Die digitale Revolution treibt viele verschiedene Blüten. Dabei ist eine bunter als die andere. Ganz besonders farbenprächtig ist zweifellos die Blüte des elektronischen Sports, eSport genannt, die den sportlichen Wettkampf mit Computerspielen bezeichnet. Seit einigen Jahren schon ist dieser Markt beständig auf dem Vormarsch und hat noch lange nicht sein Ende erreicht. Woche pro Woche erscheinen neue Videospiele, die uns in digitale Abenteuer verstricken und uns immer wieder aufs Neue dazu verleiten, strategische Taktiken anzuwenden, um erfolgreich zu zocken. Bei den eSport Turnieren existieren klare Wettkampfregeln, die zum einen von der Software vorgegeben sind und zum anderen vom jeweiligen Veranstalter festgelegt werden. Weltweit wurden in den vergangenen Jahren mehr als 800 Millionen US Dollar als Preisgelder ausgeschüttet. Kein Pappenstiel, wenn man bedenkt, wie jung die Branche erst ist. Auch wenn Atari bereits im Jahre 1980 einen Wettkampf der Space Invaders mit über 10.000 Spielern veranstaltete, so ist doch der eSport, und das, was wir heute darunter verstehen noch nicht so alt. Erst seitdem es Anfang der 2000er Jahre zu einer mehr oder weniger flächendeckenden und stabilen Interbindung kam, breitete sich der eSport, und mit ihm seine Wettbewerbe, über die ganze Welt aus. Wir haben uns einmal umgeschaut und den eSport am Beispiel Österreich genauer unter die Lupe genommen.

FIFA, der Multiplayer Hit Call of Duty und AuT pBo

E-SportsDer globale Boom der eSport Szene macht natürlich auch nicht vor den Landesgrenzen Österreichs Halt. Die Branche zählt zu einer der Gaming Randgruppen, die über das stärkste und schnellste Wachstum verfügen. In erster Linie bevorzugen die 14- bis 25-Jährigen Alpenland-Bewohner die digitalen Wettkämpfe. Was dabei die Hardware betrifft, so zockt etwa ein Drittel der Österreicherinnen und Österreicher regelmäßig am heimischen PC. Bei den Konsolen Usern haben mit satten 21 Prozent eindeutig die Sony Playstation Spieler die Nase vorn. Mit etwas mehr als fünf Prozent kommen danach die Microsoft Xbox Gamer. Was sich bei den Spielen einer enormen Beliebtheit erfreut, ist ganz besonders die österreichische eBundesliga, die seit 2017 existiert. Die virtuellen Matches auf dem Rasen sind der absolute Renner. Eine optimale Plattform hierfür bietet die seit 1993 bestehende FIFA Reihe. Hier haben sich die digitalen Kopien von Ronaldo, Lewandowski, Messi und Co eine Stellung „erarbeitet“, die denen der Originale kaum noch in irgendetwas nachsteht. Die Games der Call of Duty-Reihe folgen dicht dahinter. Sie vereinen quasi alles, was bei eSport Wettbewerben gerade populär ist, durch ihre „kompetitiven Multiplayer-Gefechte“ auf digitalen Schlachtfeldern. Welches Team hier den Sieg davon trägt wird am Ende durch ein intelligentes Setting der Waffen, super schnelle Reaktionen und ein ideales taktisches Kalkül entschieden. AuT pBo ist aktuell der bekannteste Verein in Österreich, der sich auf Call of Duty spezialisiert hat. Gegründet wurde er 2006. Seither hat sich das Team etliche Lorbeeren bei internationalen Wettbewerben verdient und auch schon eine ganze Reihe namhafter Titel mit nach Hause genommen.

Fortnite und World of Warcraft an der Spitze

Fortnite ist mit Abstand der Titel, der in den letzten Jahren die größte internationale Aufmerksamkeit und den höchsten Hype für sich verzeichnen konnte. Das poppig bunte Spiel ist simpel aber außerordentlich mitreißend. Einfallsreiche Bau-Elemente werden hier mit strategischen Ballereien gekoppelt, und das alles in einer stetig kleiner werdenden Map. Dadurch erhielt Fortnite in der weltweiten Gaming Community die Bezeichnung „Ausnahmespiel“. Und das ist noch nicht alles. Es war gleichzeitig dafür verantwortlich, dass zahlreiche andere Vertreter dieses Genres ebenfalls einen enormen Erfolg erzielen konnten. Allein in Österreich spielen mehr als 19 % der eSportler immer wieder den Mega Hit aus dem Hause Epic Games.

Zu den populärsten Computerspielen überhaupt zählt der Blizzard-Dauerbrenner World of Warcraft. Auch in Österreich gehört das spannende Arena Spiel zu den beliebtesten Games. In einem direkten Duell kämpfen hier jeweils drei Mitglieder aus insgesamt zwei Teams um den Sieg. Natürlich spielt auch hier ein exzellentes Reaktionsvermögen und ein gut koordiniertes Zusammenspiel neben einer guten Heldenauswahl die größte Rolle. In Österreich liegt der eSport Marktanteil von World of Warcraft bei satten 18 %.

Erstaunliche Platzierungen im unteren Mittelfeld: PUBG und DOTA 2 

Direkt danach folgt Counter Strike, das schon seit Jahrzehnten unendlich viele Hobby Spieler wie auch Profis in seinen Bann zieht. Begonnen hatte alles im Jahre 1999 - und zwar als die kleine Modifikation des damaligen Ego Shooter Hits Half-Life. Noch heute erreichen die Scharmützel zwischen Antiterroreinheiten und Terroristen in Österreich stolze 17 % des eSport Marktanteils.  

Nicht mehr aus der professionellen eSport- und Gamer Szene wegzudenken ist zudem League of Legends. Vor nunmehr 11 Jahren wurde dieser erfolgreiche Titel von MOBA entwickelt und lockt seither weltweit Millionen von Spielern an die PCs oder Konsolen. Auch im malerischen Alpenland genießt League of Legends einen hohen Stellenwert, den die 16 % Marktanteil eindrucksvoll belegen. Verblüffend hingegen ist, dass zwei internationale Top Games in Österreich eher ein Nischendasein fristen. Die Rede ist von den populären Titeln DOTA 2 und PUBG. Sie werden innerhalb der Szene lediglich von neun, bzw. fünf Prozent der eSportler regelmäßig gespielt.