Therese Hillman hat ihren Posten als CEO des schwedischen Spieleherstellers NetEnt verlassen. Die Top-Managerin war in den letzten Monaten damit beschäftigt, den reibungslosen Verkauf von NetEnt an Evolution Gaming zu gewährleisten. Im letzten Jahr ist der schwedische Spielehersteller NetEnt vom Konkurrenten Evolution Gaming gekauft worden. Unmittelbar nach dem Verkauf war bereits klar, dass Therese Hillman als CEO von NetEnt nur noch eine begrenzte Zeit im Unternehmen bleiben würde. Die Aufgabe war klar: Therese Hillman sollte die Integration des Spieleherstellers NetEnt in den aufstrebenden Glücksspielkonzern Evolution Gaming organisieren.

Therese Hillman verlässt NetEnt nach Verkauf

NetEnt Online Casino

Dem Vernehmen nach ist das erstklassig gelungen, sodass Therese Hillman nun wie angekündigt ihren Posten aufgeben konnte. Für NetEnt endet eine interessante Phase. Der schwedische Spielehersteller, der mit Games wie Starburst und Gonzo’s Quest seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der europäischen Glücksspielszene ist, war bis zum Verkauf an Evolution Gaming ein eigenständiges Unternehmen. Unter der Ägide von Therese Hillman hatte NetEnt sogar noch den Kauf von Red Tiger Gaming abgewickelt. Deswegen was eine Überraschung, als bekannt wurde, dass Evolution Gaming den schwedischen Spielehersteller kaufen wollte. Langfristig dürfte der Verkauf von NetEnt an Evolution Gaming allerdings eine gute Sache sein für das Unternehmen. Durch die Verschmelzung mit dem Spezialisten für Live-Content ist ein attraktiver Glücksspielkonzern entstanden, der auch auf dem amerikanischen Markt bereits einige wichtige Meilensteine erreicht hat. Auf lange Sicht hätte NetEnt wahrscheinlich Schwierigkeiten bekommen, da derzeit viele neue große Konkurrenten durch Akquisitionen und Fusionen entstehen.

In der Glücksspielbranche gibt es nicht viele weibliche Top-Manager. Auch aus dieser Perspektive ist es bedauerlich, dass Therese Hillman durch den Verkauf von NetEnt ihren Posten verliert. Aber es ist davon auszugehen, dass Therese Hillman bald an anderer Stelle in der Glücksspielbranche in führender Position auftauchen wird. Die Top-Managerin hat einen sehr guten Ruf und gute Arbeit geleistet auf einem nicht immer einfachen Markt. Das Glücksspielgeschäft in Europa ist in den letzten drei Jahren, in denen Therese Hillman als CEO von NetEnt tätig war, deutlich komplexer geworden. Viele Länder haben nationale Regulierungen eingeführt. Deswegen waren zahlreiche Anpassungen nötig, um auch weiterhin attraktive Geschäfte machen zu können. Ein gutes Beispiel dafür ist der neue deutsche Glücksspielmarkt, der auf dem künftigen Glücksspielstaatsvertrag basiert. In Deutschland müssen Spielehersteller wie NetEnt ihre Games umbauen, damit die neue Glücksspielregulierung eingehalten wird. Beispielsweise dürfen Slots in Deutschland in Zukunft nur noch einen Maximaleinsatz von 1 Euro haben. In anderen Ländern sind bestimmte Features verboten, die aus dem Spiel entfernt werden müssen. Compliance ist eines der großen Themen im modernen Glücksspielgeschäft. Therese Hillman hat wichtige Meilensteine in den letzten Jahren gesetzt, sodass NetEnt auch unter dem neuen Besitzer sehr erfolgreich bleiben dürfte. Ein Vorteil dürfte allerdings sein, dass Therese Hillman deutlich größere finanzielle Mittel zur Verfügung hat, um NetEnt wachsen zu lassen.

Glücksspielmarkt ist in Bewegung

Der Abgang von Therese Hillman als NetEnt CEO ist keine Überraschung, aber doch gewissermaßen sinnbildlich für die aktuelle Situation des Glücksspielmarkts. In den letzten Monaten sind diverse Käufe von Unternehmen abgewickelt worden. Auch große Fusion haben stattgefunden. Besonders spektakulär war beispielsweise der Verkauf von William Hill an den amerikanischen Glücksspielkonzern Caesars Entertainment. Aber auch in kleineren Größenordnungen haben diverse Käufe stattgefunden. Die Richtung ist klar: Der Glücksspielmarkt konsolidiert sich. Nach vielen Jahren nahezu ungebremsten Wachstums in Europa findet im Moment eine Phase statt, in der sich die Marktanteile neu sortieren. Die großen Glücksspielanbieter sind bestrebt, kleine Unternehmen zu verdrängen oder aufzukaufen. Die Tendenz ist klar: In den nächsten Jahren werden einige große Glücksspielanbieter den Markt dominieren. Für kleine Anbieter wird der Markt schwieriger, auch wenn es speziell bei den Spieleherstellern nach wie vor attraktive Möglichkeiten für kreative Gründer gibt. Aber insgesamt dürfte die Anzahl der Unternehmen mit relevanten Marktanteilen sinken. Das ist keine besondere Eigenart des Glücksspielmarkts, sondern eine typische Entwicklung auf Märkten, die in der Anfangsphase schnell gewachsen sind.

NetEnt ist eine der bekanntesten Marken in Online Casinos. Der schwedische Spielehersteller hat einen ganz eigenen Stil, der bei den Glücksspiel-Fans in Europa gut ankommt. Darüber hinaus war NetEnt einer der ersten Anbieter, der ein vielfältiges Portfolio für Browsercasinos zur Verfügung stellen konnte. Für Glücksspiel-Fans ist es heute normal, dass die Spiele im Browser ohne Download und Installation laufen. Aber es ist noch nicht lange her, dass die Download-Spielbank der Standard beim Online-Glücksspiel war. NetEnt und andere innovative Unternehmen haben dafür gesorgt, dass die Zeit der Download-Spielbanken glücklicherweise zu einem Ende gekommen ist. Die Marke NetEnt hat eine große Zukunft. In Europa ist die Marktdurchdringung bereits hoch und durch den Verkauf an Evolution Gaming hat NetEnt große Chancen, auch auf dem amerikanischen Markt zu einer großen Nummer zu werden. Therese Hillman hat einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass NetEnt heute in einer sehr guten Position ist. Deswegen dürfte die Top-Managerin beim Abgang ein weinendes und ein lachendes Auge gehabt haben.