Dass ein Traum so schnell zerplatzt, wie eine Seifenblase, damit hatte er vermutlich nicht gerechnet. Jens „Knossi“ Knossalla rutschte mit seiner Late-Night-Show „Täglich frisch geröstet“ ins absolute Quotentief. Die Folge: Nach nur 40 Folgen stampft der Kölner TV-Sender RTL das Format nun ein, bei dem es sich um ein Original des Streaming-Ablegers TVNow handelt. Am 18. Mai ist endgültig Schluss. Es wird keine zweite Staffel geben, weder im Fernsehen noch online. Schon bevor der 34-Jährige auf diversen Online Plattformen so richtig durchstartete, sammelte er erste Erfahrungen vor der Kamera. Beispielsweise moderierte er 2017 die „PokerStars-Late-Night-Show“ und feierte dort erste Erfolge als Moderator und Entertainer. Doch erst seine Glücksspiel-Streams auf YouTube und auf Twitch haben Knossi zu einem der reichweitenstärksten Streamer und Influencer gemacht, der regelrechten Kultstatus besaß.

RTL trennt sich endgültig von Glücksspiel-Streamer „Knossi“

Knossi Online Spielbank

Seine Fangemeinde feierte ihn, egal ob er gerade im Live Stream an einem Slot zockte oder mal wieder einen seiner Ausraster bekam. Sie liebten ihn gerade wegen seiner  Authentizität, mit der er sich deutlich von anderen Streamern absetzte. Der Hype um ihn wurde immer größer, daher verwundert es auch nicht, dass irgendwann auch TV-Legende Stefan Raab auf ihn aufmerksam wurde und ihn protegierte. Vor wenigen Monaten bekam Jens Knossalla dann seine eigene Fernsehshow „Täglich frisch geröstet“. Für ihn ging damit ein Kindheitstraum in Erfüllung, sagte er in einem Interview. Seinen Fans gefiel das allerdings gar nicht. Sie warfen ihm vor, nicht mehr derselbe zu sein und sich vor der Kamera zu verstellen. Sie fanden, dass er im Vergleich zu seinen populären Streams nicht mehr wiederzuerkennen sei. Auch vollkommen neue Fans und Zielgruppen ließen sich mit der von Stefan Raab produzierten Show offensichtlich nicht generieren. Der Anfang war zwar durchaus vielversprechend, doch dann sanken die Quoten beharrlich in den Keller. RTL versuchte zunächst noch zu retten, was zu retten ist und setzte die Show auf einen anderen Sendeplatz. Dennoch sank die Quote zusätzlich um 50 Prozent. Laut Medienberichten haben sich die Sendung vom 27. April 2021 nur noch knapp 500.000 Zuschauer angesehen.

Kurz zuvor schaffte jedoch das Nachrichten-Programm „RTL Aktuell“ noch stolze 3,4 Millionen Zuschauer. Einen derartigen Quoten-Sturzflug kann der Sender natürlich nicht hinnehmen. Trotz des grandiosen Misserfolgs legte der Sender in einer Pressemeldung zum Aus der Late-Night-Show sehr viel Wert darauf, Knossi zu bescheinigen, dass er einen „super Job gemacht“ hatte. In der Meldung heißt es wörtlich: „Täglich frisch geröstet ist ein TVNow Original, das wir zusätzlich ins lineare Programm geholt haben. Grundsätzlich probieren wir auf TVNow gerade sehr viel aus, unsere erste Late-Night-Show eingeschlossen. Geplant war vorerst eine Staffel – und dabei wird es auch bleiben. Jetzt stürzen wir uns voller Tatendrang auf neue Projekte. Allen Beteiligten und insbesondere Jens „Knossi“ Knossalla danken wir von Herzen – er hat einen super Job gemacht!“

Kritik an Glücksspiel-Streamer „Knossi“ nimmt zu

Ehrlich gesagt, deutete sich das Ende von „Täglich frisch geröstet“ bereits Anfang März an, als eine Art Shitstorm von Knossis Fan-Community losgetreten wurde. Ein ausgesprochen negatives Feedback erntete natürlich auch sein Förderer und Produzent Stefan Raab, der sich nun ebenfalls nach einem neuen Projekt umschauen muss. Die gewünschten Erfolge für Jens Knossalla blieben auch bei seinem Engagement als Werbegesicht von Kaufland aus. Es hagelte Kritik von allen Seiten. Insbesondere in den sozialen Netzwerken wurden Stimmen laut, die sich darüber aufregten, dass er seine Reichweite und seine Popularität einzig und allein dem Online Casino-Streaming verdanke, durch das er Jugendliche zum Zocken verleitet habe. Anfang des Jahres hatte die Lebensmittel-Einzelhandelskette Kaufland beschlossen auf den Hype um Knossi zu reagieren und ihn als neuen Werbebotschafter für ihre Kampagne „König von Kaufland“ gebucht. So wurde aus dem einfachen Knossi plötzlich „König Knossi“. Diesem Engagement war eine Initiativ-Bewerbung des 34-Jährigen vorausgegangen, in der er Kaufland öffentlich dazu aufgefordert hatte, ihn „...zum Regenten zu erklären“. Dieses Angebot war einfach zu medienwirksam, als dass es sich die Lebensmittelkette hätte entgehen lassen können. Kaufland hob den Fehdehandschuh auf und konterte – natürlich ebenfalls medienwirksam. Sofern Jens Knossalla dafür sorgt, dass unter einem YouTube-Spot von Kaufland mindestens 75.000 Likes erscheinen, wollte das Unternehmen ihn für die Werbe-Kampagne engagieren. Gesagt, getan!

Wenige Stunden nach diesem Aufruf war die 75.000-Like-Grenze erreicht. Aber nicht nur die „König von Kaufland“-Werbung mit Knossi sorgte für Sprachlosigkeit bei den Kunden. Auch ein neues Werbe-Video mit dem 34-Jährigen bietet Anlass für heftige Kritik. Darin wird ALGE beworben, ein alkoholhaltiges Getränk. Die Kritiker sind der Ansicht, dass Jens „Knossi“ Knossalla vorwiegend ein junges Publikum anspricht und halten daher diesen Spot für ausgesprochen fragwürdig. Hinzu kommt, dass der Werbeagentur beim Dreh offensichtlich ein Fehler unterlaufen ist, der nun in den sozialen Netzwerken für zahlreiche Kommentare sorgt. In dem Video trägt jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter von Kaufland eine Maske als Mundschutz, Jens Knossalla hingegen nicht. Auf der Kaufland-Facebook-Seite beklagte sich ein User: „Warum darf der ohne Maske rein, ohne dass er vom Sicherheitspersonal zu Boden gerungen wird?“ Das Social Media Management der Lebensmittel-Einzelhandelskette reagierte direkt und rechtfertigte sich damit, dass die Dreharbeiten nach Ladenschluss stattfanden und alle an der Produktion Beteiligten im Vorfeld negativ getestet worden seien. Daraufhin antwortete eine weitere Nutzerin, dass dennoch „ein Geschmäckle“ bliebe.