Der schwedische Spielehersteller NetEnt hat im Jahr 2019 ein Umsatzplus gemacht, muss aber gleichzeitig einen Gewinnrückgang vermelden. Das ist für viele Beobachter überraschend, denn NetEnt hat durch den Kauf von Red Tiger Games einen wichtigen strategischen Erfolg erzielt, der sich auch auf den Gewinn mehr hätte auswirken sollen. Obwohl die aktuellen Zahlen nicht positiv sind, gibt es Grund für Optimismus. Wichtig: Die NetEnt Spielautomaten sind nach wie vor sehr beliebt.

NetEnt leidet vor allem in Schweden und Norwegen

NetEnt ConnectDer schwedische Glücksspielmarkt ist Anfang 2019 neu geordnet worden. Die neue schwedische Glücksspiel-Regulierung hat ganz offensichtlich dazu geführt, dass die Zeiten für NetEnt härter geworden sind. In Schweden und auch in Norwegen musste der Konzern einen Rückgang beim Umsatz und beim Gewinn hinnehmen. Immerhin gelang es NetEnt aber, das Geschäft in den USA, dem wohl wichtigsten Zukunftsmarkt für die gesamte Glücksspiel-Industrie, zu vergrößern. Der Gesamtumsatz des Unternehmens lag im Jahr 2019 bei 186,1 Millionen Euro. Mit diesem Umsatz konnte ein Gewinn von 53,66 Millionen Euro erwirtschaftet werden. Das ist ein Rückgang von 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahlen sind überraschend, aber nicht alarmierend. NetEnt hat er vor allem auf den skandinavischen Märkten einige Schwierigkeiten. Zudem musste das Unternehmen damit leben, dass die Schwedische Krone ungünstige Wechselkurse hatte. Vor allem der wichtige britische Markt war von dieser Thematik betroffen. Die meisten Analysten hätten trotzdem erwartet, dass NetEnt im Jahr 2019 zumindest einen leichten Gewinn macht. Das Unternehmen ist nach wie vor sehr erfolgreich und weiter davon entfernt, Schwierigkeiten zu bekommen. Aber der Gewinnrückgang macht es nicht einfacher, die dringend nötigen Investitionen in die Zukunft zu tätigen.

Der Kauf von Red Tiger Games war wichtig, auch wenn der erwünschte Effekt vielleicht noch nicht im Jahr 2019 in der gewünschten Form sichtbar wurde. Die Akquisition von Red Tiger Games wird trotzdem als wichtiger Meilenstein gesehen. Darauf wies Therese Hillman, die Vorstandsvorsitzende von NetEnt, bei der Präsentation der Bilanz für das Jahr 2019 hin. Für NetEnt ist der Kauf von Red Tiger Games strategisch enorm wichtig, denn auf einen Schlag ist das Spiele-Portfolio deutlich gewachsen. Darüber hinaus bringt Red Tiger Games auch viele neue Kunden mit. Das gewachsene Spieleangebot wirkt sich jetzt schon sehr positiv auf die NetEnt-Plattform aus, die in Zukunft noch deutlich größer werden soll. NetEnt Connect soll in den nächsten Jahren zu einer der großen Casino-Plattformen ausgebaut werden. Ob das in der gewünschten Form gelingt, wird auch davon abhängen, ob NetEnt weiter wächst. Für den weiteren Ausbau der Plattform sind ohne jeden Zweifel erhebliche Investitionen nötig. Wenn der Gewinn aber nicht wächst, ist es schwierig, die nötigen Investitionen kontinuierlich zu tätigen. Damit kein falscher Eindruck entsteht: Das schwedische Unternehmen ist nach wie vor sehr profitabel und hat aktuell gute Möglichkeiten, das Geschäftsmodell weiter auszubauen. Aber die Führung sollte dafür sorgen, dass das Jahr 2019 ein Ausnahmefall bleibt.

