Es ist ein Schock für Arbeitnehmer, auch und gerade in der Glücksspielbranche. Für Menschen, die im Laufe des letzten Jahres von Kurzarbeit betroffen waren, könnte es ein unangenehmes Finale geben. Nach einer aktuellen gerichtlichen Entscheidung können die Arbeitgeber den Urlaubsanspruch aufgrund von Kurzarbeit deutlich reduzieren. Für die Glücksspielbranche ist das aktuelle Urteil des LAG Düsseldorf bedeutsam. Die Arbeitgeber in der Glücksspielbranche haben die Möglichkeit, den Jahresurlaub ihrer Mitarbeiter zu reduzieren, wenn die Mitarbeiter in Kurzarbeit waren. In welchem Umfang der Jahresurlaub gekürzt werden kann, hängt laut LAG Düsseldorf von der Dauer der Kurzarbeit ab. Einfach zusammengefasst: Der Anspruch auf Urlaub basiert auf der Arbeitsdauer. Wenn durch die Kurzarbeit die Arbeitsdauer reduziert wird, kann der Arbeitgeber entsprechend auch den Jahresurlaub reduzieren.

Düsseldorfer Gericht entscheidet gegen Arbeitnehmer

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Das ist ein durchaus nachvollziehbares Argument, aber für viele Arbeitnehmer in der Glücksspielbranche dürfte es ein unschönes Erwachen geben beim nächsten Urlaubsantrag. Viele Arbeitgeber werden die juristische Steilvorlage nutzen, um Urlaubsansprüche zu reduzieren. Wenn demnächst die Spielhallen und Spielbanken wieder in gewohnter Weise betrieben werden können, werden sich viele Arbeitgeber über die Reduzierung des Urlaubsanspruchs der Mitarbeiter freuen. Für viele Mitarbeiter der Glücksspielbranche ist das Urteil allerdings eine schlechte Nachricht. Kurzarbeit bedeutet zum einen, dass weniger Geld fließt. Zum anderen ist aber auch der psychische Stress nicht zu unterschätzen. Viele Menschen leiden erheblich durch die Unsicherheit, die mit der Kurzarbeit einhergeht. Wenn dann auch noch der Jahresurlaub zusammengestrichen wird, dürfte das nicht auf Begeisterung stoßen. Eine kleine Hoffnung gibt es noch, denn das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Revision vor dem Bundesarbeitsgericht ist ausdrücklich zugelassen worden, sodass demnächst höchstrichterlich entschieden wird, ob Kurzarbeit zu einer Reduzierung des Urlaubsanspruchs führt. Bis dahin wird sich allerdings so mancher Arbeitgeber darauf berufen, dass bereits ein Urteil vorliegt. Vor allem die Glücksspielanbieter sind gut beraten, ganz genau hinzuschauen, denn langfristig ist es wahrscheinlich wichtiger, motivierte Mitarbeiter zu haben als ein paar Urlaubstage einzusparen.

Ohnehin dürfte die Glücksspielbranche insgesamt besser aufgestellt sein als viele andere Branchen nach der Krise. Es spricht vieles dafür, dass die Spielhallen und Spielbanken noch im Jahr 2021 wieder ansprechende Umsätze liefern werden. Zudem haben die Glücksspielanbieter, die auch noch Online Casinos betreiben, einen erheblichen Vorteil. Da in Deutschland demnächst Online-Glücksspiele umfassend reguliert werden, sind die Glücksspielanbieter in Deutschland in Zukunft nicht mehr darauf angewiesen, Einnahmen im stationären Glücksspiel zu generieren. Einstweilen dürfte das für die Mitarbeiter, die eventuell von eine Urlaubskürzung in naher Zukunft betroffen sind, aber nur begrenzt trösten. Entscheidend dürfte aber für alle Beteiligten sein, dass die Glücksspielbranche mittelfristig und langfristig gute Chancen hat, nicht nur in Deutschland.

Gesundheitskrise nur für stationäres Glücksspiel Problem

Die Unternehmen, die Online-Glücksspiele oder auch Online-Sportwetten anbieten, sind wenig besser durch die Krise bislang gekommen als die Anbieter im stationären Glücksspiel. Besonders stark sind die Zahlen bei den Glücksspielanbietern, die ausschließlich online unterwegs sind. In diesem Teil der Branche hat es auch im Jahr 2020 keine Kurzarbeit gegeben. Allerdings gibt es einen kleinen Haken: Die meisten Anbieter in Deutschland sind ausschließlich im stationären Glücksspielgeschäft. Das wird sich ein Stück weit durch den neuen Glücksspielstaatsvertrag, der das Online-Glücksspiel erstmals in vollen Umfang zulässt, ein Stück weit ändern. Aber die Glücksspielbranche in Deutschland wäre wesentlich besser durch die Krise gekommen, wenn die deutsche Politik etwas früher auf die Idee gekommen wäre, das Online-Glücksspiel auch in Deutschland umfassend zu regulieren. Die großen Profiteure in der Glücksspielbranche sitzen im Moment beispielsweise in Malta oder Gibraltar. Auch in Großbritannien konnten einige Unternehmen und Konzerne exzellente Zahlen für das Jahr 2020 vorlegen. In Deutschland müssen hingegen viele Glücksspielanbieter damit umgehen, dass im Jahr 2020 die Umsätze deutlich eingebrochen sind. Sogar die große Gauselmann-Gruppe konnte trotz eines durchaus respektable Online-Anteils im internationalen Geschäft einen Umsatzrückgang nicht vermeiden.

Kurzarbeit und weniger Urlaub: Das ist für viele Arbeitnehmer eine schlechte Nachricht, nicht nur der Glücksspielbranche. Auch viele Menschen, die in der Gastronomie arbeiten und auf diesem Weg häufig auch mit dem Glücksspiel in Kontakt kommen, ist die aktuelle Krise ein riesiges Problem. Für viele Glücksspielanbieter ist es ein riesiger Nachteil, dass die gastronomischen Betriebe nicht oder nur sehr eingeschränkt Kunden empfangen können. Dadurch werden auch die zahlreichen Spielgeräte, die in der Gastronomie betrieben werden, derzeit nicht oder kaum genutzt.  Für viele Menschen, die in der Gastronomie arbeiten, dürfte aber ein gekürzter Urlaubsanspruch im Moment das kleinste Problem sein. Im Gegensatz zur Glücksspielbranche ist es keineswegs sicher, dass die Gastronomie schnell wieder auf die Füße kommt. Allerdings sollte sich so mancher Arbeitnehmer fragen, ob alle Belastungen, die durch die Krise entstehen, ausschließlich von den Arbeitnehmern getragen werden müssen. Die Glücksspielbranche hat in den letzten Jahrzehnten viel Geld verdient, auch aufgrund vieler motivierter Mitarbeiter. Vielleicht wäre es deswegen eine gute Idee, freiwillig auf die mögliche Kürzung des Jahresurlaubs zu verzichten.