Salzburg hat ein großes Problem mit illegalen Glücksspielanbietern. Aktuell schätzen Kenner der Szene, dass etwa 30 illegale Etablissements vorhanden sind, in denen die Spieler am Staat vorbei ihr Glück herausfordern können. Es darf bezweifelt werden, dass dabei immer alles fair und korrekt abläuft. Für Musikliebhaber ist es Salzburg vor allem als Mozart-Zentrum ein Begriff. Die beschauliche österreichische Stadt hat aber im Moment ein außergewöhnliches Problem, das der Staat nicht so recht in den Griff bekommt. Nach Einschätzung von Glücksspielexperten und Journalisten gibt es im Moment über 30 illegale Spielhallen in der Stadt. Salzburg ist keine Millionen-Metropole. Etwas mehr als 150.000 Menschen leben in dem traditionsreichen Orte. Deswegen ist es umso schockierender, dass weder Politik noch Polizei dazu in der Lage zu sein scheinen, das illegale Glücksspiel wirkungsvoll einzudämmen.

Illegale Spielhallen in Salzburg riesiges Problem

Online Spielbank

Was passiert in der Praxis? Es gibt in Salzburg aktuell viele illegale Glücksspielanbieter, die am Staat vorbei lukrative Einnahmen erzielen. In der Regel handelt es sich bei den Spielstätten um Ladenlokale oder ähnliche Räumlichkeiten, die nach außen hin gut geschützt sind. Zudem hat es sich bei den Kriminellen mittlerweile etabliert, eine umfangreiche Kameraüberwachung zu installieren, um bei ungebetenen Besuchern schnell reagieren zu können. Doch das eigentliche Problem dürfte sein, dass es einen riesigen Bedarf nach illegalem Glücksspiel in Salzburg gibt. Das wiederum könnte darauf hindeuten, dass das legale Glücksspielangebot nicht ausreicht. Oder, um es etwas dezenter auszudrücken: Die Kanalisierung beim stationären Glücksspiel funktioniert in Salzburg offenbar nur mäßig. Warum läuft das illegale Glücksspiel in Salzburg im Moment gerade besonders gut? Die Gesundheitskrise hat die Rahmenbedingungen verändert. Das legale Glücksspiel musste auch in Österreich eingeschränkt oder zeitweise sogar komplett verboten werden. Dadurch ist eine Situation entstanden, in der es einen riesigen Bedarf nach Glücksspiel, aber nur wenige oder gar keine Angebote gab. In diese Lücke sind die illegalen Glücksspielanbieter gestoßen. Dabei dürfte es von Vorteil gewesen sein, dass auch in vielen anderen Branchen Geschäfte geschlossen werden mussten. Einige Besitzer von Ladengeschäften haben die Chance genutzt und ihre Räumlichkeiten den Anbietern illegaler Glücksspiel zur Verfügung gestellt.

Auch wenn das verwerflich sein mag, muss man vielleicht ein wenig Verständnis dafür haben, dass so mancher Ladenbesitzer im letzten Jahr in erhebliche Existenznot geraten ist. Vielleicht ist es nur allzu menschlich, dass in einer solchen Situation dann auch Dinge getan werden, die unter normalen Bedingungen undenkbar wären. Fakt ist, dass es mindestens 30 Standorte in Salzburg gibt, an denen illegales Glücksspiel angeboten wird. Doch warum schafft es die Polizei nicht, die illegalen Glücksspielanbieter auszuschalten? Grundsätzlich sollte es nicht schwierig sein, die Anbieter zu finden, auch wenn regelmäßige Standortwechsel stattfinden. Immerhin müssen auch die Kunden die neuen Standorte finden.

Glücksspielmonopol langfristig größtes Problem?

Im Moment herrscht ein Ausnahmezustand, der das illegale Glücksspiel noch lukrativer und attraktiver macht als ohnehin schon. Aber auch vor der Gesundheitskrise gab es in Salzburg und vielen anderen österreichischen Städten ein Problem mit illegalen Glücksspielanbietern. Was ist der Grund dafür? Für viele Glücksspielexperten ist das nach wie vor existierende Glücksspielmonopol in Österreich das Hauptproblem. Dadurch kann nur der staatliche Glücksspielanbieter entsprechende Angebote machen. Doch die Angebote von Casinos Austria sind alles andere als ausreichend. Das ist in den letzten Jahren immer wieder deutlich geworden. Deswegen plädieren Experten seit vielen Jahren dafür, das Glücksspiel weitgehend zu privatisieren. Auf diese Weise wäre es wesentlich einfacher, ein vernünftig kontrolliertes legales Glücksspielangebot zu schaffen. Die meisten Experten befürworten darüber hinaus auch die vollständige Privatisierung und Regulierung der Online Casinos. Im Moment ist es zumindest in der Theorie so, dass ausschließlich Casinos Austria im Internet Glücksspiele anbieten darf. In der Praxis ist es aber so, dass es zahlreiche Online-Spielbanken gibt, die sich über österreichische Glücksspiel-Fans freuen.

Ein anderer wichtiger Faktor ist die Verfolgung des illegalen Glücksspiels. Es ist einigermaßen lachhaft, dass es nicht möglich sein soll, das illegale Glücksspiel wesentlich härter zu verfolgen in Salzburg und anderen Städten. Es sollte nicht schwierig sein, in die Szene einzudringen, um regelmäßig darüber informiert zu sein, wo die Glücksspielanbieter aktiv sind. Wenn dann entsprechend durchgegriffen würde, wäre es mit Sicherheit möglich, relativ schnell deutliche Fortschritte zu machen. Nicht zuletzt müsste wahrscheinlich auch auf der gesetzgeberischen Seite einiges passieren. Die Polizei hat im Moment oft das Problem, dass die Strafen, die von der Justiz verhängt werden, keine abschreckende Wirkung haben. An dieser Stelle könnte sich einiges tun. Letztlich sollte es in keinem Rechtsstaat möglich sein, in irgendwelchen skurrilen Ladenlokalen Glücksspiele, die in der Mehrzahl wahrscheinlich sogar noch manipuliert sind, anzubieten. Am Beispiel von Salzburg wird deutlich, dass das illegale Glücksspiel keineswegs nur im Internet ein Problem darstellen kann. Wenn die Rahmenbedingungen so günstig sind wie in Salzburg, kann auch das stationäre Glücksspiel den illegalen Anbietern immense Einnahmen bringen.