Knossi und Twitch: über diese Kombi ist in der letzten Zeit viel geschrieben worden, und die Schlagzeilen scheinen kein Ende zu nehmen. Jetzt hat sich sogar das altehrwürdige ZDF dem Thema gewidmet. In einer Reportage des Magazins „Frontal 21“ äußert der öffentlich-rechtliche TV-Sender harsche Kritik an dem Online Star und hinterfragt die gesamte „Glücksspiel-Thematik“ rund um den 34-Jährigen, der den meisten als äußerst erfolgreicher Live Streamer in Online Spielbanken bekannt ist. Annähernd täglich setzt er mehrere tausend Euro beim Spielen ein und unterhält dadurch rund 1.300.000 Menschen, die ihm als Follower bei Twitch zusehen. Gut weg kommt die Internet Glücksspiel-Ikone mit der goldenen Krone dabei nicht.

Gewinn durch die Verluste anderer

Knossi Online SpielbankDas Online Glücksspiel ist derzeit in aller Munde und da verwundert es auch nicht, dass sich selbst das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) in einem Beitrag mit dem Thema auseinandersetzt. Wie nicht anders zu erwarten war die Berichterstattung wenig positiv, sondern ausgesprochen kritisch. Bei ihren Recherchen stießen die Redakteure des Formats  „Frontal 21“ auch auf Jens Heinz Richard Knossalla, besser bekannt als Knossi, und baten ihn zum Interview. Darin sprach Knossi unter anderem davon, dass Streamer, wie er, gewinnen, wenn andere Verluste einfahren. Einer, der ganz besonders hohe Verluste zu beklagen hat, ist Sascha. Er leidet unter Spielsucht und verzockte nach eigenen Angaben mittlerweile mehr als 180.000,- Euro in Online Casinos. Damit steht er nicht allein, denn auch andere verloren hohe Summen durch ihre Leidenschaft für das Zocken im Internet und das, obgleich in Deutschland das Online Glücksspiel offiziell noch immer verboten ist. Dabei darf man natürlich nicht die vielen Grauzonen vergessen, die es dann doch ermöglichen im Netz dem Glücksspiel nachzugehen. Knossi gehört inzwischen zweifellos zu den größten Repräsentanten, die das Online Glücksspiel in der BRD hat. Noch vor zwei, drei Jahren kannte niemand seinen Namen, doch nachdem erfolgreiche YouTuber wie MontanaBlack oder auch Formate wie UnsympathischTV ihn regelmäßig in Live Streams und Videos erwähnten, stieg sein Bekanntheitsgrad rasend schnell an. Auf YouTube und Twitch erreichte Jens Knossalla quasi über Nacht Klickzahlen, die ihresgleichen suchten. Knossi gilt inzwischen als die neue und absolut unangefochtene Nummer Eins unter den Twitch Streamern, die bereits Szenegrößen wie MontanaBlack hinter sich gelassen hat. Häufig waren im Netz Kommentare zu lesen beispielsweise „Der Schüler hat seinen Meister übertroffen“.

ZDF Kritik im Einzelnen

Rechtliche Grauzone hin, rechtliche Grauzone her. Ungeachtet dessen boomt der Markt und es gibt eine ganze Reihe von Streamern, die sich eine sprichwörtliche goldene Nase auf Twitch verdienen. Das ZDF kritisiert hierbei insbesondere das Verhalten und die Vorgehensweise von Jens Knossalla. Der Sender bemängelt u. a., dass Knossi die Genehmigung fehlt, um für das Online Glücksspiel zu werben. Die Nutzung von Online Casinos sei bisher ausschließlich den Bewohnern Schleswig-Holsteins erlaubt, da dort eine andere Gesetzeslage herrscht, als in den 15 anderen Bundesländern. Knossi lebt allerdings in Baden-Baden. Hinzu kommt, dass Online Streamer zunächst über eine entsprechende Streaming Lizenz verfügen müssen, bevor sie das Online Glücksspiel Streaming ins Netz stellen. Ein weiterer Dorn im Auge der ZDF Reporter ist die Tatsache, dass es keine Einzahlungslimits für Online Casinos gibt, und dass Streamer wie Knossalla Online Glücksspiele bewerben, obwohl Süchtige dort in Windeseile ihr komplettes Vermögen verzocken könnten. Mittlerweile fragen sich auch viele Fans des eigenwilligen Twitch Stars, weshalb er weiterhin noch Online Glücksspiele streamt.

Sind Twitch Streamer eine Gefahr für die Gesellschaft?

Da er anonym bleiben möchte, äußert sich auch noch ein anderer Steamer in der ZDF Reportage unter dem Pseudonym „Karl“. Er schildert, wie er hohe Beträge durch das Online Glücksspiel generiert. Er gibt an, dass er selbst sehr viel Geld beim Zocken in Online Casinos verloren hat. Dann hätte er ganz einfach die „Seiten gewechselt“ und verdiene inzwischen Geld mit dem Online Glücksspiel. Durch sogenannte Reflinks wird den Streamern ein Teil der Verluste, die ihre Fans und Viewer beim Glücksspiel im Internet einstecken müssen, gutgeschrieben. Es ist die Rede von bis zu 45 oder sogar 50 Prozent dieser Verluste, die auf den Streamer Konten landen, sofern diese ihre Links mit den Viewern teilen. Allein durch den Hinweis „Dauerwerbesendung“ kennzeichnet auch Twitch Star Knossi seine Live Streams. In der Reportage wird auch die Neurologin Dr. Monica Vogelsang befragt. Sie kritisiert das Online Glücksspiel scharf und fürchtet dadurch sogar „... eine Gefahr für die Gesellschaft“. Im Interview sagt sie: „Online-Streamer sind sicher für die Gesellschaft gefährlich. Sie stellen einfach eine Verführungssituation dar, dass Leute, die dafür empfänglich sind, Glücksspiel anzufangen, vermehrt spielen oder auch wieder rückfällig werden.“
Besonders anfällig dafür, eine Sucht zu entwickeln, seien in erster Linie junge Zuschauer und Fans der diversen Twitch Streamer. Einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge ist das Online Glücksspiel für rund 15 % der 16- bis 17-Jährigen ein großer Teil ihrer Freizeitbeschäftigungen. Dabei scheint es keine Rolle zu spielen, dass das Glücksspiel in Deutschland generell erst ab 18 Jahren erlaubt ist.