Open Banking ist aktuell in Großbritannien ein großes Thema für Casino-Betreiber. Die UK Gambling Commission erörtert derzeit, ob Kreditkarten in Online Casinos und bei Sportwettenanbietern komplett verboten werden. Mit Open Banking steht jedoch eine gute Alternative zur Verfügung, die in diversen Varianten in Deutschland und anderen europäischen Ländern bereits genutzt wird.

Keine Kreditkarten mehr im britischen Online Casinos?

UK Flagge England Big Ben CasinoAuf Druck der Politik diskutiert die UK Gambling Commission im Moment, ob Kreditkarten als Online Casino Zahlungsmethoden komplett verboten werden. Konkret geht es um die echten Kreditkarten, also die Zahlungsvariante, bei der es nicht nötig ist, ein Guthaben für eine Zahlung zu haben. Aus nachvollziehbaren Gründen gibt es Bedenken hinsichtlich einer Zahlungsmethode im Online Casinos, die es dem Kunden ermöglicht, Schulden zu machen. Es gibt schon seit vielen Jahren Experten, die sich gegen Kreditkarten im Online Casinos und bei Sportwettenanbietern aussprechen. Nun scheint alles darauf hinzudeuten, dass es in Großbritannien demnächst die Zahlungsmethode Kreditkarte bei Online-Glücksspielanbietern nicht mehr geben wird. Wie groß ist das Problem? In Großbritannien spielen online und offline etwa 24 Millionen Menschen. Von diesen 24 Millionen Glücksspiel-Fans nutzen etwa 800.000 Menschen eine Kreditkarte für das Glücksspiel. Das Problem ist also nicht so riesig, wie es auf den ersten Blick vielleicht erscheinen mag. Ein Kreditkarten-Verbot würde nur einen kleinen Teil der Casino-Kundschaft treffen. Allerdings kann die Situation je nach Casino unterschiedlich aussehen, sodass die Casino-Betreiber in jedem Fall daran interessiert sein müssen, gute Alternativen für Einzahlungen und Auszahlungen zur Verfügung zu stellen.

In Großbritannien scheint es so zu sein, dass die klassischen Zahlungsmethoden wie Banküberweisung und Kreditkarte eine relativ große Rolle in Online Casinos zu spielen. Aber längst haben sich auch E-Wallets und andere Zahlungsmethoden neuerer Art durchgesetzt. Doch eine große Lücke gibt es derzeit noch, insbesondere im Vergleich mit anderen europäischen Ländern. Das sogenannte Open Banking wird in den britischen Casinos bislang nicht praktiziert. Dabei könnte gerade diese Variante dazu beitragen, dass die Glücksspiel-Fans, die demnächst von einem Kreditkarten-Verbot betroffen sein könnten, eine optimale Alternative finden. Unabhängig davon, ob ein Kreditkarten-Verbot kommt, ist Open Banking aber in jedem Fall gut dafür geeignet, schnelle und unkomplizierte Einzahlungen und Auszahlungen in Online Casinos zu machen. Für deutsche Glücksspiel-Fans ist das Thema nicht ganz so interessant, da es längst die Möglichkeit gibt, über das ganz normale Bankkonto schnelle Einzahlungen und Auszahlungen zahlreichen Online Casinos zu machen. Aber in diesem Bereich hängt Großbritannien etwas hinterher, sodass aktuell einige Unternehmen versuchen, das Open Banking in Großbritannien im Glücksspiel-Bereich, aber in anderen Branchen zu etablieren.

Open Banking – Banküberweisung mit Turbo

Viele deutsche Glücksspiel-Fans haben vermutlich überhaupt keine Ahnung, was mit Open Banking gemeint ist. Dabei ist die Sache eigentlich ganz einfach: Beim Open Banking geht es darum, Transaktionen über das eigene Bankkonto zu erledigen, ohne eine dritte Partei ins Boot zu holen. Bei der Kreditkarte muss zum Beispiel die Kreditkarten-Firma einbezogen werden. Bei einer Einzahlung oder Auszahlung per E-Wallet muss der Kunde über das E-Wallet-Konto Einzahlungen und Auszahlungen erledigen. Die meisten Glücksspiel-Fans, die Kreditkarten nutzen, wählen dieses Zahlungsmittel, weil es sich um eine sehr einfache Zahlungsmethode handelt. Es ist nicht nötig, eine zusätzliche Kontoeröffnung zu machen, nur um vielleicht ab und zu einmal in einem Online Casino eine Einzahlung zu machen. Genau an dieser Stelle setzt Open Banking an. Mit den Zahlungsmethoden, die zum Open Banking gehören, ist es möglich, direkt über das ganz normale Bankkonto Einzahlungen zu machen. Unerfahrene Glücksspiel-Fans fragen sich an dieser Stelle vielleicht, warum nicht einfach die ganz normale Banküberweisung genutzt wird. Die Antwort ist einfach: Die normale Banküberweisung ist nach wie vor sehr langsam. Es dauert in der Regel mindestens einen Werktag, bis das Geld ankommt. Für die meisten Glücksspiel-Fans ist das nicht schnell genug.

