Jetzt ist es soweit! Was vor wenigen Wochen als Spekulation im Raum stand ist mittlerweile Gewissheit: Das Casino Linz ist auf der Suche nach einem neuen Standort. Dies wurde soeben von offizieller Seite bestätigt. Ernst Krichmayr gehört die Immobilie mehrheitlich, in dem sich die Spielbank aktuell befindet. Der Chef von LentiaCity und PlusCity  wird dem Casino Linz keinen langfristigen Vertrag anbieten. Das kann und er will er nicht, da derzeit noch keine endgültigen und genehmigten  Pläne für den Umbau des gesamten Gebäudekomplexes vorliegen. Die Immobilienentwicklung ist ins Stocken geraten. Casus knacksus ist hierbei die Anzahl der zur Verfügung stehenden Parkplätze sowie die Verkehrsinfrastruktur. Hier steht ganz klar der Vizebürgermeister Markus Hein mit beiden Füßen auf der Bremse. Ernst Kirchmayr hingegen vertritt die Ansicht, dass gerade die Verkehrsinfrastruktur der wichtigste Punkt ist, um die Linzer Landstraße und insbesondere ihren südlichen Teil zu beleben.

Immobiliensuche bedeutet keine Schließung des Standorts

Casino in Linz„Beim Aufstieg auf einen 8000 Meter hohen Berg sind wir bei 1000 Metern", kommentiert der Direktor des Casinos Linz, Martin Hainberger, die neue Suche nach einem geeigneten Standort. Dieser Aussage ist immerhin zu entnehmen, dass der aktuelle Sparkurs der Casinos Austria AG (CASAG) am Linzer Casino vorbeizieht. Allerdings nicht unbeschadet, muss man vermuten, denn auch die Traditionsspielbank wird gezwungen sein, weiter abzuspecken. Wie bereits berichtet, kam es bei der CASAG bereits zu Kündigungen von insgesamt 600 Mitarbeitern. Der Chef des Zentralbetriebsrats Manfred Schönbauer betonte, dass es um eine „vorsorgliche Maßnahme“ handele, die technisch notwendig sei. Sie treffe schließlich nur diejenigen, die „... die Anspruchsvoraussetzung für Teilzeit, Frühpensionierung und Co. erfüllen“. Inzwischen haben viele der von der Kündigung betroffenen Arbeitnehmer angekündigt, dass sie ein großes Interesse an den angebotenen Ausstiegs- und Teilzeitmodellen der CASAG haben. Der jährliche Personalaufwand soll nach Angaben des Betriebsrats um rund 30 Millionen Euro reduziert werden. So lautet das aktuelle Ziel des Konzerns. Inklusive der Tochter aus dem gastronomischen Bereich hätte der Personalaufwand im Jahre 2019 bei gut 116 Millionen Euro gelegen, bestätigt Schönbauer. Im Linzer Casino sind derzeit noch 135 Mitarbeiter beschäftigt. Darunter ist alles zusammengefasst: vom Geschäftsführer über den Koch bis hin zum Croupier. Was die Einsparungen des Unternehmens und der Stadtortwechsel für sie bedeutet, kann im Moment noch niemand so genau sagen. Klar ist, dass auch hier Stellen eingespart werden sollen. Die oberste Priorität des Konzerns liegt zunächst einmal darin sämtliche 12 Standorte in Österreich zu erhalten. In einer Pressemeldung hieß es: „Eine Schließung eines der zwölf Standorte gehört jedenfalls nicht zum Restrukturierungskonzept. Das ist der Stand jetzt!“

Casino als Touristenattraktion

Nach wie vor steht der Vorstoß des Linzer Vizebürgermeisters Markus Hein im Raum, der das Casino Linz gern zukünftig im Lentos Kunstmuseum sehen würde. „Ein Casino-Standort würde sich an dieser attraktiven Stelle anbieten und wäre auch eine wahre Touristenattraktion direkt an der Donaulände", ließ er noch im Juli dieses Jahres verlauten. Hintergrund für diesen Vorschlag ist die finanziell arg angeschlagene Situation des Kunsthauses. Hinzu kommt, dass die Linz AG, die das Lentos Kunstmuseum regelmäßig mit einer jährlichen Spende in Höhe von rund 3 Millionen Euro versieht, in diesem Jahr keinen Beitrag zur Kulturförderung leisten wird. Schuld ist die anhaltende weltweite Gesundheitskrise und ihre Auswirkungen, die auch vor der Aktiengesellschaft nicht Halt machen. Die Linz AG schiebt den Schwarzen Peter nun der Stadtverwaltung zu. Sie müsse diese Summe in 2020 aufbringen. Die aktuelle Kulturstadträtin Doris Lang-Mayrhofer (ÖVP) und der erste Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) sind weder von der Idee der Linz AG angetan, noch von dem Vorschlag Heins, den sie für kontraproduktiv halten. Markus Hein ist jedoch nach wie vor von seiner Idee überzeugt: „Ich halte an der Idee einer nachhaltigen und wirtschaftlichen Umnutzung des Lentos fest. Ein Casino-Standort würde sich an dieser attraktiven Stelle anbieten und wäre auch eine wahre Touristenattraktion an der Donaulände. Dann müssten vielleicht auch in Zukunft die zahlreichen Schiffstouristen nicht länger mit Bussen an Ziele fernab von Linz gekarrt werden.“

Vizebürgermeister Markus Hein ist Mitglied der FPÖ und hat mit seinem Vorschlag einmal mehr unter Beweis gestellt, dass die Freiheitlichen offenbar große Befürworter des Glücksspiels in Österreich sind. Auch wenn ein Umzug des Casinos Linz in das Lentos Kunstmuseum zunächst einmal abwegig erscheint, verbirgt sich dahinter bei näherer Betrachtung doch eine gewisse Logik. Wenn auf Dauer keine Fördergelder aus der Wirtschaft mehr zu erwarten sind, kommt man nicht umhin sich zu fragen, wie in Zukunft das „Kulturangebot einer Millionenmetropole“ noch finanziert werden soll. Die Antwort kann nur die Stadt Linz geben, denn von ihr hängt es ab, ob die enormen Kosten für das Lentos Kunstmuseum durch städtische Mittel getragen werden können oder nicht. So sehr dem Casino Linz, seinen Mitarbeitern und seinen zahlreichen Gästen auch zu wünschen wäre, in ein so repräsentatives Gebäude umzuziehen, wäre es doch bedauerlich, wenn das spektakuläre Avantgarde Museum, das zu den bedeutendsten in ganz Österreich gehört, voll und ganz von der Bildfläche verschwinden würde.