Das war bisher eine schöne Alternative zu anderen Bezahlmethoden - gerade für Online Spieler - die Nutzung des Online Banking Bezahldienstes N26. Der war nämlich in Online Casinos bisher kostenfrei, jedenfalls beim Bezahlen per Kreditkarte. Doch damit wird bald Schluss sein, und zwar spätestens am 10. Mai 2020 wenn die neue Gebührenordnung des Hauptstadt Unternehmens in Kraft tritt. Dann werden automatisch drei Prozent des Kaufpreises für z.B. Online Chips direkt an das Unternehmen abgeführt. Andere Bezahldienste machen das schon länger und nun zieht N26 nach. Damit aber nicht genug, es verändern sich noch eine Menge anderer Gebühren und Preise. Was genau und wie, lesen Sie hier.

Online Bank: Bisher ein äußerst lukratives Geschäftsmodell

N26 Online BankDie 2013 von den beiden Wienern Valentin Stalf und Maximillian Thayenthal mit der Firma Fin-Tech-Startup gegründete Bank firmiert seit 2015 unter N26 als Direktbank am europäischen Markt und ist eines der erfolgreichsten und wertvollsten Start-Ups in Deutschland. Eine Besonderheit des Geschäftsmodells ist die Abwicklung aller Bankgeschäfte, angefangen von der Eröffnung eines Girokontos bis zu Abhebungen und Transaktionen, die über eine Smartphone App zu sehen sind. Das zieht besonders eine jüngere Kundschaft an. Die Bank agiert fast im gesamten europäischen Raum, zog sich 2019 aber mit dem Brexit von Großbritannien zurück. Seit Januar 2020 hat das Unternehmen über 5 Millionen Kunden, steht aber nicht kritiklos dar. Immer wieder wurden Sicherheitslecks oder Datenverstöße von verschiedensten Seiten moniert. Durchgängiger Hauptkritikpunkt stellte in den letzten Jahren aber der schlechte Kundenservice dar. Erreichbar war die Bank nur schriftlich d.h. per mail oder chat, wobei dort nicht immer eine Erreichbarkeit bzw. zeitnahe Reaktion auf Anfragen und Wünsche zu beobachten waren. Zu den Investoren des Start-Ups zählen unter anderem Allianz X, Mitglieder des Zalando-Managements und der Paypal Mitbegründer Peter Thiel. 

N26 | Und das ist neu

Jetzt dreht man also an der Gebührenschraube um mehr Geld einzunehmen. Das kennt man ja auch schon von anderen Banken oder Sparkassen. Einige der N26-Kontodienste werden ab dem 10. Mai 2020 erheblich teurer. Signifikant steigen z. B. die Gebühren für die Bereitstellung von Ersatzkarten und deren Expressversand. So zahlt man nun anstatt sechs Euro zehn Euro für eine neue N26 Kreditkarte. Und wer den Expressversand mit bucht, zahlt noch mal 30 Euro drauf anstatt den bisherigen 19 Euro. Auch der Schnellversand der Premium Karte N26-Metall wird deutlich teurer, er steigt von bisher einmalig 45 Euro auf 65 Euro – macht mal eben eine Steigerung von bis zu 66 Prozent aus. Wie ein Sprecher der Smartphone Bank mitteilte: „Wir reagieren damit auf die zuletzt gestiegenen Kosten für den Druck und die Lieferung der Karten“. Auch Umweltaspekte würden eine Rolle spielen, aber genauere Details zu diesem Sachverhalt wollte die Bank nicht mitteilen, versicherte aber in diesem Zusammenhang, dass die Gebühren für die normale Kontoführung nicht von den Anhebungen betroffen seien. 

Dann gibt es aber doch noch die verdeckten Gebühren bzw. Preisanpassungen, z.B. in Bezug auf die Freigrenzen für Bargeldeinzahlungen. Konnten Nutzerinnen und Nutzer bisher in Partnergeschäften über den Service „Cash26“ bislang 100 Euro monatlich auf ihr Konto einzahlen, so ist nun 1,5% Prozent des Betrages fällig und wird direkt von der Bank einbehalten. Und dann ist da auch noch etwas, das den Usern von Online Casinos besonders aufstoßen wird. Die Smartphone Bank führt zukünftig eine sogenannte „Glücksspiel-Gebühr“ ein. Wer z.B. mit seiner bankeigenen Kreditkarte in Online Casinos Chips kauft, muss nun 1,5% des Kaufpreises an das Berliner Institut abführen. Bisher war dies kostenfrei und stellte natürlich gerade in der Welt des Online Glücksspiels einen besonderen Anreiz dar. Damit hat die Bank ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Geldinstituten weniger. Begründet wird diese Anpassung auch mit den Niedrigzinsen am Markt, der vielen zu schaffen macht und die Kosten für die Unternehmen in die Höhe treibt. 

Der Gang zum Automaten wird weniger lukrativ

Bargeld vom Automaten abzuheben wird für viele junge Menschen unter 26 Jahren nicht mehr so lukrativ. Diese können nämlich ab Mai nur noch dreimal kostenfrei Geld abheben, sofern das Konto zwei Monate vorher jeweils mit 1.000 Euro pro Monat gedeckt war. Für Kundinnen und Kunden über 26 Jahren ändert sich nichts. Diese können weiterhin fünfmal pro Monat den Geldautomaten kostenfrei benutzen. Jede Nutzung die darüber hinausgeht, wird mit 2 Euro berechnet. Nur bei dem kostenpflichtigen Kontomodell „N26 Metal“ wurde die kostenfreie Nutzung von fünf auf acht Mal pro Monat erhöht. 

Dabei widerspricht das Unternehmen dem Vorwurf mit den neuen Preiserhöhungen wolle man gerade junge Nutzerinnen und Nutzer in ein kostenpflichtiges Kontomodell drängen. Laut der Bank sind andere Argumente für die Nutzung von N26 ausschlaggebender, z.B., kostenlos eigene Unterkonten als Ersatz für ein herkömmliches Tagesgeldkonto anlegen zu können. Zudem hätten sie mit „Cash26“ die Möglichkeit in 11.500 Partnergeschäften kostenfrei Geld abzuheben. Man schränkt aber ein, dass diese Möglichkeit eventuell nicht genügend kommuniziert worden sei und gelobt dort Besserung.

Für die Zukunft seien erstmal keine weiteren Gebührenanpassungen geplant. Wie weit sich die weltweite Krise auch auf die Bank auswirken wird, das kann man dann erst in der Zukunft beurteilen. N26 ist auf alle Fälle ab dem 10. Mai nicht mehr so attraktiv für die Spielerinnen und Spieler in Online Casinos.