Norwegen wird im Laufe des Jahres damit beginnen, ein neues Glücksspielgesetz zu beraten. Aktuell gibt es in Norwegen drei verschiedene Gesetze, die das Glücksspiel im Land regulieren. Mit dem neuen Glücksspielgesetz sollen diese drei Gesetze zu einem Gesetz vereint werden. Für Online Casinos wird sich in Norwegen auch mit dem neuen Glücksspielgesetz nicht viel ändern. Schon vor den Beratungen zum neuen Glücksspielgesetz ist klar, dass die Glücksspielmonopole erhalten bleiben. Derzeit gibt es zwei staatliche Unternehmen, Norsk Tipping und Norsk Rikstoto, die das Glücksspiel in Norwegen organisieren. Diese beiden Unternehmen sollen auch in Zukunft dafür sorgen, dass die norwegischen Glücksspiel- und Sportwetten-Fans einen hochwertigen Spielerschutz genießen können. Die Monopole sind auch deswegen möglich, weil Norwegen nicht zur Europäischen Union gehört. Das deutsche Glücksspielmonopol ist nicht zuletzt durch die EU-Gesetze ins Wanken geraten.

Staatliche Monopole bleiben in Norwegen erhalten

Norwegen Casino GesetzeDoch in Norwegen wird es auch in Zukunft möglich sein, das Glücksspiel in Monopolen zu organisieren. Damit soll sichergestellt werden, dass der Spielerschutz auf einem erstklassigen Niveau bleibt. Ein wichtiger Aspekt bei den Beratungen zum neuen Glücksspielgesetz ist die Verbesserung des Spielerschutzes. In Zukunft sollen die beiden staatlichen Unternehmen, die das Glücksspiel organisieren, noch strengere Regeln beachten. Unter anderem soll detaillierter geklärt werden, wie die Werbung für Glücksspiele in Norwegen aussehen darf. Unter anderem soll sichergestellt werden, dass ausschließlich Menschen angesprochen worden, die gesetzlich dazu berechtigt sind, Glücksspiele zu nutzen. Die aktuellen Ankündigungen der Regierung deuten darauf hin, dass sich im Grundsatz nicht viel ändern wird durch das neue Glücksspielgesetz. In erster Linie geht es wohl darum, einige Details zu verbessern und die drei vorhandenen Glücksspielgesetze durch ein einheitliches Glücksspielgesetz für alle Bereiche zu ersetzen.

Norwegen ist bekannt dafür, sehr streng vorzugehen bei der Glücksspiel-Regulierung. Die Situation in Norwegen ist ungefähr vergleichbar mit der Situation in Deutschland vor wenigen Jahrzehnten. Das Angebot an Glücksspielen und Sportwetten ist doch sehr begrenzt. Lotto spielt eine wichtige Rolle, aber es gibt zum Beispiel auch Pferdewetten und Wetten auf Fußball in Norwegen. Klar ist aber auch, dass in Deutschland die Auswahl für Sportwetten-Fans und auch für Glücksspiel-Fans wesentlich größer ist als in Norwegen. In Deutschland hat sich im Graubereich ein riesiger Markt entwickelt, der im nächsten Jahr durch eine neue Glücksspiel-Regulierung in den regulären Markt überführt werden soll. Deswegen wird es in Deutschland bald Casinos mit einer deutschen Lizenz geben. Auch Sportwettenanbieter und Pokeranbieter dürfen sich über deutsche Lizenzen ab Mitte 2021 freuen. Eine derartige Regelung ist in Norwegen nicht geplant. Das staatliche Monopol soll nicht angegriffen werden. In Norwegen gibt es sogar ein Verbot von internationalen Glücksspielanbietern. In Deutschland wird das Online-Glücksspiel seit vielen Jahren geduldet. In Norwegen ist die Situation nicht prinzipiell anders, aber der Online-Glücksspielmarkt scheint doch deutlich kleiner zu sein als in Deutschland.

Online Casinos auch künftig in Norwegen kein Thema

In Norwegen gibt es viele Glücksspiel-Fans, die gerne im Internet spielen. Die staatlichen Angebote sind nicht sonderlich attraktiv, sodass die Online Casinos einen regen Zulauf haben. Wie groß der graue Markt in Norwegen ist, lässt sich schwer abschätzen. Aber die Casino Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass es fast überall ein reges Interesse am Online-Glücksspiel gibt. Doch schon vor den Beratungen zum neuen Glücksspielgesetz steht fest, dass die Online Casinos in Norwegen keine Lizenz bekommen werden. Vielmehr plant die norwegische Regierung schärfere Maßnahmen gegen Online Casinos und andere Glücksspielangebot ohne norwegische Lizenz. Deutsche Glücksspiel-Fans fühlen sich wahrscheinlich an die Verhandlungen zum aktuellen Glücksspielstaatsvertrag erinnert. Als vor einigen Jahren der neue Glücksspielstaatsvertrag verhandelt wurde, gab es auch viele Politiker, die fest davon überzeugt waren, dass eine Lizenzierung von Online Casinos nicht zu rechtfertigen sei. Doch in Deutschland hat sich der Wind gedreht und deswegen bietet der neue Glücksspielstaatsvertrag ab Mitte 2021 die Möglichkeit, auch Online-Anbieter im Glücksspielbereich zu lizenzieren. Norwegen ist noch nicht so weit und es wird spannend sein zu sehen, ob sich der norwegische Markt ähnlich entwickeln wird wie der deutsche. In Deutschland hat man so lange gewartet, bis der Glücksspielmarkt im Netz ein Milliardengeschäft war.

