Schweden hat bekannt gegeben, dass die laufende Untersuchung des Schwarzmarkts um drei Monate verlängert wird. Ursprünglich sollte das Projekt am 30. Juni 2021 enden. Doch nun hat das Expertenteam Zeit bis zum 30. September 2021. Die Glücksspielbranche wartet mit Spannung auf die Ergebnisse. Die schwedische Regierung hat vor einigen Monaten eine Untersuchung des Schwarzmarkts in der Glücksspielbranche in Auftrag gegeben. Seit Dezember 2020 arbeitet ein Expertenteam daran, den Schwarzmarkt mit den Glücksspielanbietern ohne schwedische Lizenz zu untersuchen. Doch in der Praxis hat sich herausgestellt, dass das ursprüngliche Zieldatum nicht eingehalten werden kann. Deswegen hat die schwedische Regierung zugestimmt, den Untersuchungszeitraum um drei Monate zu verlängern.

Mehr Zeit für Untersuchung des Schwarzmarkts in Schweden

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Die Untersuchung wird geleitet von Gunnar Larsson, dem Chef der schwedischen Handelskammer. Auf die Initiative von Larsson ist auch die aktuelle Verlängerung des Projekts zurückzuführen. Nach Einschätzung des Projektleiters wäre es unmöglich, im vorgegebenen Zeitrahmen alle Ziele der Untersuchung zu erreichen. Für Fachleute ist die Verlängerung der Untersuchung keine Überraschung. Schweden ist zwar ein kleines Land, aber der Schwarzmarkt in der Glücksspielbranche ist riesig. Seit Schweden im Jahr 2019 eine neue Glücksspielregulierung eingeführt hat, gibt es viele Glücksspielanbieter mit schwedischer Lizenz. Aber es gibt noch mehr Glücksspielanbieter, die schwedische Kunden akzeptieren, obwohl sie keine schwedische Lizenz haben. Die Anbieter außerhalb des regulierten Marktes stehen im Fokus der aktuellen Untersuchung. Die schwedische Regierung will herausfinden, wie hoch der Anteil des Schwarzmarkts ist und wie die Anbieter agieren. Nicht zuletzt an der Größe des Schwarzmarkts lässt sich am Ende ablesen, wie erfolgreich die Glücksspielregulierung in Schweden ist. Wenn die Anbieter auf dem Schwarzmarkt einen großen Anteil des Gesamtmarkts abdecken können, ist die Glücksspielregulierung in Schweden schlecht.

In Deutschland wird an dieser Stelle immer von der Kanalisierung gesprochen. Was ist damit exakt gemeint? Mit Kanalisierung meinen Glücksspielexperten, dass die Nachfrage seitens der Glücksspiel-Fans zu den lizenzierten Anbietern geleitet wird. Beim Glücksspielmarkt gilt eine Kanalisierung von über 90 Prozent als Erfolg. Alle Werte, die unter 90 Prozent liegen, deuten darauf hin, dass es Probleme gibt. In Schweden gehen viele Glücksspielexperten davon aus, dass die Kanalisierung deutlich niedriger liegt. Als Ursache wird vor allem die Glücksspielregulierung genannt, die im Laufe der letzten 15 Monate mehrfach verschärft worden ist. Als Begründung wurde dabei regelmäßig die Gesundheitskrise genannt, obwohl Schweden deutlich liberaler mit der Gesundheitskrise umgegangen ist als viele andere EU-Länder.

Kampf gegen illegales Glücksspiel ist wichtig

Auch in Schweden ist der Kampf gegen illegales Glücksspiel wichtig, um die Glücksspielregulierung zu einem Erfolg zu machen. Doch es gibt immer zwei Komponenten bei einer erfolgreichen Glücksspielregulierung. Auf der einen Seite ist es wichtig, den illegalen Markt möglichst stark einzudämmen. Auf der anderen Seite ist es aber auch wichtig, ein legales Angebot zu schaffen, das so attraktiv ist, dass die Glücksspiel-Fans gar nicht erst auf die Idee kommen, auf dem Schwarzmarkt nach Alternativen zu suchen. Genau an dieser Stelle hat Schweden im Moment aber ein Problem. Beispielsweise gibt es auf dem Schwarzmarkt deutlich attraktivere Bonusangebote als bei den Glücksspielanbietern mit schwedischer Lizenz. Wer möchte es den Glücksspiel-Fans verdenken, dass sie sich deswegen im Zweifel oft für Glücksspielanbieter entscheiden, die keine schwedische Lizenz haben? In einer idealen Welt würde das selbstverständlich nicht passieren. Aber wer sich ein bisschen mit Glücksspiel und der Mentalität der Glücksspiel-Fans auskennt, dürfte wissen, dass die Glücksspielszene alles andere als eine ideale Welt ist. Der Bedarf nach Glücksspiel ist riesig und wenn der regulierte Markt den Bedarf nicht optimal erfüllt, suchen die Glücksspiel-Fans nach Alternativen. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Gerade deswegen ist es wichtig, dass Schweden eine große Untersuchung macht, um das Problem des Schwarzmarkts näher zu beleuchten.

Am Ende ist es vor allem auch für die regulierten Glücksspielanbieter wichtig, dass der schwedische Staat wirkungsvolle Maßnahmen umsetzt, um die Konkurrenz ohne Lizenz zu bekämpfen. Die Frage ist nur, ob es allein auf diesem Weg möglich sein wird, die Glücksspielregulierung zu einem Erfolg zu machen. In den letzten 15 Monaten haben viele Online Casinos in Schweden von sinkenden Umsätzen aufgrund der verschärften Regulierungsmaßnahmen berichtet. Das bedeutet jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach nicht, dass der Gesamtmarkt geschrumpft ist. Wahrscheinlicher ist, dass sich die Glücksspiel-Fans in Schweden vermehrt für die alternativen Glücksspielanbieter ohne Lizenz entschieden haben. Wenn dies so sein sollte, müsste das in der aktuellen Untersuchung zum illegalen Glücksspielen Schweden ein großes Thema sein. Bedauerlicherweise wird es noch bis Ende September dauern, bevor die Recherchen abgeschlossen sind. Wahrscheinlich müssen die Glücksspielanbieter in Schweden deswegen noch bis Ende des Jahres warten, bevor es überhaupt veröffentlichte Ergebnisse gibt. Unabhängig von den Ergebnissen wird sich dann die Frage stellen, wie die schwedische Regierung auf die Erkenntnisse im Untersuchungsbericht reagieren wird.