Am 9. Februar 2020 ist es wieder soweit. Zum 92. Mal wird der begehrteste Filmpreis der Welt verliehen: der Oscar. Wer live am TV oder im Netz dabei sein möchte, braucht viel Geduld, einen vorbeugenden Mittagsschlaf und dann reichlich Kaffee, denn für uns Mitteleuropäer heißt das: wach bleiben bis zum Morgengrauen. Wer das nicht schafft, dem bleiben nur die Highlights, die am 10. Februar ausgestrahlt werden. Seit Ende der 1990er Jahre ist ProSieben der Deutsche Oscar-Partner. Der Sender überträgt live aus dem Dolby Theatre in Los Angeles, bietet eine Live-Stream-Möglichkeit im Netz und auch eine ProSieben-App an, über die man sich die Verleihung anschauen kann.  

Oscars 2020 | Die diesjährigen Nominierungen im Überblick 

Top-Favorit ist – wie nicht anders zu erwarten – „Joker“. Die Comic-Verfilmung freut sich über stattliche elf Oscar-Nominierungen, u.a. für den besten Film, die beste Regie, die beste Kamera und natürlich Joaquin Phoenix als Hauptdarsteller. Mit jeweils zehn Nominierungen mischen auch Tarantinos „Once upon a Time in Hollywood“ und Scorseses „The Irishman“ ganz oben mit.

ABC verzichtet auf Moderator

oscars 2020Wie schon im vergangenen Jahr wird kein Moderator als Gastgeber durch die Show führen. „Wir sind extrem glücklich darüber, wie die Show verlaufen ist. Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir wiederholen, was wir für eine Erfolgsformel halten,“ kündigte Karey Burke bereits im Vorfeld an. Sie ist die neue Chefin von ABC – dem Sender, der die Oscar-Verleihung für den US-Markt überträgt. 

Wie in jedem Jahr gab es auch diesmal wieder heiße Spekulationen rund um die Oscar-Nominierungen. Zum Zuge kommen Produktionen, die im Jahr 2019 ihre Kinopremiere in den USA feierten. Ein Blick auf die Golden Globe-Nominierungen lässt meist schon erahnen, welche Filme voraussichtlich auch bei den Oscars eine Rolle spielen werden. Der Preis wird in insgesamt 24 Kategorien verliehen. Entschieden werden zunächst die Nominierungen und dann die Vergabe von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Diese ehrenamtlich arbeitende Organisation besteht aus rund 8.000 Künstlern und Filmschaffenden aus aller Welt. Sie alle sind Jury-Mitglieder. Als Präsident zeichnet John Bailey verantwortlich. Wegen anhaltender Sex-Skandale schloss man in den letzten Jahren jedoch so renommierte Film-Größen wie Roman Polanski, Bill Cosby und Harvey Weinstein aus.

Die größten Abräumer aller Zeiten

Mit elf Goldjungen und immensen 14 Nominierungen ist „Titanic“ nach wie vor der am höchsten dekorierte Film aller Zeiten. Dicht gefolgt wird er von „Ben Hur“ und „Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“. Beide heimsten ebenfalls jeweils elf Oscars ein, erhielten jedoch nur elf-, bzw. zwölf Nominierungen. Bei den Schauspielerinnen, die für eine Hauptrolle ausgezeichnet wurden, hält Katherine Hepburn den Rekord. Sie wurde insgesamt viermal prämiert und zwar für „Rat mal, wer zum Essen kommt“, „Der Löwe im Winter“, „Morgenrot des Ruhms“ und „Am goldenen See“. Mit sage und schreibe 21 Nominierungen ist Meryl Streep Rekordhalterin als meistnominierte Schauspielerin. Bei den Schauspielern führt Jack Nicholson mit unübertroffenen zwölf Oscarnominierungen und drei gewonnen Goldjungen die Riege an.

Auch für deutsche Filmschaffende waren die Oscars von jeher Glücksbringer. Bereits bei der allerersten Oscar-Verleihung 1929 erhielt Emil Jannings einen Goldjungen als bester Hauptdarsteller für seine Rollen in den Filmen „The Way of all Flesh“ und „Sein letzter Befehl“. Er ist der einzige deutsche Schauspieler, der jemals als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde. Zu den anderen deutschen Preisträgern gehören u.a. Volker Schlöndorff, für „Die Blechtrommel“ als bester fremdsprachiger Film, Hans Zimmer für seine Filmmusik zu „Der König der Löwen“ und Florian Henckel von Donnersmarck für „Das Leben der Anderen“, der ebenfalls als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet wurde.

Hier finden Sie alle Kategorien mit den jeweiligen Nominierungen: 

Bester Film (Best Picture):

  • „Joker“
  • „Once upon a time in Hollywood“
  • „The Irishman“
  • „Marriage Story“
  • „Le Mans 66 – Gegen jede Chance“
  • „1917“
  • „Parasite“
  • „Little Women“
  • „Jojo Rabbit“

Beste Regie (Best Directing):

  • Todd Philips „Joker“
  • Quentin Tarantino „Once upon a time in Hollywood“
  • Martin Scorsese „The Irishman“
  • Sam Mendes „1917“
  • Bong Joon Ho „Parasite“

Bester Hauptdarsteller: (Best Actor in a Leading Role):

  • Antonio Banderas („Leid und Herrlichkeit“)
  • Leonardo Di Caprio („Once upon a Time in Hollywood)“)
  • Adam Driver („Marriage Story“)
  • Joaquin Phoenix („Joker“)
  • Jonathan Pryce („Die zwei Päpste“)

