußballverein oder anders gearteter Sportverein anzubieten. Aber das soll sich nun ändern. Die Idee ist ganz einfach: Die Vereine sollen die Chance bekommen, ihren Zuschauern vor Ort Ergebniswetten anzubieten. Jeder Zuschauer, der ein Spiel besucht, hätte dann die Möglichkeit, einen Tipp auf das Ergebnis abzugeben. Bei dieser Form der Sportwette ist es nicht gestattet, einen Buchmacher einzuschalten. Auch Online-Sportwetten sind nicht vorgesehen. Das Sportwetten-Angebot soll ausdrücklich nur für die anwesenden Zuschauer verfügbar sein. Zudem dürfen die Vereine die Sportwetten nur dann anbieten, wenn sie keine „wirtschaftlichen Aufgaben“ haben. Übertragen auf Deutschland würde man wohl davon sprechen, dass die Vereine gemeinnützig sein müssen. Damit soll wohl verhindert werden, dass die Wetten zu einem lukrativen Geschäft gemacht werden. Vielmehr möchte die Schweizer Politik dafür sorgen, dass sich die Amateurclub besser finanzieren können. Da auch in der Schweiz Sportwetten generell recht beliebt sind, könnte die Rechnung aufgehen. Allerdings ist die Frage, ob viele Clubs diese Option überhaupt nutzen werden.

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass keine riesigen Einnahmen über Sportwetten direkt im Stadion generiert werden können. Zudem ist es denkbar, dass die Einsatzhöhe begrenzt wird, damit das Thema nicht zu groß wird. Wenn die Clubs sehr hohe Einsätze zulassen würden, ginge es in vielen Fällen wahrscheinlich nicht darum, nur Spaß zu haben. Es ist kein Zufall, dass die meisten Sportwettenanbieter darauf verzichten, Wetten auf untere Amateurklassen anzubieten. Die Gefahr einer Spielmanipulation nimmt zumindest theoretisch zu mit sinkenden Gehältern zu. Amateurspieler, die vielleicht nur eine kleine Aufwandsentschädigung bekommen, sind zumindest in der Theorie deutlich anfälliger für Spielmanipulationen. Aber ohne Zweifel wäre es möglich, die Wetten innerhalb der Clubs so zu reglementieren, dass dieses Thema überhaupt nicht aufkäme. Wenn der Maximaleinsatz sehr niedrig angesetzt würde, gäbe es in der Praxis kaum die Chance, eine Spielmanipulation erfolgreich umzusetzen. Zudem wäre es auch möglich, die Quoten zu begrenzen, damit selbst bei etwas höheren Einsätzen überhaupt keine spektakulären Gewinne möglich wären. All die Optionen, die ein moderner Online-Buchmacher bietet, dürfen die Clubs nach der geplanten Sportwetten-Reform ohnehin nicht anbieten. Ausschließlich Ergebniswetten sind vorgesehen.

Clubs nicht sonderlich begeistert von Sportwetten-Idee

Nicht nur in der Schweiz sind Amateurvereine eigentlich immer offen für neue Einnahmequellen. Es ist schlichtweg schwierig, einen Club in einer attraktiven Amateurklasse zu halten, ohne zusätzliche Einnahmen zu generieren. Die Zuschauereinnahmen reichen nur selten aus, um den Spielbetrieb zu finanzieren. Deswegen haben viele Amateurclubs einen finanzstarken Sponsor oder manchmal sogar einen regelrechten Mäzen. Trotzdem sind aktuell viele Clubs skeptisch, dass Sportwetten die richtige Option sind, um die Einnahmen zu erhöhen. Vertreter von Clubs im Kanton Bern äußerten sich durchweg skeptisch zur Einführung von Sportwetten. Die Befürchtung, dass damit Manipulationen Tür und Tor geöffnet würde, scheint weit verbreitet zu sein. Darüber hinaus wird noch einige Club-Vertreter den Imageschaden, der durch das Angebot von Sportwetten direkt über die Clubs entstehen könnte. Dieses Thema ist sicher nicht ganz von der Hand zu weisen, denn gerade bei den Amateurclubs gibt es oft eine familiäre Atmosphäre. Viele Club-Vertreter kennen den Großteil ihrer Zuschauer. Auch deswegen würden sich wohl mancher Club-Vertreter unwohl damit führen, Sportwetten anzubieten. Allerdings haben die Sportwetten längst das Schmuddel-Image verloren. Sogar in Deutschland gibt es mittlerweile unzählige Fußballfans, die regelmäßig Wetten platzieren, allerdings nicht direkt beim Club, sondern bei einem seriösen Online-Buchmacher.

