Was lange währt, wird endlich gut. Dieses alte Sprichwort könnte man auch auf den neuen Glücksspielstaatsvertrag anwenden, denn er wird kommen. 13 von 16 Bundesländern haben ihn inzwischen ratifiziert und damit steht dem Inkrafttreten nun nichts mehr im Wege. Darauf hatten sich die Bundesländer im Vorfeld geeinigt: Die Ratifizierungen durch 13 Bundesländer für eine bundeseinheitliche Regelung sei notwendig. Alleinig Nordrhein-Westfalen, das Saarland und Sachsen-Anhalt haben bisher nicht zugestimmt, aber eigentlich gelten die Ratifizierungen dort auch als sicher. Sachsen-Anhalt ist in diesem Prozess allerdings so etwas wie das Zünglein an der Waage, da die neue Glücksspielaufsichtsbehörde ihren Sitz in dem ostdeutschen Bundesland haben soll und damit eine Ratifizierung zwingend notwendig ist. Aber man bleibt optimistisch. Doch was ändert sich nun in den einzelnen Bereichen eigentlich?

Live-Dealer-Casinos und Online Roulette wieder im Angebot?

Online Casino Roulette

In den letzten Monaten kam es ja zu einer mehr oder weniger großen Konsolidierung des Glücksspielmarktes. Stationäre Einrichtungen hatten bzw. haben immer noch unter der aktuellen Krise zu leiden. Bei Online Angeboten herrscht eine große Rechtsunsicherheit, die dazu führte, dass viele Angebote teilweise oder ganz vom deutschen Markt verschwunden sind und eine Welle von juristischen Prozessen losgetreten wurde. Der neue Glücksspielstaatsvertrag soll nun all diese Unsicherheiten beseitigen. Dafür sind zahlreiche Vorschriften vorgesehen, die entweder bundesweit oder länderspezifisch angewandt werden können und müssen. So obliegt z.B. die Konzessionierung von Online Roulette und Online Black Jack den einzelnen Ländern und das Angebot an virtuellen klassischen Casinospielen ist an einige Auflagen gebunden. Im Vorfeld der Ratifizierung wurde den Anbietern von Online Glücksspielen eine Übergangsperiode eingeräumt, um ihre Angebote den neuen Voraussetzungen anzupassen. Viele Betreiber reduzierten daraufhin ihr Angebot erheblich, und so wurden alle Bankhalter-Spiele wie beispielsweise Roulette und Blackjack sowie Live Casinos entfernt und auch progressive Jackpot Spiele waren und sind nicht mehr verfügbar. Damit wird eine im stationären bzw. terrestrischen Bereich übliche Unterscheidung zwischen von Spielbanken und Spielhallen aufgegriffen und angewandt. So wird zwischen virtuellen Automatenspielen und Online Poker auf der einen Seite und den sogenannten Online Bankhalter-Spielen wie Roulette und Blackjack differenziert. Daraus ergibt sich, dass Poker oder Spielautomaten in unbegrenzter Anzahl angeboten werden können, während die Online Casinos dem Länderrecht unterliegen.

Dabei wird natürlich insbesondere auf seriöse online Casinos geachtet. Einzelne Länder können somit Online Roulette, -Baccarat, -Black Jack und Casino Holdem selbst veranstalten oder Konzessionen dafür vergeben. Die Anzahl der Konzessionen für Online Angebote soll aber deckungsgleich sein mit dem Angebot für landbasierte Casinos. Im Glücksspielstaatsvertrag heißt es dazu: „Die Anzahl der Konzessionen für Online Casinospiele ist auf die Anzahl der Konzessionen für stationäre Spielbanken beschränkt. […] Diese Höchstzahl der Konzessionen gibt den Ländern die Möglichkeit, ihr Regelungssystem für Online-Casinospiele in kohärenter und systematischer Weise an jenem für Spielbanken auszurichten und auf ihr jeweiliges Spielbank-Recht angepasste Lösungen für in das Internet übertragene Tischspiele zu finden.“ Dabei entscheidet das Land selbst wer als Betreiber in Betracht kommt. Das Land, eine staatliche Gesellschaft oder ein privates Unternehmen stehen zur Auswahl.

Online Roulette und Live-Dealer Casinos als zweites Standbein für landbasierte Casinos?

Aufgrund der geänderten Gesetzeslage streben einige landbasierte Casinos Überlegungen an, ob sie ihr Portfolio um Online Casinos erweitern sollen. Dies geschieht zum Beispiel gerade bei der Baden-Württembergischen Spielbanken GmbH, wie Thomas Schindler erklärte: „Wir gehen davon aus, dass unsere Kompetenz in die digitale Welt reicht, damit auch online das Spiel geregelt verläuft – wie gefordert. Im Hybrid-Modell einer konzessionierten Spielbank könnte ein Spielformat das andere antreiben.“ Also will man sich in einen ernsthaften Wettbewerb zu einigen etablierten Anbietern wie z.B. Sunmaker, betsson oder anderen begeben. Ob dies tatsächlich gelingt, hängt natürlich von vielen verschiedenen Faktoren ab. Die Erlebniswelt eines landbasierten Casinos ist eine andere, als die eines Online Casinos. Den Besuchern geht es um ein ganzheitliches Erlebnis, das bedeutet, dass neben dem reinen Spielvergnügen auch Mehrwerte in Form von gastronomischen Einrichtungen, künstlerischen Veranstaltungen und vieles andere angeboten werden müssen.

Bei einem Online Casino sind Sicherheit, das Angebot an vielen und innovativen Slots, wie z.B. die neuesten Merkur Slots und auch die vielen Online Casino Boni sowie Ein- und Auszahlungsmethoden von entscheidender Bedeutung für die Nutzung des Angebotes. Sicherlich kann man Synergien herstellen und das ein oder andere Angebot miteinander verknüpfen, aber ob dies ausreicht, um die Platzhirsche am Online Casino Markt zu verdrängen oder ernsthaft in Verlegenheit zu bringen, wird erst die Zukunft zeigen. Erstmal stehen die Chancen überhaupt ganz gut, dass es wieder Online Roulette und Live-Dealers Casinos in Deutschland geben wird. Sollte der Staatsvertrag nicht doch noch auf der Ziellinie gekippt werden, werden die notwendigen Prozesse in den nächsten Monaten angestoßen werden, um dies zu ermöglichen. Viele Freunde des Glücksspiels würden sich sicherlich sehr darüber freuen.