Interessante Zahlen in der aktuellen Bilanz von NetEnt

Für Investoren ist es vor allem wichtig zu sehen, ob ein Unternehmen wächst oder nicht. Aber für die vielen Glücksspiel-Fans ist es auch spannend zu erfahren, auf welche Weise NetEnt Geschäfte macht. Ein interessantes Detail aus der Bilanz ist zum Beispiel, dass mit Spielautomaten etwa 94 Prozent des Umsatzes gemacht werden. Die Tischspiele tragen nur zu sechs Prozent zum Umsatz bei. Das ist für Insider nicht überraschend, aber vielleicht hätte der eine oder andere Beobachter doch geglaubt, dass vor allem die NetEnt Live-Dealer-Spiele mittlerweile einen etwas höheren Beitrag zum Gesamtumsatz beisteuern. An der Qualität des NetEnt Live Casinos kann es jedenfalls nicht liegen, dass der Anteil aktuell noch recht niedrig ist. Gerade im Tischspiel-Bereich hat NetEnt aber noch viel Wachstumspotenzial. Die Spielautomaten gibt es mittlerweile in unzähligen Online Casinos, nicht nur in Deutschland. Mit Slots wie Gonzo‘s Quest oder auch den beliebten Starburst hat sich NetEnt einen Platz in den Herzen viele Glücksspiel-Fans erobert.

Spannend ist auch, in welchen Ländern der schwedische Spielehersteller erfolgreich ist. Großbritannien hat immerhin einen Anteil von 19 Prozent am Gesamtumsatz. Schweden trägt sieben Prozent bei und in anderen skandinavischen Ländern werden insgesamt 13 Prozent des Umsatzes von NetEnt erwirtschaftet. Die europäischen Länder außerhalb Skandinaviens tragen zu 44 Prozent zum Umsatz bei. Der Rest der Welt, unter anderem auch die USA, generieren immerhin bereits 19 Prozent des Gesamtumsatzes. Die Zahlen zeigen, dass NetEnt nach wie vor in erster Linie in Europa verankert ist. Aber es gibt ein großes Wachstumspotential in den USA und diversen anderen Ländern. Wenn der amerikanische Glücksspielmarkt sich weiter öffnet, könnte das auch eine große Chance für den schwedischen Spielehersteller sein. Die aktuellen Zahlen aus den USA sind in jedem Fall ein Hinweis darauf, dass viel Potenzial vorhanden ist. Ob NetEnt den ganz großen Durchbruch in den USA schafft, hängt von vielen Faktoren ab. Aber sicher scheint, dass das Unternehmen in den nächsten Jahren jenseits von Europa deutlich aktiver werden muss, um den Umsatz und den Gewinn in neue Höhen vorstoßen zu lassen.

NetEnt rechnet mit besserer Bilanz 2020

Für Therese Hillmann, die Vorstandsvorsitzende von NetEnt, ist das Jahr 2019 ein einmaliger Ausreißer. Schon im nächsten Jahr soll wieder ein Plus beim Gewinn erzielt werden. Durch den Kauf von Red Tiger Games seien die Voraussetzungen gut, im nächsten Jahr den Umsatz und den Gewinn deutlich zu steigern. Zudem sei das Unternehmen sehr engagiert bei der Verbesserung der Effizienz. Die aktuelle Bilanz zeigt zum Beispiel, dass das Unternehmen hohe Personalkosten hat. Vermutlich es ist durchaus möglich, an der einen oder anderen Stelle zu sparen und die Synergie-Effekte zu nutzen, die sich durch den Kauf von Red Tiger Games ergeben. Ob das am Ende ausreicht, um ein wesentlich besseres Ergebnis als 2019 zu erzielen, muss sich zeigen. NetEnt ist nach wie vor gut aufgestellt, aber nach einigen sehr starken Jahren ist das Unternehmen nun gefordert, wichtige Weichenstellungen für die Zukunft zu machen. Lange Zeit musste NetEnt sich nur mit wenigen großen Anbietern auf dem Spielemarkt auseinandersetzen. Doch in den letzten Jahren sind viele kleine ambitionierte Spielehersteller auf den Markt gekommen, die mit innovativen Titeln für Furore gesorgt haben. In diesem Umfeld wird es auch für NetEnt schwieriger, die bestehenden Marktanteile zu behalten und auszubauen.

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