Beste Hauptdarstellerin: (Best Actress in a Leading Role):

  • Scarlett Johansson („Marriage Story“)
  • Saoirse Ronan („Little Women“)
  • Charlize Theron („Bombshell“)
  • Renee Zellweger („Judy“)
  • Cynthia Erivo („Harriet“)

Bester Nebendarsteller (Best Actor in a Supporting Role):

  • Tom Hanks („Der wunderbare Mr. Rogers“)
  • Anthony Hopkins („Die zwei Päpste“)
  • Al Pacino („The Irishman“)
  • Joe Pesci („The Irishman“)
  • Brad Pitt („Once upon a Time in Hollywood“)

Beste Nebendarstellerin (Best Actress in a Supporting Role):

  • Kathy Bates („Richard Jewell“)
  • Laura Dern („Marriage Story“)
  • Scarlett Johansson („Jojo Rabbit“)
  • Florence Pugh („Little Women“)
  • Margot Robbie („Bombshell“)

Bestes Original-Drehbuch (Best Writing – Original Screenplay):

  • Rian Johnson („Knives Out“)
  • Noah Baumbach („Marriage Story“)
  • Sam Mendes und Krysty Wilson-Cairns („1917“)
  • Quentin Tarantino („Once upon a Time in Hollywood“)
  • Bong Joon-Ho und Han Ji-Won („Parasite“)

Bestes adaptiertes Drehbuch (Best Writing Adapted Screenplay):

  • Steven Zaillian („The Irishman“)
  • Taika Waititi („Jojo Rabbit“)
  • Todd Philips und Scott Silver („Joker“)
  • Greta Gerwig („Little Women“)
  • Anthony McCarten („Die zwei Päpste“)

Beste Kamera (Best Cinematography):

  • „The Irishman“
  • „Der leuchtturm“
  • „Joker“
  • „1917“
  • „Once upon a Time in Hollywood“

Bestes Szenenbild (Best Production Design):

  • „The Irishmen“
  • „Jojo Rabbit“
  • „1917“
  • „Once upon a Time in Hollywood“
  • „Parasite“

Bestes Kostümdesign (Best Costume Design):

  • „The Irishmen“
  • „Jojo Rabbit“
  • „Joker“
  • „Little Women“
  • „Once upon a Time in Hollywood“

Bestes Make-Up und beste Frisuren (Best Make Up and Hairstyling):

  • „Joker“
  • „Bombshell“
  • „Judy“
  • „1917“
  • „Maleficent 2: Mächte der Finsternis“

Bester Schnitt (Best Film Editing):

  • „Le Mans 66“
  • „The Irishman“
  • „Joker“
  • „Jojo Rabbit“
  • „Parasite“

Bester Ton (Best Sound Mixing):

  • „Le Mans 66“
  • „Joker“
  • „1917“
  • „Once Upon a Time in Hollywood“
  • „Ad Astra – Zu den Sternen“

Bester Tonschnitt (Best Sound Editing):

  • „Le Mans 66“
  • „Joker“
  • „1917“
  • „Once Upon a Time in Hollywood“
  • „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ 

Beste Filmmusik (Best Music – Original Score):

  • Hildur Gunadottir („Joker“)
  • Thomas Newman („1917“)
  • Alexandre Desplat („Little Women“)
  • Randy Newman („Marriage Story“)
  • John Williams („Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“)

Bester Song (Best Music – Original Song):

  • „I can’t let you throw yourself away“ („A Toy Story“)
  • „I’m gonna love me again“ („Rocketman“)
  • „I’m standing with you“ („Breakthrough – Zurück ins Leben“)
  • „Into the unknown“ („Die Eiskönigin 2“)
  • „Stand Up“ („Harriet: Der Weg in die Freiheit“)

Beste visuelle Effekte (Best Visual Effects):

  • „The Irishman“
  • „Avengers 4: Endgame“
  • „Der König der Löwen“
  • „1917“
  • „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“

Bester animierter Spielfilm (Best Animated Feature Film):

  • „Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt“
  • „Ich habe meinen Körper verloren“
  • „Klaus“
  • „Mister Link – Ein fellig verrücktes Abenteuer“
  • „A Toy Story: Alles hört auf mein Kommando“

Bester Dokumentarfilm (Best Documentary):

  • „American Factory“
  • „The Cave“
  • „Am Rande der Demokratie“
  • „Für Sama“
  • „Land des Honigs“

Bester fremdsprachiger Film (Best Foreign Language Film):

  • „Corpus Christi“ (Polen)
  • „Honeyland“ (Nord-Mazedonien)
  • „Die Wütenden – Les Miserables“ (Frankreich)
  • „Leid und Herrlichkeit“ (Spanien)
  • „Parasite“ (Südkorea)

Bester Kurzfilm (Best Short Film – Live Action):

  • „Brotherhood“
  • „Nefta Football Club“
  • „The Neighbours Window“
  • „Saria“
  • „A Sister“

Bester animierter Kurzfilm (Best Short Film – Animated):

  • „Daughter“
  • „Hair Love“
  • „Kitbull“
  • „Memorable“
  • „Sister“

Bester Dokumentar-Kurzfilm (Best Documentary (Short Subject):

  • „In the Absence“
  • „Learning to Skateboard in a Warzone – If you’re a Gilr“
  • „Live overtakes me“
  • „St Louis Superman“
  • „Walk Run Cha-Cha“
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