Der Pokerstars-Gründer Isai Scheinberg hat sich vor einem US-Gericht schuldig bekannt. Im aktuellen Verfahren geht es um den „Black Friday“ im Jahr 2011. Damals war die US-Regierung gegen Pokerstars und andere Pokeranbieter im Internet auf massive Weise vorgegangen.

US-Regierung gegen Pokerstars-Gründer

Das aktuelle Verfahren gegen Isai Scheinberg kann aktuell nur deswegen fortgeführt werden, weil sich der Pokerstars-Gründer freiwillig in die USA begeben hat. Seit vielen Jahren lebt der Unternehmer in der Schweiz, um einer Auslieferung in die USA zu entgehen. Doch allem Anschein nach hat Isai Scheinberg eine Vereinbarung mit der US-Regierung erreicht, die ihn davor bewahren wird, ins Gefängnis zu gehen. Schon seit Jahren verhandelt die Staatsanwaltschaft mit den Anwälten von Isai Scheinberg darüber, das Verfahren abzuschließen. Doch erst vor einigen Monaten ist es zu einer Einigung gekommen. Wie die Einigung genau aussieht, ist derzeit öffentlich noch nicht bekannt. Aber der Staatsanwalt hat beim Auftritt von Isai Scheinberg vor dem US-Gericht darauf hingewiesen, dass eine grundlegende Vereinbarung zwischen der Staatsanwaltschaft und dem Angeklagten vorhanden sei. Es wäre eine große Überraschung, wenn Isai Scheinberg trotzdem noch ins Gefängnis müsste. Viel wahrscheinlicher ist, dass sich die beiden Parteien auf eine hohe Geldstrafe geeinigt haben. Für Isai Scheinberg scheint es vor allem wichtig zu sein, wieder frei reisen zu können. Wenn das Verfahren abgeschlossen worden ist, kann Isai Scheinberg sich wahrscheinlich auch in den USA wieder frei bewegen.

Poker & Baccarat Casino PokerDie US-Regierung hat ein großes Interesse daran, das Verfahren gegen Isai Scheinberg zu einem Abschluss zu bringen. In den ersten Jahren nach dem “Black Friday” ging es vielleicht auch noch darum, ein Exempel zu statuieren. Aber das Personal in der Staatsanwaltschaft ist mittlerweile ein anderes und mittlerweile geht es vor allem darum, das Verfahren nicht ewig in die Länge zu ziehen. Zudem ist es auch ganz pragmatischen Gründen nachvollziehbar, dass die zuständige Staatsanwaltschaft im Zweifel auch mit einer hohen Geldstrafe zufrieden ist. Dem amerikanischen Steuerzahler hilft es überhaupt nicht, wenn Isai Scheinberg ins Gefängnis geht. Am Ende ist es deswegen besser, wenn ein bisschen Geld in die Staatskasse fließt. Zudem hat Isai Scheinberg durchaus das nötige Privatvermögen, um gegebenenfalls eine sehr hohe Strafe zu bezahlen. Immerhin ist es dem Pokerstars-Gründer gelungen, das Unternehmen zu verkaufen. Im Jahr 2014 wurde der Verkauf für eine Summe von ungefähr 5 Milliarden Dollar abgewickelt. An dieser Größenordnung lässt sich ermessen, dass der Pokerstars-Gründer Isai Scheinberg dazu bereit ist, gegebenenfalls auch einen hohen Betrag zu zahlen, um in Zukunft keinen Stress mehr mit dem amerikanischen Justizsystem zu haben. Zudem ist Isai Scheinberg nicht mehr der Jüngste, sodass die Bereitschaft, noch weitere Jahre auf Reisefreiheit zu verzichten, in den letzten Jahren stetig gesunken sein dürfte.

Pokerstars-Kunden wurden durch „Black Friday“ nicht finanziell geschädigt

Ein wichtiges Detail im aktuellen Verfahren dürfte sein, dass Isai Scheinberg einen wichtigen Beitrag dazu geleistet hat, dass die Kunden von Pokerstars und auch die Kunden von Full Tilt Poker, einem Unternehmen, das von Pokerstars erworben wurde, alle Gelder, die im Rahmen des “Black Friday” vorübergehend eingefroren wurden, zurückerhalten haben. Es ist gut dokumentiert, dass sämtliche Kunden dieser beiden großen Pokeranbieter ihre Einlagen am Ende auszahlen konnten. Aber es ist wichtig zu verstehen, dass nicht nur US-Kunden vom “Black Friday” betroffen waren. Als die US-Behörden damals den Stecker gezogen haben, waren alle Kunden von Pokerstars und Full Tilt Poker betroffen. Ohne Zweifel dürfte der Druck der US-Justiz dafür gesorgt haben, dass Isai Scheinberg von Anfang an darauf hingearbeitet hat, dass sämtliche Kunden optimal entschädigt werden. Aber heute kann Isai Scheinberg völlig zu Recht behaupten, dass kein Kunde der beiden großen Pokeranbieter finanziell geschädigt worden ist. Zwar waren einige Wochen und teilweise auch einige Monate Wartezeit nötig, bis die Kunden über ihr Geld verfügen konnten. Aber letztlich musste kein Pokerspieler bei den beiden großen Anbietern finanzielle Abstriche machen.