Beim Open Banking ist es möglich, dass das Geld sofort gutgeschrieben wird. In Großbritannien werden gerade entsprechende Angebote aufgebaut. Aber in Deutschland ist es zum Beispiel jetzt schon möglich, mit Zahlungsdienstleistern wie Sofortüberweisung, Giropay oder auch Trustly sehr schnelle Einzahlungen in Online Casinos zu machen. Der große Vorteil bei diesen Zahlungsmethoden ist, dass das ganz gewöhnliche Bankkonto genutzt werden kann, ohne dass eine zusätzliche Kontoeröffnung stattfinden muss. Bei allen drei genannten Zahlungsmethoden funktioniert das tadellos seit einigen Jahren. Trustly ist allerdings die einzige Zahlungsoption, die auch Auszahlungen zulässt. Viel wichtiger ist aber für viele Glücksspiel-Fans, dass eine schnelle Einzahlung möglich ist. Wenn bei der Auszahlung dann die ganz normale Banküberweisung genutzt werden muss, ist das in der Regel kein Drama. Aber natürlich ist es noch schöner, wenn über das ganz normale Bankkonto eine sehr schnelle Auszahlung ebenfalls funktioniert. Je nach Land gibt es in der Europäischen Union unterschiedliche Zahlungsmethoden, die sich in den letzten Jahren für schnelle Zahlungen per Bankkonto durchgesetzt haben. Großbritannien hat in diesem Bereich noch Nachholbedarf, der durch das drohende Kreditkarten-Verbot nun bearbeitet wird.

Open Banking vorteilhaft für Kunden und Online Casinos

Grundsätzlich ist eine sichere und schnelle Zahlungsmethode nicht nur für die Kunden in den Online Casinos, sondern auch für die Casino-Betreiber hilfreich. Kreditkarten sind sowohl für die Casino-Kunden als auch für die Casino-Betreiber nicht ganz optimal. Für die Casino-Betreiber hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass es zumindest theoretisch die Möglichkeit gibt, dass die Kunden im Nachhinein noch von ihrer Einzahlung zurücktreten. Das funktioniert allenfalls per Gericht, kann aber zu einer unnötigen Unsicherheit führen. Bei einer Überzahlung mit per Open Banking ist das anders, denn die Zahlung wird endgültig erledigt und bei den heutigen Systemen nicht vorgesehen, dass ein Widerruf erfolgen kann. Das ist zum Beispiel bei der Lastschrift anders. Früher gab es auch Online Casinos, in denen die Einzahlung per Lastschrift möglich war. Doch die Anbieter sind längst dazu übergegangen, diese potenziell gefährliche Zahlungsmethode zu verbannen.

Obwohl die meisten Menschen regelmäßig in Online-Shops einkaufen und deswegen auf schnelle Zahlungsmethoden angewiesen sind, ist das herkömmliche Bankensystem nach wie vor erschreckend langsam. Der Grund, warum Zahlungsanbieter wie Neteller, Skrill, Muchbetter, Sofortüberweisung, Giropay, Trustly und Paysafecard überhaupt erfolgreich werden konnten, liegt im Bankensystem begründet. Es ist schwer nachvollziehbar, warum die Bankenindustrie es immer noch nicht geschafft hat, bei der Banküberweisung eine Gutschrift innerhalb von wenigen Sekunden oder zumindest wenigen Minuten als Standard zu etablieren. Dann wäre es überhaupt nicht nötig, sich mit Open Banking auseinanderzusetzen. Vielleicht geschieht aber irgendwann ein Wunder und die Banken kommen im 21. Jahrhundert an. Das wäre nicht nur für die zahlreichen Glücksspiel-Fans, die am liebsten über ihr ganz normales Girokonto Einzahlungen und Auszahlungen schnell und unkompliziert erledigen möchten, eine echte Sensation.