Nun trifft es also auch das Casino in Linz, und zwar gleich mehrfach. Begonnen hatte alles im Februar dieses Jahres mit einem Brand im ersten Stockwerk, der einen Schaden in Millionenhöhe verursacht hatte. Kurz darauf folgte dann aufgrund der anhaltenden Gesundheitskrise die komplette Schließung der Spielbank, die bis zum 28. Mai 2020 anhielt. „Uns hat es heuer also gleich doppelt getroffen", klagt Martin Hainberger. Er ist der Chef des Linzer Casinos am Schillerpark. Auf die Frage, wie es denn nun weitergeht, nachdem die Casinos Austria vor wenigen Wochen ein umfassendes Sparkpaket vorgelegte, antwortet er: „Wir werden sicher nicht zusperren". Trotz Streichungen von Jobs, sei aktuell keine Gefahr für den Standort gegeben, betont er weiter.

CASAG musste schnell reagieren

Casino LinzDie Spielbank in Linz öffnete am 12. März 1982 ihre Pforten und war damals die zwölfte Spielbank der teilstaatlichen Casinos Austria AG (CASAG) in Österreich. Heutzutage existieren insgesamt 12 CASAG Spielbanken. Eine lange Liste von 135 Mitarbeitern ist am Standort Linz beschäftigt – vom Croupier bis zur Reinigungskraft. Mit einem Umsatz von mehr als 26 Millionen Euro ist das Casino im vergangenen Jahr durchaus gewinnbringend gewesen. Darüber freut sich nicht nur die Landeshauptstadt in Oberösterreich. Das heißt allerdings nicht, dass die vielen Angestellten nicht zittern müssen. Auch der Standort Linz wird an dem strikten Sparkurs nicht vorbeikommen, den die CASAG im Juli 2020 ausgegeben hat. Dieser sieht aktuell vor, dass an die 500 von den derzeit 1.700 Beschäftigten mit ihrer Entlassung rechnen müssen, da ihre Jobs einfach ersatzlos gestrichen werden. Das entspricht fast einem Drittel der Belegschaft. Geplant ist, das insgesamt 40 Millionen Euro eingespart werden sollen. Dies funktioniert nur durch einen deutlichen Stellenabbau, die Reduktion von Sachkosten in den Spielbanken und in der Zentrale. Casinos Austria AG-Chefin Bettina Glatz-Kremser nachte unmissverständlich klar, dass man damit auf die anhaltende Gesundheitskrise reagiere, die die komplette CASAG hart getroffen hätte: „Wir mussten schnell reagieren,“ so die CASAG-Chefin weiter.

ReFIT soll die Effizienz steigern

Im Juli dieses Jahres hatte der Aufsichtsrat der Casinos Austria AG beschlossen, das bereits im Juni 2020 angekündigte Restrukturierungskonzept (ReFIT) in die Tat umzusetzen, welches drastische Einsparungen mit sich bringt und den Konzern auf lange Sicht gesehen stärken soll. Von den insgesamt 3.400 Mitarbeitern, die die CASAG derzeit österreichweit beschäftigt und von denen allein 1.700 an den einzelnen Casino Standorten arbeiten, müssen rund 500 ihre Koffer packen. In einer Pressemeldung ließ das Unternehmen damals verlauten, dass man sich sehr „... für den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze sowie aller zwölf Casino Standorte eingesetzt“ hätte. Nicht nur Entlassungen stehen ins Haus, sondern on top auch noch Gehaltskürzungen. Die verbliebenen Angestellten müssen in Zukunft mit weniger Lohn rechnen. Zurückzuführen sei dies letztlich auf die Corona bedingten Schließungen sowie das kurz zuvor eingeführte Rauchverbot in den Casinos. Die CASAG geht von einem geschätzten Betriebsverlust an allen Standorten zusammen von insgesamt rund 65 Millionen Euro aus.

Das Konzept zur Restrukturierung sieht im einzelnen vor, die Spielbanken und die Unternehmenszentrale neu zu organisieren, damit die jeweilige Effizienz gesteigert wird. Außerdem sollen einzelne Standorte „redimensioniert“ und mit einer neuen Strategie versehen werden.  Auf operativer Ebene ist vorgesehen, den Betrieb der Casinos von den weiteren Arbeitsbereichen der CASAG Gruppe deutlicher zu trennen. Darüber hinaus soll für die Spielbanken eine Zentrale geschaffen werden, die sowohl kleiner, als auch eigenständig arbeitet. 

„Das ist der Stand jetzt!“ 

Dem Konzern geht es in erster Linie darum, alle zwölf Casino Standorte zu erhalten. Das ist zur Zeit das oberste Ziel. In der Pressemeldung vom letzten Juli dieses Jahres ist die Formulierung hierzu allerdings recht vorsichtig. Es wird betont, dass das nur „... bei erfolgreicher Umsetzung des Konzeptes“ möglich sein wird. Nichtsdestotrotz wirkt CASAG Chefin Bettina Glatz-Kremser insgesamt ausgesprochen guten Mutes und äußert sich positiv zu den ReFIT Plänen: „Die bevorstehenden Wochen und Monate werden herausfordernd und schwierig. Bei erfolgreicher Umsetzung des vorliegenden Konzepts wird aber nicht nur das Unternehmen stärker und erfolgreicher sein, als es je war, sondern es werden dadurch auch die herausragende Stellung der Casinos Austria AG und die damit zusammenhängenden Arbeitsplätze abgesichert.“ Im weiteren Verlauf betont sie, dass die Führungsebene durchaus darüber Bescheid wisse, dass sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine hervorragende Arbeit leisten und stets „... zum Wohle des Unternehmens zu agieren bereit“ wären. Unklar ist jedoch, wie denn nun die vom Stellenabbau und von den Gehaltskürzungen betroffenen Mitarbeiter reagieren werden. Aus der Wiener Zentrale hört man, dass auch der Standort Linz um den Personalabbau nicht herumkommen wird. Noch steht nicht fest, wie viele und wen es im einzelnen treffen wird. Das einzige, das derzeit klar ist, ist die Tatsache, dass es zu „Verkleinerungen an einzelnen Standorten“ kommen wird. Mehr ist aktuell nicht in Erfahrung zu bringen. Die Wiener Zentrale lässt auf Anfrage lediglich verlauten:   „Eine Schließung eines der zwölf Standorte gehört jedenfalls nicht zum Restrukturierungskonzept", und fügt als Nachsatz hinzu: „Das ist der Stand jetzt." Erst im kommenden Jahr ist mit den endgültigen Entscheidungen zu rechnen.