Was heute noch in der Gerüchteküche brodelt, könnte schon morgen die größte News für österreichische Pokerfans sein. Aktuell wird darüber spekuliert, dass die Concord Card Casinos (CCC) bald wieder öffnen. Der Grund für dieses Gerücht ist eine erste fünfwöchige Pokerdealer-Schulung, die laut Ankündigung des Veranstalters im  CCC Simmering in der Wiener Karl-Gunsam-Straße stattfinden soll.

Gerücht oder Prognose für die Zukunft von Poker in Österreich? 

Peter ZanoniÖsterreichs Pokerspieler trauern seit einem guten halben Jahr um ihre privaten Cardrooms, die Concord Card Casinos – kurz CCC - des legendären Wiener Pokerkönigs Peter Zanoni, der nach jahrelangem Clinch mit den Finanzbehörden im März dieses Jahres gezwungen war, endgültig das Handtuch zu werfen. Den meisten Spielern blieb nichts anderes übrig, als sich mit den eingeschränkten Angeboten der Casinos Austria AG (CASAG) anzufreunden. Andere zogen ins angrenzende Ausland ab, wie in die Schweiz, Deutschland, Italien, Tschechien oder Slowenien oder suchten ihren Spaß in etlichen privaten Pokerrunden Österreichs. Sehr zum Missfallen der Behörden, die veranlassten, dass zumindest ein Teil dieser Runden durch die Finanzpolizei gesprengt wurden.  Allerdings konnten diese Maßnahmen nur ein wenig an der Spitze des Eisbergs kratzen. Besser gesagt: Die Behörden versuchten offensichtlich vergeblich mit dem sprichwörtlichen Schnapsglas einen Flächenbrand zu löschen. Seit einigen Wochen brodelt nun die Gerüchteküche rund um die Concord Card Casinos, von denen sich einige in den letzten Monaten als Wettbüros oder Spielertreffs versuchten. Manche der privaten Casinos in Oberösterreich wurden zwar vorläufig dicht gemacht, öffneten allerdings kurz darauf wieder und bieten inzwischen ganz öffentlich Poker an. Ein weiteres Gerücht stand eine ganze Zeit lang im Raum, dass Pokerkönig Zanoni angeblich plant, die Räume der Concors Card Casinos zu Wettbüros oder „Entertainment-Etablissements“ umzufunktionieren. Kurz darauf wurde das allerdings wieder dementiert und es hieß erneut: „Nichts geht mehr!“ Nun muss man aber auch sagen: Peter Zanoni wäre nicht Peter Zanoni, wenn er nicht wirklich alles daran gesetzt hätte, seine CCs wieder in Schwung zu bringen. Und wenn man sich den aktuellen Post des CCC Simmering ansieht, der eine Pokerdealer Schulung bewirbt, dann sieht doch wirklich alles nach einem Comeback der Concord Card Casinos aus. Nimmt man diese fünfwöchige Schulung als Ausgangspunkt, dann wäre es doch tatsächlich möglich, dass schon im November wieder gezockt werden könnte. Über die genauen Planungen liegen uns aktuell noch keine Informationen vor.

Zum Hintergrund

Peter Zanonis Lizenz für seine CCCs ist schon am 31. Dezember 2019 abgelaufen. Dies war für den Pokerkönig allerdings kein Grund den Betrieb einzustellen. Er verwies damals auf das „laufende Rechtsverfahren“ und machte einfach weiter. Kurz darauf fanden Razzien in seinen Concord Card Casinos statt, und er war im März 2020 dann endgültig dazu gezwungen, 12 Standorte zu schließen. In Pressemeldungen betonte er stets, dass diese Schließung nur vorübergehend sei und dass seine Casinos „... "freiwillig geschlossen wurden, um zu vermeiden, dass Gäste und auch Mitarbeiter dem unqualifizierten Druck der ihre Kompetenzen weit überschreitenden Finanzpolizei weiterhin ausgesetzt sind". 

Poker ist Glücksspiel, sagt das neue österreichische Gesetz. Und das bedeutet, dass ausschließlich die Casinos Austria AG über eine entsprechende Lizenz verfügt, Poker legal anzubieten. Gegen Zanoni ermitteln die Österreichischen Finanzbehörden. Laut Gesetz ist Poker erst seit ein paar Jahren als Glücksspiel eingestuft. Zuvor benötigte man lediglich einen Gewerbe-Berechtigungsschein um Poker anzubieten. Ursprünglich war sogar einmal geplant, eine eigene Poker-Lizenz im Glücksspielgesetz zu verankern, allerdings wurde aus diesem Vorhaben dann doch nichts, da der entsprechende Gesetzentwurf wieder fallengelassen wurde.

27 Jahre lang betrieb Peter Zanoni ausgesprochen erfolgreich seine Concord Card Casinos in ganz Österreich mit allein zwei Standorten in Wien (Lugner City und Simmering) sowie jeweils einem in Salzburg, in Bregenz, in Innsbruck, in Kufstein, in Linz, in Gmunden und Ischgl, in Reutte, in Braunau und in Klagenfurt. „Die Concord Gruppe hat sich seit der Gründung in Wien im Jahre 1993 zu Europas größtem und bekanntesten Live Poker Unternehmen entwickelt. Die konsequente Aufbauarbeit von Gründer Peter Zanoni ist mitverantwortlich dafür, dass das Strategiespiel Poker zu einem Massenphänomen geworden ist“, warb das Unternehmen auf seiner Website. Mit ihrer über 20-jährigen Erfahrung galten die CCCs als „europäische Vorzeigeunternehmen“. Partner waren u.a. auch die ganz großen internationalen Pokerturniere wie beispielsweise die EPT, was auch dafür sorgte, dass zahlreiche Top Stars der weltweiten Pokerszene wie Tom Dwan, Daniel Negreanu sich an einem österreichischen Pokertisch niederließen. Aber das war nicht alles an Prominenz, die bei Peter Zanoni ein und aus ging. Auch Boxer Marcos Nader, TV-Star Elton oder Rapper Sido wurden schon in den Concord Card Casinos gesichtet. Von den österreichischen Showbiz-Promis wie Peter Rapp und Klaus Eberhartinger ganz zu schweigen. Dass das ehemals „... leuchtende Beispiel für unternehmerischen Erfolg in der Pokerbranche“ einen Neustart hinlegt, wäre Peter Zanoni und seinen mehr als 600 Mitarbeitern wirklich zu gönnen. Wir werden die Entwicklung im benachbarten Alpenland weiterhin im Auge behalten und darüber berichten.