Norwegen ist ein kleines Land, in dem alles etwas einfacher und ruhiger abgewickelt werden kann als in Deutschland. Aber nichtsdestotrotz sind die Herausforderungen beim Online-Glücksspiel für Norwegen nicht prinzipiell anders als für Deutschland. Die entscheidende Frage bei der Regulierung von Glücksspielen ist, wie die Regulierung durchgesetzt wird. In der Schweiz werden Internetsperren genutzt, um nicht zugelassene Online Casinos draußen zu halten. Ob Norwegen einen ähnlichen Weg gehen will, ist derzeit noch unklar. Allerdings funktionieren Internetsperren nicht wirklich gut und sind zudem anfällig für Missbrauch. Deswegen ist es fraglich, ob Norwegen diesen Weg gehen wird. In Deutschland hat sich schon mehrfach gezeigt, dass Internetsperren nicht durchsetzbar sind. Es bleibt zu hoffen, dass sich das auch in Zukunft nicht ändern wird, obwohl es aktuell gerade im Rahmen des neuen Glücksspielstaatsvertrags wieder entsprechende Pläne gibt. Ohne genaue Zahlen zum grauen Markt in Norwegen lässt sich nicht sagen, wie umfangreich das Problem ist. Ein Blick nach Schweden zeigt, dass es eine gute Idee sein kann, das Online-Glücksspiel zu regulieren. Schweden hat seit Anfang 2019 ein Glücksspielgesetz, das auch das Online-Glücksspiel umfasst. Trotz dieses fortschrittlichen Glücksspielgesetzes ist es aber nach wie vor schwer, den Markt zu kontrollieren.

Kann Norwegen von Schweden lernen?

Schweden und Norwegen haben viele Gemeinsamkeiten, aber es gibt auch viele Unterschiede. Schweden hat eine moderne Glücksspiel-Gesetzgebung, die das gesamte Glücksspiel erfasst, nicht nur das Offline-Glücksspiel. In Norwegen wird das Online-Glücksspiel nur insofern erfasst, dass es ein Verbot gibt. Dieses Verbot soll in Zukunft aufrechterhalten werden. Glücksspiel in Schweden hat sich für den gegenteiligen Weg entschieden und seriöse Online Casinos komplett legalisiert. Die Glücksspiel-Regulierung für den Online-Bereich war am Anfang sehr liberal. Aber im letzten halben Jahr hat die Regierung einige restriktive Maßnahmen beschlossen, die bei Experten nicht unbedingt Begeisterung auslösen. Obwohl Schweden nun ein relativ liberales Glücksspielgesetz hat, gibt es nach wie vor viele schwedische Glücksspiel-Fans, die in Casinos spielen, die keine Lizenz der schwedischen Glücksspielbehörde haben. Es ist schwer vorstellbar, dass sich die norwegischen Glücksspiel-Fans von einem Verbot bremsen lassen, das zudem in der Praxis sehr schwer durchsetzbar sein dürfte. Zwar hat Norwegen angekündigt, dass mit dem neuen Glücksspielgesetz auch die Maßnahmen gegen Anbieter ohne Lizenz restriktiver werden sollen. Aber es bleibt abzuwarten, ob diese Maßnahmen effektiv sein werden.

Deutschland hat einen Glücksspielstaatsvertrag verabschiedet, der gewissermaßen zwischen Norwegen und Schweden angesiedelt ist. Zum einen hat Deutschland die Online Casinos zugelassen, zum anderen sind die Vorgaben für die Online Casinos aber deutlich strenger als in Schweden. Es ist nicht viel Fantasie nötig, um sich auszumalen, dass eine noch strengere Gesetzgebung als in Schweden dazu führen wird, dass viele Glücksspiel-Fans sich außerhalb des legalen Markts bewegen werden. Viele Jahre lang hat Deutschland eine ähnliche Strategie wie Norwegen verfolgt, ohne dass es allerdings jemals ein echtes Verbot gegeben hätte. Vielmehr war und ist es so, dass die Online Casinos mit EU-Lizenz geduldet werden. In Deutschland hat sich dadurch eine Situation ergeben, in der es irgendwann auch für die schärfsten Glücksspiel-Kritiker nicht mehr möglich war, eine Regulierung zu verhindern. Die neue Glücksspiel-Regulierung tritt erst im nächsten Jahr in Deutschland in Kraft und es wird interessant sein zu sehen, wie der restriktive Ansatz, der im Glücksspielstaatsvertrag verankert ist, mit der Realität in Einklang zu bringen ist. Fakt ist aber, dass es im Moment viele europäische Länder gibt, die ihre Glücksspielgesetze neu strukturieren. Der dabei entstehende Wettbewerb könnte unter Umständen dazu führen, dass am Ende relativ schnell klar wird, welche Gesetzgebung auch im Sinne eines erstklassigen Spielerschutzes am besten funktioniert. Eine andere Frage ist dann, ob die Länder mit den nicht so gut funktionierenden Regulierungen ihre eigenen Gesetze ändern werden, um besser aufgestellt zu sein.