Schaut man sich an, wie bei vergleichbaren Fällen von Banken oder anderen Finanzfirmen die Kunden behandelt worden sind in der Vergangenheit, wird die besondere Leistung von Isai Scheinberg deutlich. Ohne Zweifel war es ein riesiger Fehler, trotz Warnungen der US-Behörden den amerikanischen Markt weiter zu bedienen. Doch der Fairness halber muss erwähnt werden, dass vor dem “Black Friday” kaum ein Experte aus der Pokerbranche damit gerechnet hat, dass die amerikanischen Behörden derart brutal gegen Online-Pokeranbieter vorgehen würden. Seitdem hat sich das Geschäft für Online-Poker in den USA dramatisch verändert. Einige Top-Spieler sind sogar ausgewandert, um weiterhin Online-Poker spielen zu können. Andere Poker-Profis sind komplett zum Offline-Poker in die Casinos in Las Vegas oder Macau gewechselt. Ohne jeden Zweifel war der “Black Friday” ein einschneidendes Erlebnis. Nicht zuletzt wurde der weltweite Pokerboom durch dieses Ereignis unschön ausgebremst. Seit dem “Black Friday” ist Online-Poker deutlich langsamer gewachsen als zum Beispiel die Sportwetten und die Online Casinos. Es mag auch andere Gründe dafür geben, dass die Casino-Spiele und die Sportwetten mittlerweile populärer sind. Aber der Pokerboom wäre mit Sicherheit noch eine ganze Weile länger vital geblieben, wenn es den “Black Friday” nicht gegeben hätte.

Neue Chance für Online-Poker?

Online-Poker war vor einem Jahrzehnt wesentlich größer und wichtiger als Sportwetten und Online Casinos. Doch der Wind hat sich gedreht und Online-Poker ist heute nur noch an dritter Stelle hinter den Sportwetten und den Online Casinos. Warum ist das so? Online-Poker ist nach wie vor faszinierend für viele Glücksspiel-Fans. Aber der Aufwand, Poker zu lernen, ist deutlich größer als Spaß zu haben mit Sportwetten und Online-Glücksspielen. Wenn ein Casino-Besucher ein paar Spielautomaten oder Tischspiele nutzt, ist dazu nicht viel Aufwand erforderlich. Wer beim Online-Poker erfolgreich sein will, muss sich ausführlich mit der Materie beschäftigen. Ein anderer Faktor ist, dass Online-Poker mittlerweile sehr stark von Software dominiert wird. Auch wenn die Pokeranbieter alles tun, um die Nutzung von Pokersoftware zu begrenzen, ist es mittlerweile doch relativ einfach, durch die passende Software große Vorteile beim Online-Poker zu erzielen. Gerade für Anfänger ist das problematisch, denn nicht jeder Anfänger hat die Möglichkeit, gleich eine größere Investition in eine moderne Pokersoftware zu machen.

Ein ganz anderes Problem beim Online-Poker ist, dass es mithilfe von künstlicher Intelligenz bereits möglich ist, Computersysteme zu entwickeln, die regelmäßig menschliche Spieler schlagen. Noch steht diese Technologie am Anfang und längst ist es nicht möglich, bei allen Pokervarianten die Spitzenspieler regelmäßig mit künstlicher Intelligenz zu schlagen. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis beim Online-Poker die künstliche Intelligenz bei allen Spielvarianten deutlich leistungsstärker ist als die menschliche Intelligenz. Spätestens dann dürfte es schwierig sein für Online-Pokeranbieter, Kunden davon zu überzeugen, viel Geld zu setzen. Es ist kein Zufall, dass gerade die Top-Profis in den letzten Jahren zunehmend in klassischen Beton-Casinos spielen. Das herkömmliche Pokerspiel, bei dem keine technischen Hilfsmittel erlaubt sind, wird immer spannend und interessant bleiben. Aber ob Online-Poker eine große Zukunft haben wird, darf zumindest bezweifelt werden. Vermutlich war der „Black Friday“ im Jahr 2011 tatsächlich das spektakuläre Ende der großen Zeit Online-Poker-Ära.

Letztes Update am 17.07.2020
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