Die niederländische Glücksspielbehörde Kansspelautoriteit (KSA) geht konsequent gegen illegales Glücksspiel vor. Bei aktuellen Razzien in Velsen und Spanien sind wichtige Schläge gegen nicht lizenzierte Glücksspielanbieter gelungen. Auch in Curaçao hat die niederländische Glücksspielbehörde zugeschlagen. In den Niederlanden wird aktuell eine neue Glücksspielregulierung umgesetzt, die auch das Online-Glücksspiel umfasst. In Zukunft sollen die niederländischen Glücksspiel-Fans ausschließlich in Online Casinos mit einer niederländischen Lizenz spielen. Doch Appelle alleine reichen nicht, denn es gibt viele Glücksspielanbieter, die sich nicht um die Vorgaben der niederländischen Glücksspielbehörde Kansspelautoriteit scheren. Deswegen ist es bemerkenswert, dass die KSA mit erstaunlichem Eifer gegen illegale Glücksspielanbieter vorgeht. Mit Razzien in Velsen und in Spanien ist es gelungen, wichtiges Beweismaterial gegen diverse Personen, die in illegales Glücksspiel verstrickt sind, sicherzustellen.

KSA mit starken Mitteln gegen illegales Glücksspiel

Kansspelautoriteit Holland

Die Zusammenarbeit mit niederländischen Behörden war wichtig für die Razzien in Velsen. Deutlich aufwendiger war es, mit spanischen Behörden zusammenzuarbeiten, um jenseits der Landesgrenzen gegen illegales Glücksspiel vorzugehen. Spanien ist zwar grundsätzlich auch daran interessiert, illegale Glücksspielanbieter vom Markt zu entfernen. Aber in der Vergangenheit hat sich immer wieder gezeigt, dass es selbst innerhalb der EU schwierig ist, konsequent gegen illegale Glücksspielanbieter vorzugehen. Die aktuelle Aktion der Kansspelautoriteit zeigt, dass es Möglichkeiten gibt, Glücksspielanbieter außerhalb des eigenen Landes zur Rechenschaft zu ziehen. Nun bleibt allerdings abzuwarten, was am Ende das Ergebnis der Razzien in den Niederlanden und Spanien ist. Auch in Curaçao mussten illegale Glücksspielanbieter die unangenehme Erfahrung machen, dass der Arm der niederländischen Glücksspielbehörde Kansspelautoriteit weit reicht. Curaçao ist eng verbunden mit den Niederlanden. Schon seit vielen Jahren ist ein großes Ärgernis für viele europäische Glücksspielbehörden, dass zahlreiche Casinos mit Curaçao-Lizenz europäische Kunden akzeptieren. Doch die Niederlande haben sich für dieses Thema früher nicht sonderlich interessiert. Erst mit der neuen Glücksspielregulierung hat sich das geändert.

Bei der aktuellen Aktion in Curaçao ging es um die zwielichtigen Geschäfte einer einzigen Person. Von Geldwäsche bis hin zu illegalem Glücksspiel reicht die Palette der Anschuldigungen. In Curaçao dürfte die Aktion der niederländischen Glücksspielbehörde für einiges Aufsehen gesorgt haben. Wenn die Niederländer dazu in der Lage sind, gegen einen illegalen Glücksspielanbieter vorzugehen, könnten sie auch auf die Idee kommen, gegen viele andere Glücksspielanbieter Maßnahmen umzusetzen. Ob das aber wirklich passieren wird, bleibt abzuwarten. Bislang hat Curaçao es immer wieder geschafft, die niederländischen Behörden in irgendeiner Form zufriedenzustellen. Vielleicht genügt es der niederländischen Glücksspielbehörde am Ende schon, wenn keine niederländischen Glücksspiel-Fans mehr in Curaçao-Casinos akzeptiert werden.

Maßnahmen gegen illegales Glücksspiel wichtig

Für seriöse Glücksspielanbieter ist es ein großes Ärgernis, dass es den europäischen Staaten nach wie vor nicht gelingt, das illegale Glücksspiel wirkungsvoll zu bekämpfen. Vor allem im Internet ist nach wie vor fast alles möglich. Die seriösen Anbieter mit EU-Lizenzen, UK-Lizenzen und demnächst auch mit deutschen Lizenzen stehen in direkter Konkurrenz mit Anbietern, die keine anerkannten Lizenzen haben. Doch die aktuelle Aktion der niederländischen Glücksspielbehörde ist eine seltene Ausnahme. Deutschland hat es bislang beispielsweise nicht geschafft, konkrete Maßnahmen gegen illegale Glücksspielanbieter im Internet umzusetzen. Damit der neue Glücksspielmarkt in Deutschland, der auch das Online-Glücksspiel umfasst, funktioniert, wäre es dringend geboten, den Schwarzmarkt einzudämmen. Stattdessen konzentrieren sich die deutschen Politiker darauf, den seriösen Glücksspielanbietern das Leben möglichst schwer zu machen.

Die neue Glücksspielregulierung ist streng ausgefallen. Für die Online Casinos mit deutscher Lizenz gilt in Zukunft, dass das Angebot nicht mehr so attraktiv sein wird wie bei der Konkurrenz ohne deutsche Lizenz. Wie dieses Problem sich in der Praxis lösen lässt, kann im Moment noch niemand beantworten. Aber ohne erhebliche Anstrengungen wird es kaum möglich sein, die Glücksspielanbieter ohne deutsche Lizenz vom deutschen Markt fernzuhalten. Auch in den Niederlanden wird man es kaum schaffen, gegen jeden illegalen Glücksspielanbieter wirkungsvolle Maßnahmen vor Ort durchzuführen.

Was ist die Lösung? Grundsätzlich gibt es zwei Ansätze, eine Regulierung des Online-Glücksspiels sinnvoll umzusetzen. Der erste Ansatz sieht ungefähr so aus: Die Glücksspielanbieter mit Lizenz können nahezu alles machen, was auch die Anbieter ohne Lizenz machen. Dadurch wird ein Kräftegleichgewicht hergestellt, sodass die Glücksspiel-Fans keinen Grund haben, die Online Casinos mit Lizenz zu meiden. Für viele Glücksspielgegner ist das jedoch keine akzeptable Option. Deswegen enthält die Glücksspielregulierung in Deutschland zum Beispiel ein Einsatzlimit und ein Einzahlungslimit. Die andere Option besteht darin, eine strenge Glücksspielregulierung zu beschließen, so wie dies in Deutschland geschehen ist. Allerdings muss dann zusätzlich ein klares und wirksames Konzept vorhanden sein, um das illegale Glücksspiel zu beschränken. Bedauerlicherweise hat sich Deutschland für die zweite Option entschieden, ohne einen Maßnahmenkatalog gegen das illegale Glücksspiel zu entwickeln. Die Niederlande scheinen dieses Thema zumindest etwas offensiver anzugehen. Aber vielleicht überrascht Deutschland auch alle Experten und dreht nach dem Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrags am 1. Juli 2021 beim Kampf gegen das illegale Glücksspiel richtig auf.