Das Online-Glücksspiel soll in Zukunft mit einer neuen Glücksspielsteuer belegt werden. Für die neu regulierte Glücksspielbranche im Internet könnte die geplante Steuer zu einem Problem werden. In Deutschland gibt es schon seit 2012 die sogenannte Wettsteuer. Jeder Buchmacher muss in Deutschland eine Steuer in Höhe von fünf Prozent von jedem Wetteinsatz an den Staat abführen. Das gilt uneingeschränkt auch für Online-Buchmacher. Eine besondere Steuer für Online Casinos gab es bislang jedoch nicht. Doch mit der neuen Glücksspielregulierung, die über den neuen Glücksspielstaatsvertrag zum 1. Juli 2021 in Kraft treten wird, soll auch eine neue Steuer für Online-Glücksspielanbieter kommen.

Neue Glücksspielsteuer durch Gesetzesänderung

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Im Bundesrat wird aktuell ein Gesetzentwurf diskutiert, nach dem das Rennwett- und Lotteriegesetz geändert werden soll. Die Änderung ist nötig, um in Zukunft 5,3 Prozent von jedem Einsatz bei einem Online-Glücksspielanbieter als Steuer kassieren zu können. Für die Glücksspielanbieter wäre das eine unschöne Lösung, denn die meisten Glücksspiele im Internet haben sehr hohe Auszahlungsquote. Wenn die Auszahlungsquote beispielsweise bei 96 Prozent liegt, ist eine Steuer in Höhe von 5,3 Prozent nicht finanzierbar. Ein ähnliches Problem hatten die Sportwettenanbieter bei der Einführung der Wettsteuer. Die meisten Online-Buchmacher haben das Problem gelöst, indem eine zusätzliche Gebühr eingeführt worden ist, die zufällig genau die Höhe der Wettsteuer hat. Es spricht einiges dafür, dass auch die Glücksspielanbieter eine ähnliche Gebühr einführen werden, wenn in Deutschland die neue Glücksspielsteuer in der vorgeschlagenen Form beschlossen werden sollte. Warum wird überhaupt eine Steuer für Online-Glücksspiele eingeführt? Grundsätzlich ist es eine sinnvolle Idee, die Online-Glücksspielanbieter zu besteuern. Bislang bekommt Deutschland überhaupt nichts von den Betreibern der Online-Spielbanken. Die Unternehmen, die hinter den Online-Spielbanken stehen, bezahlen Steuern. Aber da die Unternehmen nicht in Deutschland sitzen, bekommt der deutsche Staat nichts. Auch in Zukunft wird es viele Glücksspielanbieter in Deutschland geben, die nicht in Deutschland ansässig sind.

Deswegen ist es sinnvoll, eine Besteuerung auf der Basis der Umsätze, die Deutschland gemacht werden, zu erheben. Eine mögliche Alternative wäre es, die Gewinne der Glücksspielanbieter in Deutschland zu besteuern. Das hätte den Vorteil für die Glücksspielanbieter, dass keine Gebühr eingeführt werden müsste. Der deutsche Staat könnte aber trotzdem einen erheblichen Anteil vom Gewinn als Steuer abschöpfen. Ein Problem bei einer neuen Gebühr könnte sein, dass dadurch die legalen Online-Spielbanken weniger attraktiv sind als die Spielbanken, die ohne deutsche Konzession unterwegs sind. Diese Anbieter würden wahrscheinlich auch die neue Glücksspielsteuer nicht bezahlen, sodass ein unlauterer Vorteil entstünde. Eine Besteuerung des Gewinns wäre insofern sinnvoller, dass dadurch das Angebot nicht an Attraktivität verlieren würde.

Spielerschutz besser durch neue Steuer

Die Befürworter der neuen Glücksspielsteuer argumentieren, dass die Besteuerung der Einsätze dazu führe, dass der Spielerschutz verbessert wird. Allerdings hat die Wettsteuer eher nicht dazu geführt, dass Sportwetten in Deutschland weniger populär geworden wären. Es ist sogar so, dass seit der Einführung der Wettsteuer der deutsche Sportwetten-Markt in hohem Tempo gewachsen ist. Die Wettsteuer hat das Wachstum mit Sicherheit nicht beschleunigt. Aber die Wettsteuer hat das Wachstum auch nicht spürbar reduziert. Einen ähnlichen Effekt gäbe es wahrscheinlich auch beim Online-Glücksspiel. Am Ende wird der Glücksspielmarkt nicht untergehen, wenn Deutschland eine Glücksspielsteuer einführt, die jeder Anbieter von Online-Glücksspielen bezahlen muss. Aber es gäbe vermutlich einfachere und sinnvollere Lösungen, Steuern von den Glücksspielanbietern zu kassieren. Grundsätzlich ist es im Sinne der Allgemeinheit, dass die Glücksspielanbieter sich auch an der Finanzierung der staatlichen Aufgaben beteiligen. Aber wenn die Glücksspielsteuer am Ende dazu führt, dass die Glücksspiel-Fans eine Gebühr bezahlen müssen, ist das nicht unbedingt im Sinne des Erfinders. Noch ist die Glücksspielsteuer nicht beschlossen. Aber es spricht vieles dafür, dass die Steuer in der geplanten Form kommen wird. Grundsätzlich sind sich die Vertreter Bundesländer schon jetzt einig, dass eine Besteuerung des Online-Glücksspiels stattfinden soll. Dem würde wohl auch kaum ein Glücksspielexperte widersprechen.

Es kann noch einige Monate dauern, bis die geplante Gesetzesänderung umgesetzt wird. Zudem gibt es auch immer das Risiko, dass einzelne Bundesländer die aktuellen Pläne nicht unterstützen werden. Dann kommt es vielleicht doch noch zu einer anderen Regelung. Grundsätzlich müssen sich die Glücksspielanbieter, die eine deutsche Lizenz für Online-Glücksspiele haben wollen, aber darauf einstellen, dass sich vieles ändern wird auf dem neuen Glücksspielmarkt. Es gibt neue Limits für Einzahlungen und Einsätze. Darüber hinaus muss der Spielerschutz ein vielen Stellen auf ein neues Niveau gehoben werden. Das alles kostet Geld und Aufwand. Aber bislang gehen die Glücksspielanbieter davon aus, dass der neue deutsche Glücksspielmarkt trotzdem sehr lukrativ sein wird. Ob sich diese Bewertung bei der Einführung einer neuen Glücksspielsteuer ändern wird, bleibt abzuwarten. Es wird wohl noch bis zum nächsten Jahreswechsel dauern, bis eine erste Bewertung der neuen Glücksspielregulierung sinnvoll möglich ist. Wahrscheinlich wird es bei dieser ersten Bewertungsrunde dann auch darum gehen, ob die dann wahrscheinlich schon eingeführte Glücksspielsteuer den gewünschten Effekt hat.