Ein ganz praktisches Thema scheint für viele Amateurclubs auch relevant zu sein. Die Organisation der Sportwetten würde zusätzliche Kräfte binden. Viele Clubs sind aber aktuell schon am Limit. Doch auch dieses Problem ließe sich wahrscheinlich relativ einfach lösen. Beispielsweise wäre es möglich, die Wetten direkt im Kassenbereich anzubieten. Alle Zuschauer, die ein Ticket kaufen, können im gleichen Zug auch einen Tipp abgeben. Deswegen wäre der zusätzliche Aufwand wahrscheinlich nicht besonders umfangreich. Schwer einschätzen lässt sich allerdings, wie die Zuschauer das Sportwetten-Angebot annehmen würden. Wahrscheinlich haben die Club-Vertreter ein gutes Gespür dafür, dass Wetten vielleicht nicht das richtige Zusatzangebot sind. Eines scheint aber auch sicher: Wenn die Wetten rechtlich möglich werden, wird es den einen oder anderen Club geben, der diese Option ausprobieren wird. Sollte sich dann einen Erfolg einstellen, wird es wahrscheinlich weitere Clubs geben, die sich über die zusätzliche Finanzierungsoption freuen werden. Wie bei allen neuen Themen wird sich auch bei den Sportwetten in der Schweiz erst in der Praxis zeigen, ob die Vereine einen zusätzlichen Nutzen haben und die Zuschauer das zusätzliche Angebot annehmen.

Sportwetten auch für deutsche Amateurclubs eine Option?

Sportwetten spielen mittlerweile eine große Rolle für den Profisport. Vor allem der Fußball profitiert sehr stark davon, dass das Sportwetten-Geschäft ein Milliardengeschäft ist in Deutschland. Viele Profi-Clubs haben einen Sponsorenvertrag mit einem Sportwettenanbieter. In den letzten Jahren hat sich die Politik schrittweise dazu durchgerungen, die Online-Buchmacher zu tolerieren. Ab Mitte 2021 soll es sogar eine deutsche Sportwetten-Lizenz für Online-Anbieter geben. Derzeit gibt es eine Übergangsregelung, die mehr oder weniger den Status quo der letzten Jahre als Basis hat. Fakt ist: Die großen Vereine in Deutschland profitieren erheblich davon, dass die umsatzstarken Sportwettenanbieter dazu in der Lage sind, attraktive Sponsorengelder zu bezahlen. Für viele Fußballclubs wäre es kaum noch vorstellbar, auf die Einnahmen aus dem Sportwetten-Sponsoring zu verzichten. Aber die großen Buchmacher sind vor allem am Profi-Fußball interessiert. Reichweite ist dabei das entscheidende Stichwort. Für einen Buchmacher, der viel Geld investiert, ist es wichtig, dass Fernsehübertragungen stattfinden. Ein Amateurclub, der nur die Zuschauer in seinem kleinen Stadion begeistert, ist wirtschaftlich nicht sonderlich attraktiv. Deswegen können viele Amateurclubs nicht davon profitieren, dass die Sportwetten mittlerweile sehr erfolgreich sind in Deutschland.

In Deutschland ist es aktuell keine Option für die Vereine, selbst Sportwetten anzubieten. Rechtlich sind dafür nicht die nötigen Voraussetzungen vorhanden. Bislang scheint es auch keine Anstalten zu geben, das zu ändern. Weder die Vereine noch die Politik scheinen Interesse daran zu haben, dem Amateursport an dieser Stelle neue Einnahmequellen zu ermöglichen. Dabei gilt im Grundsatz genau das, was auch für die Schweizer Vereine gilt: Wenn die Sportwetten vernünftig umgesetzt werden, ist es möglich, alle Vorteile zu nutzen, ohne die potenziellen Nachteile zu ermöglichen. Eine ganz andere Frage ist, ob die deutschen Fußballfans, die den Amateurfußball verfolgen, Spaß daran hätten, Sportwetten zu platzieren. Gerade im Amateurfußball gibt es doch die weit verbreitete Vorstellung, dass Geld keine übermäßig große Rolle spielen sollte. Das ist natürlich eine Illusion, denn auch im Amateurfußball bekommen die Spieler ansehnliche Aufwandsentschädigungen und nur die Clubs mit einem starken Geldgeber haben eine Chance, oben mitzuspielen. Einstweilen werden sich die Sportwetten-Fans in Deutschland jedoch drauf beschränken müssen, die attraktiven Angebote der Online-Buchmacher für den Profifußball zu nutzen.

Letztes Update am 11.08.2020
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